Studienreise Berlin – Schule für allgemeine Gesundheits- und Krankenpflege am Sozialmedizinischen Zentrum Süd

Berliner Mauer & Currywurst, Brandenburger Tor & Kurfürstendamm. So kennen Touristen Berlin.

Wir, die Klasse 2A an der Schule für allgemeine Gesundheits- u. Krankenpflege am SZX, haben uns bei unserer Studienreise in Deutschlands Hauptstadt jedoch auf Spurensuche zum dortigen Ausbildungssystem für Pflegepersonen und der Geschichte des Gesundheitssystems gemacht. Begleitet wurden wir dabei von unseren Lehrerinnen, Frau Renate Büchl und Frau Ingrid Glaser.

Am 20. Juni 2012, nach etwa einem halben Jahr Vorbereitung und Planung ging es endlich los und wir flogen nach Berlin.

Vor Ort starteten wir gleich mit unserem dichten Programm:

Im Berliner Medizinhistorischen Museum der Charité erhielten wir eine Führung durch das Krankenhausareal mit besonderem Hinblick auf die Historie dieser weltberühmten Institution. Man steht dort in mehrfacher Hinsicht auf geschichtsträchtigem Boden: Bereits 1710 als Pesthaus gegründet, ist die Charité seit damals ständig erweitert worden und hat sich immer neuen Aufgabengebieten zugewandt und ist heute die größte Uniklinik Europas. Man kann  heute noch sehen, wo in den letzten Tagen des 2. Weltkrieges unterirdisch die Operationssäle lagen. Anschließend konnten wir im Museum einen kleinen Einblick in historische Behandlungsmethoden und die Virchow’sche Präparatesammlung gewinnen.

Der Nachmittag stand trotz kühlem und regnerischem Wetter ganz im Zeichen des Sightseeings: eine Stadtführung entlang der „Eastside Gallery“ (längster erhaltener Teil der Berliner Mauer) über den Alexanderplatz mit Fernsehturm zum Reichstag, Kanzleramt und dem Brandenburger Tor. Abschließend gingen wir durch das monumentale Holocaust-Mahnmahl zum Potsdamer Platz mit seinen vielen modernen Gebäuden wie dem Sony Center.

Untergebracht waren wir in einer Jugendherberge in zentraler Lage. Ausklingen ließen wir den ersten Abend bei einem gemeinsamen Abendessen bei einem Italiener, wo einer unserer Schüler zu seinem Geburtstag überrascht und gefeiert wurde.

Der zweite Tag begann mit  einer Vortragsreihe bei VIVANTES, Netzwerk für Gesundheit GmbH am Institut für berufliche Weiterbildung im Gesundheitswesen, wo wir Einblicke in das Ausbildungssystem für Pflegepersonal in Berlin erhielten. Ein gemeinsames Mittagessen mit den Auszubildenden im Vivantes Klinikum Neukölln, bei dem wir uns direkt über die Unterschiede in den Ausbildungssystemen austauschen konnten, rundete den Besuch ab. Die gravierenden Unterschiede in der Ausbildung sind wohl die deutlich höhere Entlohnung während der Ausbildungszeit in Deutschland (1. Ausbildungsjahr ~825,-- €, 3. Ausbildungsjahr ~988,-- €, allerdings stehen  die Auszubildenden auch in einem Dienstverhältnis) sowie die halbjährige Probezeit, nach der entschieden wird, ob die/der SchülerIn die Ausbildung fortführen kann. Dafür gibt es bis zum Abschlussexamen praktisch kein Ausscheiden wegen schlechter Noten. Etwas strenger ist hingegen die Fehlzeitenregelung in Deutschland. Der Unterricht wird nicht in Fächer aufgeteilt, sondern in Lernblöcke, bei denen ein Gebiet der Krankenpflege von allen Dimensionen und Zusatzdisziplinen beleuchtet wird; z.B. zum Thema Herz wird dann alles relevante aus Anatomie, Pathologie und der Gesundheits- und Krankenpflege unterrichtet. Sehr interessant fanden wir das Projekt „Skills-Lab“, in dem die SchülerInnen SimulationspatientInnen betreuen. Diese „PatientInnen“ sind pensionierte Lehrpersonen, die laut Drehbuch unterschiedlich erkrankte Menschen spielen. 

Danach ging es ins Wenckebach-Klinikum, ebenfalls eine Einrichtung von Vivantes, mit geriatrisch-gerontologischem Schwerpunkt. Eine Führung durch eine geriatrische Station und das Tagesklinikum ließ uns einen Einblick in die Altenpflege gewinnen.

Vor dem letzten Programmpunkt an diesem Tag, der Besichtigung der Glaskuppel des Berliner Reichstages, war gerade noch genug Zeit, um eines der Berliner Klischees zu erfüllen: Currywurst essen.

Den Vormittag des letzten Tages verbrachten wir in der Gesundheitsakademie der Charité am Campus Virchow Klinikum. Dort stand im Austausch mit der Ausbildungsleitung und einigen SchülerInnen wieder die Ausbildung und hier im speziellen das Projekt „Schulstation“ im Vordergrund: Auszubildende des 3. Ausbildungsjahres arbeiten zusammen auf einer Station und übernehmen dort unter Aufsicht alle Aufgaben, die sie später im Berufsleben auch bewältigen sollen. Von der Gestaltung des Dienstplanes, der Organisation der Station bis hin zur Durchführung der einzelnen Pflegehandlungen, ist dies ein interessantes Modell, welches wir als sehr nachahmenswert erachten.

Den Nachmittag hatten wir zur freien Verfügung und je nach Lust und Laune wurde die Zeit für Sightseeing, Shopping oder einfach nur zum gemütlichen Entspannen in einem der zahlreichen Cafes genutzt. Die Anreise zum Flughafen war dann noch mal ein kleines Abenteuer für sich, denn ganz Berlin schien auf den Beinen sein, um auf den Fanmeilen das Spiel Deutschland gegen Italien zu verfolgen (von der Niederlage erfuhren wir im Flugzeug).

Müde, aber um viele Erfahrungen und schöne Erlebnisse reicher sind wir spät abends in Wien gelandet.

Wir, die Klasse 2As, möchten es nicht versäumen, uns bei den genannten Einrichtungen für die Gastfreundschaft zu bedanken. Ebenso gilt unser Dank der Schulleitung, die ihre Zustimmung zu dieser Studienreise gegeben hat sowie den beiden Lehrerinnen, die uns nicht nur begleitet, sondern auch enorm bei der Organisation und Durchführung der Studienreise unterstützt haben.


Text: Markus Sluzina, Schüler

 

Fotos von der Studienreise: Studienreise Berlin 2012

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