1. Medizinische Abteilung, Zentrum für Onkologie und Hämatologie mit Ambulanz und Palliativstation

 

Hämatologisch-onkologische Ambulanz

 

FAQs

 

Was ist Krebs?

Krebs ist ein allgemein, umgangssprachlicher Name für bösartige Tumore. Tumore entstehen durch das unkontrollierte Wachsen mutierter Zellen. Diese Zellen (Krebszellen) können nicht mehr durch gesunde/normale Zellen des eigenen Körpers bekämpft werden und beginnen daher zu wuchern und Tumore zu bilden. 

Gutartige Tumore:

Diese sind normalen Zellen ähnlich, örtlich beschränkt und meist vom umliegenden Gewebe abgekapselt. Sie stellen keine unmittelbare Gefahr dar.


Bösartige Tumore:

Diese entstehen aus Milliarden wuchernder Zellen und haben ihren Ursprung in einer einzigen Zelle, die sich wieder und wieder geteilt hat.

Je nach Art der Tumorzellen werden vier Krebsarten unterschieden:
Karzinome entstehen in den Schichten, die den Körper umgeben (Haut) oder den Schleimhäuten in Nase, Rachen, Lunge, Speiseröhre, Magen, Darm etc.
Sarkome entstehen in weichem Gewebe wie Muskeln, Fett, Blutgefäßen oder Knochen
Leukämien entstehen im Knochenmark und verteilen sich im Blut
Lymphome entstehen in den Lymphknoten oder der Leber


Metastasen:

Sind genetisch entartete Zellen, die in benachbartes Gewebe dringen, sich dort ansiedeln und dieses zerstören. Sie können unter anderem durch die Blut- und Lymphbahnen in andere Organe wandern und  sich so im gesamten Körper ausbreiten. Dies kann dazu führen, dass lebenswichtige Organe geschädigt oder zerstört werden.

 

Symptome von Krebs:

Krebs ist eine Erkrankung, die jedes Organ im Körper betreffen kann. Die Symptome variieren und es gibt kein Symptom, dass eindeutig das Vorliegen von Krebs bestätigen kann. Die Symptome können von der Lokalisation des Krebs, dem betroffenen Organ, der Geschwindigkeit des Wachstums und einer eventuellen Metastasierung abhängen. Krebs in den äußeren Schichten des Körpers wie Haut, Brust, Extremitäten, Hoden etc. können möglicherweise durch Schwellungen oder Geschwüre bemerkt, und dadurch früher diagnostiziert werden.

Folgende Zeichen können Warnzeichen für Krebs sein und sollten weiter untersucht werden:

  • Unerwünschter/unerklärlicher Gewichtsverlust
  • Appetitverlust
  • Knoten in der Brust
  • Veränderung des Darmverhaltens
  • Vaginale Blutungen nach der Menopause
  • Veränderung der Form/Größe oder Bluten eines Muttermals
  • Chronischer Husten  

 

Medizinische Möglichkeiten und Methoden:

Diagnostik: Mittels diagnostischer Maßnahmen kann festgestellt werden, ob es sich um einen gutartigen oder bösartigen Tumor handelt. Hierzu werden in Kooperation mit anderen Abteilungen des Wilhelminenspitals Labor-, bildgebende und histo-pathologische Techniken angewandt

Prognosestellung: Die Einschätzung der Erkrankungssituation und Erwartung des weiteren Krankheitsverlaufes sowie der Lebenssituation der Patientin/des Patienten. Die Prognosestellung ist auch für die Therapiewahl mitentscheidend.

Therapie: Das allgemein-medizinisch/internistisch und hämato-onkologisch ausgebildete Ärztinnen- und Ärzteteam wählt gezielt eine Therapieform zur Behandlung der Erkrankung. Dabei werden selbstverständlich auch persönliche, patientinnen- und patientenspezifische Faktoren berücksichtigt.

Verlaufskontrolle: Mittels Laboruntersuchung, bildgebender und histo-pathologischer Diagnostik werden in regelmäßigen Intervallen der Erkrankungsstatus bzw. das Ansprechen auf die Therapie evaluiert.

Nachsorge: Sie dient zur Erkennung bzw. Minimierung von Spätfolgen nach der Tumortherapie, aber auch zur möglichen Früherkennung von Rezidiven und/oder tumorösen Zweiterkrankungen.

Chemotherapie:
Die Chemotherapie ist eine Therapie bei der zytotoxische Medikamente mit dem Ziel, die Krebserkrankung zu heilen bzw. die Symptome zu kontrollieren, verabreicht werden. Es gibt verschiedene Arten eine Chemotherapie zu verabreichen:

• Oral (Tabletten oder Flüssigkeiten, die wie jede andere Medikation eingenommen werden)

• Intravenöse Injektion (das Medikament wird über einen Zeitraum von 5 bis 60 Minuten in eine Vene gespritzt)

• Intramuskulär (das Medikament wird wie bei einer Impfung direkt in den Muskel gespritzt)

• Intravenöse Infusion (die Medikation wird über mehrere Stunden, manchmal Tage verabreicht; je nach Therapie kann dies über eine Tropfinfusion oder eine Pumpe erfolgen)


Vor dem Beginn einer Chemotherapie werden Sie von einer Fachexpertin/einem Fachexperten unserer Abteilung untersucht. Eventuell werden vor Beginn der Chemotherapie noch weitere Untersuchungen durchgeführt.
Die Dauer der Chemotherapiebehandlung hängt von den verwendeten Medikamentenkombinationen ab. Ihre Ärztin/ Ihr Arzt wird Sie im Detail über Ihre Behandlung aufklären.

Strahlentherapie (Radiotherapie):
Bei einer Radiotherapie wird dem Patienten/der Patientin eine genau bemessene Strahlendosis verabreicht. Die Behandlung ist schmerzlos und dauert nur ein paar Minuten.

Sollte eine Strahlentherapie angedacht werden, werden Sie von einem Fachexperten/einer Fachexpertin der strahlentherapeutischen Abteilung begutachtet und über die Therapie und mögliche Nebenwirkungen aufgeklärt.

Andere Methoden:
Krebs kann auch mit anderen Medikamenten wie Hormontherapien, Immuntherapien und/oder Bisphosphonaten behandelt werden.

Manche Krebsarten sind langsam wachsend, sodass die Fachexpertin/der Fachexperte nach Diagnosestellung zunächst keine Therapie empfiehlt. In diesem Fall werden Sie in ein Überwachungsprogramm übernommen. Im Rahmen dieses Programmes werden regelmäßige Kontrollen durchgeführt und der Therapieplan entsprechend den Ergebnissen angepasst.  

 

 

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Martina Cerny/WEB-Redaktion