„Gruezi aus der Schweiz“

 

Bericht über unsere Studienreise in die Schweiz

 

Im  Rahmen unserer Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenschwester/ - pfleger am Sozialmedizinischen Zentrum Süd wurde dem 2. Märzlehrgang 09/12,  die Möglichkeit geboten an einer Studienreise in die Schweiz teilzunehmen.

 

Bevor die Reise beginnen konnte war es an uns die eigens dafür angelegte Klassenkassa aufzubessern. Aufgrund der  Mitarbeit an unterschiedlichen Schulveranstaltungen und Dank einer finanziellen Unterstützung des ÖGB/HGII hieß es am 22.2.2011 um 7.00 Uhr Abflug nach Zürich.

Begleitet wurden wir von unserem Klassenvorstand Lehrerin für Gesundheits- und Krankenpflege (LfGuK) Renate Büchl und einer weiteren LfGuK Maga. Angelika Obermayr.

 

Ausbildungssysteme lernen sich kennen:

Während unserer Studienreise besuchten wir  das  Schulungszentrum der medizinischen Universität Zürich und die Krankenpflegeschule Bethesda in Basel. Die Leitung beider Institutionen organisierte Gespräche mit den jeweiligen Studierenden.

Durch den Informationsaustausch erfuhren wir einige gravierende Unterschiede zu dem österreichischen Ausbildungssystem.

Abweichungen waren zum Beispiel in den Zugangsvoraussetzungen, Berufsbezeichnung und der praktischen Ausbildung zu erkennen. In der Schweiz kann man, sowohl mit Matura (Fachhochschule) als auch ohne (Höhere Fachschule), eine Krankenpflegeschule besuchen. Personen die keine Matura vorweisen können, müssen eine Lehre abgeschlossen oder eine Ausbildung zur Fachangestellten Gesundheit absolviert haben. Erst dann sind sie dazu berechtigt  die Schule zur diplomierten Pflegefachfrau/-mann zu starten. Um überhaupt in der Schule aufgenommen zu werden, muss sich die angehende StudentIn vorher eine Institution suchen um dort schon vor der Ausbildung angestellt zu werden. Weiters war auch interessant, dass die Studenten nur drei verschiedene Praktikumsstellen während der dreijährigen Ausbildung kennenlernen.

 

Eine Frau die unsere Profession revolutionierte

Das Highlight war der Besuch bei Schwester Liliane Juchli, die uns einen Einblick in ihr Lebenswerk gewährte. Denn sie sagte schon anfangs: „Pflegegeschichte ist Zeitgeschichte.“ Wir bekamen von ihr schon vor Antritt der Reise den Auftrag uns Fragen zu überlegen die uns am Herzen liegen. Frau Juchli beantwortete diese sehr ausführlich und erzählte uns auch die ein oder andere lustige Anekdote aus ihrem Leben. Uns war es wichtig zu erfahren wie sie ihre Schulzeit erlebte und warum sie zum Entschluss kam die Aktivitäten des täglichen Lebens (ATL´s) zu schreiben. Ihres Erachtens war sie immer eine sehr wissbegierige Frau die von Nancy Rooper, Virginia Henderson  und Hildegard von Bingen beeinflusst wurde. So kam sie auf die Idee ein Lehrbuch mit den darin enthaltenen ATL´s zu veröffentlichen. Auch bezüglich der negativen Aspekte ihres Lebens und ihrer pflegerischen Karriere nahm sie kein Blatt vor den Mund, denn auch sie war vor dem „Burn out“ nicht gefeit. Frau Juchli gab uns für unseren weiteren Weg noch den Satz mit: „Ich übergebe euch das Ruder aber ich sitze weiterhin noch im Boot.“

  

Zuerst die Arbeit dann das Vergnügen :

Um Körper und Geist wieder in Einklang zu bringen brauchte es nur eine Verkostung in der

nahegelegenen Schokoladenfabrik. Mit Endorphinen gestärkt  tauschten wir Schokolade gegen Stadtplan. Um die zahlreichen Kalorien der Schokoladenexpedition wieder abzubauen besichtigten wir die Züricher Sehenswürdigkeiten per pedes. Nicht nur das Interesse an Medizin sondern auch die Minusgrade waren ausschlaggebend für einen Besuch des „ Medizinhistorischen Museums“. Ausstellungsthemen wie Amputationen mittels Knochenbrüchen, Verhütung mit einem Leinensack und  Keuschheitsgürtel als Prophylaxe für die psychische Erkrankung „Onanie“ machten uns bewusst welchen Weg die Medizin bereits zurückgelegt hatte.

 

An dieser Stelle möchten wir uns noch einmal bei allen recht herzlich bedanken die diese Reise ermöglicht haben.

 

Text: Kerstin Faulhammer und Veronika Piringer

Fotos: Schule SZX

Verantwortlich für diese Seite:
sabine.emsenhuber@wienkav.at