Beitrag vom: 06.12.2018

Digitalisierung und Gesundheit

Hacker und Hanke präsentierten das digitale Krankenhaus Nord

KHN-Digitales Krankenhaus; Foto: PID / Gokmen

Die Digitalisierung hat in den letzten Jahren alle Lebensbereiche erfasst. Privatleben, Freizeit, Beruf und auch die Services der öffentlichen Hand. Ohne digitale Leistungen ist eine moderne Gesellschaft nicht mehr denkbar. Die Wiener Stadtregierung hat sich es deshalb zum Ziel gesetzt, diese Entwicklungen aktiv und im Sinne der Menschen zu gestalten. Die Digitalisierung soll dem Menschen dienen, und nicht umgekehrt. Das spiegelt sich auch im Gesundheitswesen wider, wie das digitale Krankenhaus Nord beweist.

Wiens Bürgermeister Michael Ludwig und Digitalisierungsstadtrat Peter Hanke präsentierten am 28. November 2018 die ersten konkreten Projekte, die in den kommenden Jahren in den Kernbereichen Gesundheit, Bildung und Verwaltung umgesetzt werden. Heute, am 6. Dezember 2018, stellen Hanke und Gesundheitsstadtrat Peter Hacker gemeinsam mit KAV-Generaldirektor-Stellvertreter Herwig Wetzlinger und dem stv. Leiter der MA01, Werner Nabicht, die digitalen Neuerungen im Krankenhaus Nord vor und bieten einen Ausblick auf kommende Digitalisierungsprojekte im Wiener Gesundheitsbereich.

Wiens grundsätzliche Digitalisierungsziele gelten für alle Bereiche der Stadt

Einer der Erfolgsfaktoren Wiens ist, dass alle in unserer Stadt lebenden Menschen am Fortschritt teilhaben sollen. Nach diesem Prinzip hat sich Wien im Rahmen der Digitalisierungsstrategie fünf Ziele gesetzt:

  • Alle müssen Zugang zu den Vorteilen der Digitalisierung haben
  • Digitalisierung dient dem Menschen und nicht umgekehrt
  • Die Digitalisierung mit den Menschen gemeinsam voranbringen
  • Auf bestehenden Stärken aufbauen und diese weiterentwickeln
  • Digitalisierung spart auch Geld in der Struktur

„Digitalisierung ist eine Entwicklung, die kein Selbstzweck sein darf. Als Stadt Wien sehen wir die Chance darin, unterschiedliche Generationen durch neue Technologien zusammenzubringen. Dieser soziale Zusammenhalt macht unsere Stadt und ihre hohe Lebensqualität aus – insbesondere im Gesundheitsbereich. Das digitale Gesundheitspaket ist bereits das zweite mit konkreten und umsetzbaren Projekten, von denen alle Wienerinnen und Wiener profitieren. Digitalisierung ist in Wien keine leere Worthülse, sondern ein konkreter Fahrplan, der unsere Stadt auch weiterhin an der Weltspitze positionieren wird“, so Digitalisierungsstadtrat Peter Hanke.

Die Stadt Wien denkt Digitalisierung ganzheitlich. In einer Stadt sind alle Bereiche, im Großen wie im Kleinen, von der Digitalisierung betroffen, und die Stadt Wien will die Digitalisierung nutzen, um effizienter zu werden und damit auch Geld zu sparen. Wir wollen den Wienerinnen und Wienern damit Zeit sparen und ihre Wege verkürzen. Die Digitalisierungsstrategie „Digitale Agenda Wien“ wurde mit Wienerinnen und Wienern gemeinsam erarbeitet und wird 2019 auch erstmals im Gemeinderat beschlossen.

Darüber hinaus sind alle dazugehörigen Projekte, Initiativen, Ideen und die Digitalisierungs-Strategie der Stadt Wien auf der Website www.digitales.wien gesammelt abrufbar.

Fünf konkrete Digitalisierungsprojekte für die Stadt Wien

Bürgermeister Dr. Michael Ludwig hat sich gemeinsam mit den amtsführenden Stadträtinnen und Stadträten der Wiener Landesregierung zu den 5 Zielen am Weg zur Digitalisierungshauptstadt konkrete Digitalisierungsprojekte überlegt, die im ersten Halbjahr 2019 im Detail vorgestellt werden.

  • Digitalisierung und Infrastruktur
  • Digitalisierung und Bildung
  • Digitalisierung und Gesundheit
  • Digitalisierung und Sicherheit
  • Digitalisierung und Verwaltung

Die heutige Medienführung bietet einen ersten Einblick in kommende Digitalisierungsprojekte im Bereich Gesundheit und zeigt, wie das Krankenhaus Nord als „digitales Krankenhaus“ zu einem der modernsten Krankenhäuser Europas wird.

Krankenhaus Nord - Das digitale Krankenhaus

KHN-Digitales Krankenhaus; Foto: PID / Gokmen

„Die Besonderheit beim Krankenhaus Nord ist, dass sämtliche Innovationen zu einem Gesamtkonzept vereint wurden. Durch den hohen Digitalisierungsgrad werden die Prozesse und Abläufe deutlich beschleunigt. Für die Patientinnen und Patienten bedeutet das geringere Wartezeiten, mehr Komfort und natürlich auch ein höheres Maß an Sicherheit“, so Gesundheitsstadtrat Peter Hacker.

Das Gesamtkonzept umfasst sowohl die Architektur als auch die Prozesse, Medizin genauso wie Technik. All diese Bereiche werden durch hochmoderne EDV unterstützt: Rund 3.000 Medizintechnikgeräte – vom mobilen Ultraschallgerät bis zum Computertomographen – hängen am Netz. Das Spital verfügt über insgesamt 900 WLAN-Sender, die allen MitarbeiterInnen und PatientInnen flächendeckend kabellosen Internetzugang ermöglichen werden. Mehr als 24.000 IKT-Anschlussstellen sorgen für den Datenaustausch mit rund 2.500 Endgeräten wie PCs, Druckern, Monitoren oder Befund-Workstations.

Hoher Automatisierungsgrad und Digitalisierungsgrad des gesamten Spitals

Auch die Haustechnik dockt an die IKT an, denn etliche Prozesse werde über den Technischen Leitstand, der quasi die Kommandozentrale des Spitals darstellt, gesteuert und  überwacht: Heizung, Kühlung, Jalousien, die Rohrpostanlage, das fahrerlose Transportsystem, Aufzüge, Gartenbewässerung aber auch Sicherheitsmanagementsysteme gehen digital und vollautomatisch vonstatten.

Mehr Komfort für PatientInnen und Personal durch Digitalisierung

Nicht nur in der Sonderklasse sondern an jedem Krankenbett stehen für die PatientInnen schwenkbare Bildschirme mit Infotainment zur Verfügung: Internetzugang, Radio, Fernsehen, Spiele können individuell genutzt werden.

Papierloses Krankenhaus durch Vernetzung von Medizintechnik und EDV

Die Medizintechnik wird mit der EDV vernetzt, sodass Befunde die z. B. im Röntgeninstitut entstehen, direkt am Rechner der behandelnden MedizinerInnen abgerufen werden können. Auf diese Weise können nicht nur Bilder, sondern auch Videos in die EDV eingespeist werden, sodass die Prozesse im Krankenhaus Nord mit möglichst wenig Papier auskommen werden. In weiterer Folge können diese Daten auch mit dem OP-Videomanagement gekoppelt werden.

OP-Videomanagment

Die OperateuerInnen arbeiten heute in der Regel mit einer Vielzahl an Monitoren. Während auf einem Bildschirm Röntgenbefunde eingeblendet werden, ist auf einem anderen Monitor ein Live-Bild des chirurgischen Eingriffs zu sehen. Das OP-Videomanagement fasst auf einem Monitor übersichtlich sämtliche Bildquellen zusammen, wobei die unterschiedlichen Bilder von den operierenden ÄrztInnen bei Bedarf auch einzeln angewählt werden können.

Elektronische PatientInnenakte

PatientInnendaten sollen künftig elektronisch abgespeichert werden. Dadurch soll es im Krankenhaus Nord so wenig wie möglich PatientInnendaten in Papierform geben. Die während des Aufenthalts erzeugte medizinische Dokumentation gelangen unmittelbar in die Elektronische Patientenakte und stehen damit auch für spätere Spitalsbesuche zur Verfügung.

Hybrid-OP

Das KH Nord wird einen starken chirurgischen Schwerpunkt haben und neben dem AKH die einzige Herzchirurgie in Wien beherbergen. Eine High-Tech-Innovation ist der Hybrid-OP in der Herz- und Gefäßchirurgie des Krankenhauses, wo bildgebender Verfahren nun direkt im OP-Saal eingesetzt werden.

Fahrerloses Transportsystem über WLAN

Für die PatientInnen größtenteils unsichtbar, aber ebenso wichtig, sind die unterstützenden Leistungen, die im Hintergrund ablaufen und unter dem Begriff Facility-Management zusammengefasst werden. Dazu zählt etwa das unterirdische vollautomatische fahrerlose Transportsystem, das die Stationen mit Wäsche, Speisen oder Medikamenten versorgt. Rund 40 Roboter-Wagen führen dabei etwa 500 mittels WLAN gesteuerte Fahrten pro Tag durch.

Rohrpost - ein Klassiker wird hochmodern

Um eine Verbesserung eines schon bestehenden Systems handelt es sich bei der Rohrpostanlage. Wurden früher vor allem Krankengeschichten und Röntgenbilder versandt, wird die Rohrpost heute für dringend benötigte Lieferungen wie etwa Medikamente, Labor- und Blutproben verwendet. Bisher wurden die Proben händisch ausgepackt und von Mitarbeitern für die Analyse vorbereitet. Vollautomatisch wird es hingegen bei der neuen Rohrpost zugehen: Bereits auf der Station werden die Proben beim Erfassen der Anforderung für den Laborautomaten lesbar etikettiert. Dann werden sie mit der Rohrpost ins Labor geschickt, dort vollautomatisch entgegengenommen und analysiert. Etwa 100 Rohrpostversandhülsen mit 400 Proben pro Stunde sollen künftig angenommen und bearbeitet werden können. Transportiert werden sie mit verschiedenen Geschwindigkeiten: So können besonders heikle Laborproben im „Schongang“ verschickt werden, besonders dringende Lieferungen kommen in die „Überholspur“.

Neue Website informiert über weitere Umsetzungsschritte

Aktuelle Bilder, Infos über technische Features und über die spitzenmedizinischen Leistungen des KH Nord sind ab sofort auf der Website www.khnord.at zu finden. Hier kann man auch den aktuellen Zeitplan bis zur Inbetriebnahme mitverfolgen.

Ausblick: Weitere Digitalisierungsprojekte im Wiener Gesundheitswesen

Die elektronische Fieberkurve

Hinter diesem Begriff versteckt sich die elektronische Erfassung von verabreichten Medikamenten, von Vital- und Überwachungsparametern, Laborergebnissen oder auch klinischen Anordnungen direkt am Bett. Die ersten Pilotversuche werden in naher Zukunft im AKH und in den Wiener Städtischen Krankenhäusern (WSK) erfolgen.

Elektronische Terminkalender

In Zukunft soll die Terminvereinbarung zum Beispiel in Spitalsambulanzen oder auch für wiederbestellte Patientinnen und Patienten online erfolgen. Erste Pilotprojekte wurden im AKH und im Krankenhaus Hietzing erfolgreich umgesetzt.

eCard-Self-Check-In

Anstatt in Stoßzeiten auf die Anmeldung zu warten, soll diese künftig selbst und bequem über so genannten eCard-Self-Check-In-Terminals möglich sein. Erste Pilotprojekte wurden im AKH erfolgreich getestet und umgesetzt.

Ambulanzwartezeiten online

Die Ambulanzwartezeiten sind in den Krankenhausinformationssystemen bereits vorhanden. Dieser Datensatz soll aufbereitet und für die Wienerinnen und Wiener zugänglich gemacht werden. So werden die Ambulanzwartezeiten online abrufbar sein.

Digitale Ortungssysteme für Equipment

Oft muss es schnell gehen und jede Sekunde zählt. Deshalb ist es besonders wichtig, das richtige Equipment zur richtigen Zeit am richtigen Ort vorzufinden. Deshalb soll es in Zukunft digitale Ortungssysteme für medizintechnisches Equipment geben. Die infrastrukturellen Voraussetzungen dafür sind in den neuen Spitalsbauten bereits großteils gegeben.

Digitale Leitsysteme

Mittels App sollen Patientinnen und Patienten aber auch Besucherinnen und Besucher ihr gewünschtes Ziel schneller Finden. Eine Pilot-App dazu ist in Entwicklung, ein Pilotversuch im Krankenhaus Hietzing geplant.



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