Zentrum für Förderpädagogik
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Medizinische Schwerpunkte
Ein Dienstleistungs- und Serviceangebot für Menschen mit sogenannter geistiger Behinderung
Das Zentrum für Förderpädagogik bietet 42 Wohnplätze für Kinder/Jugendliche und Erwachsene an, sowie 8 Plätze für externe Besucher.
Diese 42 Wohnplätze sind in 7 räumlich und funktionell voneinander unabhängigen Wohngruppen mit jeweils durchschnittlich 6 Bewohnern organisiert.
Die wesentlich subjektorientierte, holistische Lebensbegleitung und -assistenz erfolgt durch qualifiziertes multiprofessionelles Personal ((Sonder-) Kindergärtner/innen, SozialpädagogInnen, BehindertenpädagogInnen, Fachkräfte in der Behindertenarbeit, Sozialarbeiter/innen, dipl. Gesundheits- und Krankenpflegepersonen, Pflegehelfer/innen).
Der dichte Betreuungsschlüssel (nahezu 1:1) garantiert hochqualifizierte - am Normalisierungsprinzip orientierte - Angebote an die Bewohner.
Die schwerstbehinderten PatientInnen des OWS bzw. OWP (vormals Psychiatrisches Krankenhaus Baumgartner Höhe) wurden seit dem Schuljahr 1959/60 durch Lehrer/innen der Heilstättenschule ( www.heilstaettenschule.at ) unterrichtet.
Ab 1989 erfolgte die Umgestaltung in die sogenannten Basalen Förderklassen für pflegeabhängige, schulpflichtige Kinder, die seit 1992 im dualen System geführt werden, d.h. eine Pädagogin stellt der Stadtschulrat für Wien und eine Pädagogin stellen die Wiener Sozialdienste Förderung und Begleitung GmbH. Zur Zeit gibt es im Zentrum für Förderpädagogik Pav.17 vier Klassen mit insgesamt 15 Schüler/innen.
Das Sozialmedizinische Zentrum im Otto Wagner Spital der Stadt Wien versteht sich als Dienstleistungsbetrieb, dessen wesentliche Aufgabe die Begleitung und Assistenz von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit sogen. geistiger Behinderung auf ihrem individuellen, weitestgehend selbst zu bestimmenden Lebensweg ist.Es gibt Menschen, die aufgrund einer durch gesellschaftliche Wertigkeiten, (Leistungs-)Erwartungen, Einstellungen und Gewohnheiten wesentlich beeinflussten Wahrnehmung als 'Geistig behindert' bewertet werden. Die Bezeichnung 'Geistig behindert' vergegenständlicht dabei Erwartungen, wie ein Mensch eines bestimmten Alters und Geschlechts sich zu verhalten, zu kommunizieren, was er zu leisten hat.
Der aus den 60er Jahren stammende und heute gängige Terminus meint also primär einen phänomenologisch-klassifikatorischen Prozess, bei dem bestimmte Menschen auf bestimmte Merkmale reduziert werden.
Der Terminus reduziert und diskriminiert*, indem die Individualität des einzelnen Menschen mit all seiner Subjekthaftigkeit nicht erfasst wird.
Zufriedenheit und Förderung größtmöglicher Selbstbestimmung und Selbständigkeit unserer Kunden als Ausdruck von Lebensqualität, sowie die weitestgehende räumliche, soziale und personale Integration stehen im Mittelpunkt unserer Arbeit.
Normalisierung sowohl der Lebensbedingungen als auch der zwischenmenschlichen Begegnung(smöglichkeiten), besonders das Recht auf normale, altersgemäße soziale Erfahrung außerhalb unserer Einrichtung sind dafür notwendige Voraussetzung und bilden einen wesentlichen Schwerpunkt in unseren Angeboten.
Ziel ist demnach, der Praxis der Segregation, des Ausschlusses von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit sogen. geistiger Behinderung aus den regulären, normalen Lebens- und Lernfeldern entgegenzuwirken.
Neben Wohngruppen betreibt das Sozialmedizinische Zentrum unterschiedliche, den individuellen Bedürfnissen und Lernmöglichkeiten der Besucher angepasste, aber auch immer wieder anzupassende, Tagstrukturen.
Diese Angebote werden sowohl von Menschen, die gemeinwesenintegriert leben, als auch von den Bewohnern des Zentrums Förderpädagogik wahrgenommen.
Das Recht auf einen geregelten Tagesablauf, auf (soziale) Erfahrungen außerhalb des eigentlichen Wohnortes besteht für alle Menschen, unabhängig jeglicher Qualifikation als behindert oder nicht behindert. Ein geregelter Tagesablauf ist an sich sinnstiftend.
Jeder Ortswechsel schafft in gewisser Weise Zeitbegriffe wie Vergangenheit und Zukunft. Dagegen ist eine Gleichförmigkeit des Lebens, ohne Unterscheidung von Ort und Zeit, ein charakteristisches Merkmal einer reduzierten Lebensqualität.


