Station A 1 Modellstation für neurologische und neuropsychologische Rehabilitation
« 1. Neurologische Abteilung

Stationsführender Facharzt  Dr. Wolfgang Jäger
Stationsschwester  Rita Baumgartner
Unser Team
Telefon: +43 1 880 00 - 372
Fax: +43 1 880 00 - 383

Medizinische Schwerpunkte

Die Zahl von 18.000 bis 20.000 jährlich hinzukommenden Schlaganfallerkrankungen in Österreich beleuchtet die Größenordnung jener Krankheitsgruppe, die an vielfältigen Insultfolgen leidend, einer neurologischen Rehabilitation bedarf, mit dem Ziel der alltagsrelevanten weitestgehenden Verselbständigung. Eine möglichst früh einsetzende, phasenadäquate neuropsychologisch orientierte Frührehabilitation im Neurologischen Krankenhaus versteht sich als eine Aufgabe, die von einem multiprofessionellen, vielköpfigen Team erbracht wird.

Begründung der neuropsychologischen Schwerpunktbildung:

Auf Basis von neuronaler Plastizität und strategischer Kompensation versteht sich die neuropsychologische Rehabilitation in erster Linie als Lernprozeß im Bereich unterschiedlicher Hirnfunktionen. Daß kognitive Strukturen und Prozesse unterschiedlicher Komplexität menschlichem Verhalten und Handeln zugrundeliegen, gilt heute als unbestritten.Dies trifft sowohl für automatisierte wie auch bewußt kontrolliert ausgeführte Handlungssequenzen zu. Untersuchungsergebnisse über intakte oder aber gestörte höhere Hirnleistungen in der Frührehabilitation von cerebralen Insulten und Blutungen ermöglichen ein grundlegendes Verständnis der jeweiligen Alltagsauswirkung der Erkrankungsfolgen.

Therapieangebote, die aufgrund der neuropsychologischen Untersuchungsergebnisse den jeweiligen Leistungsmöglichkeiten und Behinderungsmodalitäten zeitspezifisch und flexibel gerecht werden, ermöglichen sowohl dem betroffenen Patienten wie auch seinen behandelnden Therapeuten die neue Situation realistisch zu konstruieren und die jeweiligen Erkrankungespotentiale wahrzunehmen.

Unserem Rehabilitations-Team gehören seit 1.1.1997

  • 4 Physiotherapeuten,
  • 2 Ergotherapeuten,
  • 2 Logpäden,
  • 1 Psychologe,
  • 1 Neurolinguist,
  • 12 Krankenschwestern und
  • 2 Ärzte an.

Das Rehabilitationsteam ist eine berufsspezifisch-interdisziplinär vernetzte Gruppe, in der Gruppenprozesse mit ihrer Dynamik zum Tragen kommen. Neben verschiedenen persönlichen Arbeitsstilen werden unterschiedliche Zielsetzungen und persönliche Erfahrungen der Umsetzbarkeit von Therapiestrategien im Hinblick auf die jeweilige Alltagsrelevanz vertreten und im Sinne eines integrativen Prozesses einer Problemlösung zugeführt.

Aufnahmekritieren zur neuro-psychologisch orientierten Frührehabilitation:

  • Ausreichende basale Aufmerksamkeitsleitung (fokusierte, alternierende Daueraufmerksamkeitsleistung).
  • Fehlende schwerwiegende Störung der Arbeitsgedächtnisfunktion (Wir gehen von einem interaktiven, parallel verlaufenden Komponenten- und Prozeßansatz höherer Hirnfunktionen aus. Dabei spielt das Arbeitsgedächtnis eine bedeutsame Rolle).
  • Ausreichende basale Lernfähigkeit. 'Rehabilitation ist Lernen' (Lernfähigkeit läßt sich im verbalen, visuell-konstruktiven und zielorientierten Handlungsbereich darstellen. Lernen ist eine Aktivierung von prämorbid erworbenem Wissen und dessen Verknüpfung mit in der Rehabilitation relevantem Neuwissen, um Aufgaben im kognitiven Bereich lösen zu können, die sich im therapeutischen Alltag einer anspruchsvollen Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie ergeben).
  • Fehlende konsumierende Krankheiten.
  • Ausreichende kardiale Belastbarkeit.
  • Ausreichende Voraussetzung für eine täglich 3stündige, multiprofessionelle Rehabilitationstherapie, die in kleineren Zeiteinheiten über den Tag verteilt wird.

Eine bestehende Inkontinenz oder Aspirationsgefahr infolge begleitender Schluckstörungen stellt keinerlei Ausschlußgrund dar.

Entlassungsmodalität:

Die Wahl des Zeitpunktes und des Ortes, wohin der Patient entlassen wird, wie auch die Vorbereitung dieses Prozesses erfolgt zeitgerecht innerhalb der Rehabilitations-Teamkonferenz. Eine bewährte Mindestvoraussetzung zur Entlassung aus dem stationären Bereich stellt die Transferfunktion dar. Darin sollte der Patient bezüglich seiner erreichten Selbständigkeit im schlimmsten Fall noch geringe Hilfe benötigen, nach Möglichkeit nur mehr verbale Hilfestellung oder eine völlige Verselbständigung erreicht haben.

Krankenhaus Hietzing mit Neurologischem Zentrum Rosenhügel Verantwortlich für diese Seite:
Webredaktion KHR (KH Hietzing mit NZ Rosenhügel)