„Hummel, hummel - mors, mors aus Hamburg und hej aus Dänemark!“

Wir 16 Schülerinnen und Schüler des 2. Ausbildungsjahres März und 2 Lehrerinnen erkundeten im Rahmen einer 4-tägigen Studienreise zwei verschiedene Länder, Sprachen und Pflegeverständnisse.

1. Tag: Wir flogen nach Hamburg und fuhren mit dem Bus zum Uniklinikum Hamburg-Eppendorf. Dort wurden wir von einer Praxisanleiterin und einem Stationspfleger durch die Notaufnahme und die neurologische Station geführt. Sofort fielen uns die Unterschiede der Arbeitszeit der Pflegepersonen auf, es gibt keine 12-Stunden Dienste, sondern 3 Schichten mit je 7,5 Stunden – dieses Modell fanden wir auch in Dänemark wieder. Da Hamburg eine Hafenstadt ist, müssen dort auch Nautikstudenten ein Praktikum absolvieren, wo sie Wundversorgung und Wundnähte lernen, da bei Unfällen am Schiff nicht immer gleich medizinische Hilfe möglich ist.
Beeindruckt von der großen Klinik fuhren wir zu einem kleinen, privat geführten und nach Böhm zertifizierten Seniorenheim, das nach seiner Besitzerin Schefflerheim genannt wird. Dort wohnen 21 Personen, nicht nur Senioren sondern auch ehemalige Obdachlose, Alkoholiker, Drogenabhängige und psychisch beeinträchtigte Menschen, die sonst niemand aufnimmt. Frau Scheffler lebt in ihrem Haus „Normalität“, welches sie am besten beim Konzept Erwin Böhms wiederfindet. Sie ist eine beeindruckende Frau, die ihre Erlebnisse und Erfahrungen in einem Buch mit dem Titel: „Es geht auch anders! Würde im Pflegealltag und verstehende Pflege“ niedergeschrieben hat.                              
Danach fuhren wir mit dem Bus ca. 4 Stunden von Hamburg nach Dänemark und zwar nach Vejle. Die Verbindung nach Dänemark ist dadurch entstanden, da unser Klassenvorstand die österreichische Ärztin Dr. Andrea Schiller kennt, die dort gearbeitet hat – sie hat die Kontakte hergestellt und uns  auch begleitet – dafür danken wir ihr sehr!

2. Tag: Wir besuchten ein Krankenhaus in Kolding, welches ca. eine halbe Stunde von Vejle entfernt liegt. Dort bekamen wir die Dienstkleidung des Pflegepersonals und verbrachten den Vormittag auf der Kinderstation/Ambulanz. Die Räume und Kinderbetten sind alle kindgerecht unter dem Motto „Wald“ designt. Die meisten Schwestern sprechen deutsch. Es gibt keine Patientenglocken – dafür trägt jede Schwester ein Handy, das Kontakt zu Patienten herstellt. Es herrscht im und vor dem Krankenhaus absolutes Rauchverbot, was einigen von uns Kummer bereitete. Alle sind per du, es gibt keine Hierarchie und der Pflegeberuf ist in Dänemark der am meisten angesehenste Beruf. Ein Arzt erklärte uns folgendes: „In Österreich warten die Pflegepersonen, was ihnen die Ärztinnen und Ärzte anordnen, in Dänemark warten die Ärztinnen und Ärzte, was ihnen die Pflegepersonen auftragen.“ Zurzeit wird ein großes neues Krankenhaus gebaut, der Bauleiter zeigte uns mit  Stolz, „seine Baustelle, die wir mit Helmen, Sicherheitswesten und Schuhen besichtigen durften. Wir machten dann noch Halt im Shoppingcenter Kolding, wo wir mit dänischen Kronen, deren Münzen ein Loch in der Mitte haben konfrontiert wurden.

3. Tag: Der Morgen begann mit Schrecken: Unser Autobus blieb unter einer Brücke stecken und wir wurden zum Tagesgespräch in Vejle. Wir besuchten das Krankenhaus, wo wir mit einem Paternosteraufzug auf die kardiologische Station kamen und durchgeführt wurden. Dann bekamen wir dänischen Sprachunterricht von Maria einer Sprachlehrerin die uns auch immer begleitete. Wir lernten zum Beispiel dass „syg“ krank heißt, „sygehus“ ist das Krankenhaus und „sygepleje“ ist Krankenschwester und -pfleger. Zum Abschluss sangen wir sogar gemeinsam ein Lied. Die Dänen waren so begeistert von unserem Besuch dass wir auf facebook im Krankenhaus mit Fotos und Bericht zu sehen sind – nachzulesen unter:

Facebook Sygehus Lillebælt 

Danach besuchten wir ein Seniorenheim mit Tageszentrum, Kurzzeitpflege, Schwimmbad – auch dort sangen wir mit den Bewohnern dänische Lieder. Sehr beeindruckt hat uns der Besuch des neu gebauten, sehr geschmackvoll eingerichteten „Krebspatientenhaus“. Dort bekommen die Patientinnen und Patienten und deren Angehörige psychische Betreuung, Meditation, Yoga und noch viel mehr Angebote. Der krönende Abschluss war der Besuch der neu erbauten Universität für Pflegepersonen. In Dänemark wird schon seit vielen Jahren mit Bachelorabschluss ausgebildet. Die Schule hat einen Entspannungsraum mit Massagesessel und Wasserbett für Studierende. Außerdem gibt es dort ein toll eingerichtetes Demonstrationszimmer mit lebensechter Pflegepuppe, die von einer Lehrperson, die hinter einer schwarzen Scheibe sitzt gesteuert wird. Die Studenten werden bei ihren Handlungen gefilmt und danach wird evaluiert.

4. Tag: Wir fuhren retour nach Hamburg, wo wir noch in den Genuss einer Stadtrundfahrt kamen. Besonders beeindruckt hat uns die Michaeliskirche, St. Pauli und die Reeperbahn sowie der Hafen, welcher der 2. Größte von Europa ist und überhaupt alles!
Mit vielen Erlebnissen und Eindrücken ging unsere Reise danach zu Ende.


Wir bedanken uns bei allen, die zum Gelingen dieser Reise beigetragen haben!
Ines Gruber im Namen des gesamten Jahrganges 2013/16 Am


Impressionen von der Studienreise


 

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