Peritonealdialyseambulanz
« 6. Medizinische Abteilung mit Nephrologie und Dialyse mit Ambulanz, Pavillon 17, 19, 29

Telefon: +43 1 491 50 - 2630
Fax: +43 1 491 50 - 2629

Anmeldung: Telefonische Anmeldung erforderlich

Ort: Pav. 19

Medizinische Schwerpunkte

Die Peritonealdialyse oder Bauch(fell)dialyse ist ein der Hämodialyse gleichwertiges Nierenersatzverfahren. Seit 1987 werden im Wilhelminenspital terminal niereninsuffiziente Patienten an der CAPD-Ambulanz (CAPD = chronisch ambulante Peritonealdialyse) betreut. Das Grundprinzip besteht in der Entfernung dialysepflichtiger Substanzen durch Diffusion und Konvektion aus den Kapillaren des Peritoneums in die in der Bauchhöhle verweilende Dialysatflüssigkeit. Der Volumsentzug erfolgt durch die Verwendung von Glucose als osmotisch wirksames Agens im Dialysat. Der Zugang zur Bauchhöhle ist ein chirurgisch implantierter Tenckhoff-Katheter.

Die Behandlung erfolgt durch den Patienten zu Hause. Dadurch muss der Patient nur alle 4-6 Wochen in die CAPD-Ambulanz zur Kontrolle. Bei Problemen stehen jederzeit Schwestern und Ärzte aus dem CAPD-Team bzw. die diensthabenden Nephrologen zur Verfügung. Im Falle stationärer Aufnahmen erfolgen diese an der eigenen Abteilung, bei Bedarf werden dann die Dialysen vom Peritonealdialyse-Pflegeteam übernommen.

Während die in den frühen Jahren im Vordergrund stehenden entzündlichen Komplikationen wie Peritonitis, Katheteraustrittsstellen- und Tunnelinfektionen durch Verbesserungen in Pflege, Konnektionstechnik und Diagnostik relativ selten geworden sind (an unserem Zentrum 1 Peritonitis alle 58-72 Patientenmonate), ist jetzt die Erhaltung der peritonealen Integrität und Funktion bei Langzeit-Dialysepatienten im Mittelpunkt des wissenschaftlichen und klinischen Interesses gerückt. Durch die Verwendung biokompatibler Lösungen, die pH-neutral und arm an Glucoseabbauprodukten sind, werden den neuesten Forschungsergebnissen Rechnung getragen.

Wir bieten an unserer Abteilung sowohl die CAPD per se (mit 4 Dialysatwechseln am Tag à ca. 30 min.) als auch die APD (automatisierte Peritonealdialyse) mit Behandlung mittels eines Cyclergerätes über Nacht an. Die Entscheidung über die Methode erfolgt nach klinischen Aspekten unter Berücksichtigung der Patientenwünsche.

Die Vorteile für den Patienten liegen in einer sehr großen Flexibilität bezüglich Zeitpunkt und Ort der Behandlung, weniger Aufenthaltszeit im Krankenhaus, freier Wahl des Urlaubsortes ( da keine Hämodialyseeinheit im unmittelbarer Nähe sein muss) und der Möglichkeit, die Dialyse zu besonderen Anlässen gemeinsam mit dem betreuenden Team bedarfsangepasst zu gestalten.
Auch von Seiten der Flüssigkeitsrestriktion und dem Einhalten einer kalium- und phosphorarmen Diät sind PD-Patienten wesentlich freier, da eine kontinuierliche Entgiftung und Entwässerung stattfindet und die Restnierenfunktion oft länger erhalten bleibt. Zusätzlich ist das Verfahren kreislaufschonend und daher für Patienten mit eingeschränkter kardialer Funktion sehr gut geeignet.

Das Outcome von CAPD-Patienten, die eine Nierentransplantation erhalten, ist ebenso gut wie von Hämodialysepatienten. Die Betreuung nach Transplantation erfolgt in unserer nephrologischen Ambulanz.

Wilhelminenspital Verantwortlich für diese Seite:
Martina Cerny/Web-Redaktion (Wilhelminenspital)