Physiotherapie in der Geronto-Psychiatrie, Pav. 16/4, OWS

Es sollen die eigenen Ressourcen, aber auch die eigenen Grenzen erkannt werden und in das alltägliche Leben nach dem stationären Aufenthalt integriert werden können. Das Training der achtsamen Wahrnehmung des eigenen Körpers in Bewegung aber auch in entspannter Position bietet vielfältige Möglichkeiten eine neue Beziehung zu sich selbst und zu Anderen entstehen zu lassen.

Bezüglich Hilfsmittelberatung und Einschulung im Gebrauch der Hilfsmittel arbeiten Pflege-personal, Ergotherapeutin und Physiotherapeutin eng zusammen. Die ärztliche Zuweisung zur Physiotherapie erfolgt im Rahmen von wöchentlich statt-findenden interdisziplinären Teamvisiten.
In einem ersten Gespräch/Kontakt mit der Physiotherapeutin wird der physiotherapeutische Befund erhoben und gemeinsam mit der betroffenen Person das Ziel der physiotherapeutischen Behandlung festgelegt.
In der Behandlung werden unterschiedliche physiotherapeutische Konzepte / Maßnahmen / Techniken wie Entspannung nach Jacobson, Manuelle Techniken nach Mulligan, Funktionelle Bewegungslehre nach Klein-Vogelbach, Fasziendistorsionsmodell nach Typaldos, Lymphdrainage nach Dr. Vodder, Kinesio-Taping, PNF, Atemtherapie, Bobath-Konzept, Spiraldynamik, Elemente aus Hakomi und Authentic Movement, Basic Body Awareness Therapie,…angewandt.

Ziele in der physiotherapeutischen Behandlung hinsichtlich Körperbewegung, Körper-haltung, Körperaktivierung, Körperwahrnehmung, Körperentspannung:

+ Erarbeiten und aktives/koordiniertes Üben von Bewegungsabläufen bei alltäglichen Tätigkeiten wie z.B. sich im Bett umdrehen, im Bett aufsetzen/hinlegen, vom Sesselaufstehen/hinsetzen, sich bücken und etwas aufheben, vom Boden aufstehen, gehen auf unterschiedlichen Böden, Stiegen steigen,…
bzw. Verbesserung der
Beweglichkeit einzelner Gelenke und Integration in alltägliche Tätigkeiten wie z.B. Kopf drehen, Rumpf neigen /drehen, Schulter / Ellbogen / Handbeugen / strecken / drehen, Hüfte/Knie/Fuß beugen / strecken, Finger / Zehen beugen /strecken,…

+ Haltungsschulung (aktiv, ökonomisch) z.B. im Sitzen, Stehen,…
bzw. Entlastung einzelner Gelenke z.B. Wirbelsäulen-, Hüft-, Kiefer-, Hand-, Fußgelenke,…

+ Training von Kraft, Ausdauer, Koordination, Sensibilität, Tonusregulierung, Bewegungsrhythmus/-tempo, Vertiefung der Atmung bzw. Schulung von Gleichgewichtsreaktionen und Geschicklichkeit z.B.: Ballspiele, Bewegungsübergänge, Yoga, Tanzen,Pezziball, Nordic Walking, Training am Standfahrrad, Minitrampolin,…  

+ achtsames/bewusstes Wahrnehmen und Benennen des eigenen Körpers (ganzer Körperabschnitte und einzelner Gelenke) bzw. Bewegungsmöglichkeiten und Grenzen entdecken (in Bezug auf den eigenen Körper,Raum und Zeit sowie im Kontakt mit anderen Menschen)  

+ Möglichkeiten erlernen, sich zu entspannen (um mit muskulärer und innerer Spannung besser umgehen zu können) z.B.: Jacobson / festhalten und loslassen, aktiv sein und ausruhen, die Körpermitte spüren / sich zentrieren, die Kraft der Atmung in Ruhe und in Kombination mit Bewegung wahrnehmen,…  

Angebot für die Gerontopsychiatrische Station 16/4:

.) Morgenaktivierung: Montag bis Freitag jeweils 08:00-08:30 
                                        Spaziergang in individuellem Tempo in der freien Natur

 .) Physio-Gruppe: (Bewegung, Haltung, Aktivierung, Wahrnehmung, Entspannung)
                                       Mittwoch 11:00-12:00
                                       im Tagraum auf Station, im Sitzen/Stehen, mit/ohne Therapiegerät/Musik

.) Physio-Einzel: Montag bis Donnerstag jeweils 09:00-10:00 und nach Vereinbarung
                                 auf Station im Patientenzimmer/am Gang/im Stiegenhaus
                                 im Physiotherapieraum (16/1)
                                 im Freien
                                 mit/ohne Therapiegerät  

 

Text von Astrid Dethloff, Physiotherapeutin der 2. Psychiatrische Abteilung OWS

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