Beitrag vom: 11.10.2018

KHN: Übersiedlungsplan als Meilenstein Richtung Vollbetrieb

Stadtrat Hacker und KAV-Management betonen: Zeitplan und Kostenrahmen halten

Pressekonferenz zu KH-Nord-Uebersiedelungskonzept; Foto: PID / Alexander Kromus Der Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV) kommt der Fertigstellung des Krankenhauses Nord einen entscheidenden Schritt näher.

Die Eckdaten für die Übersiedlungen ins  Krankenhauses Nord sind fix. „Der Übersiedlungsplan ist unser nächster Meilenstein. Wir bewältigen damit einen großen organisatorischen Aufwand und verlieren andererseits unser wichtigstes Ziel nicht aus den Augen: Alles zum Wohle der Wiener Patientinnen und Patienten zu tun“, so Peter Hacker, Stadtrat für Soziales, Gesundheit und Sport bei der heutigen Pressekonferenz mit dem KAV-Vorstand – Evelyn Kölldorfer-Leitgeb, Herwig Wetzlinger und Michael Binder –, sowie der Grünen Gesundheitssprecherin Birgit Meinhard-Schiebel und der Vorsitzenden der Hauptgruppe II in der Gewerkschaft Younion, Susanne Jonak.

Ende Mai 2019 starten die Übersiedlungen und werden binnen eines Monats abgeschlossen sein. Bereits im Juni werden die ersten PatientInnen aufgenommen. Über den Sommer werden die Kapazitäten sukzessive hochgefahren, damit schließlich im September 2019 das Krankenhaus Nord im Vollbetrieb sein wird. Damit liege das Krankenhaus Nord im Zeit- und auch im Kostenplan, betonte der für das Krankenhaus Nord zuständige KAV-Generaldirektor-Stellvertreter Herwig Wetzlinger.

Drei Standorte übersiedeln komplett

Insgesamt werden drei Krankenhaus-Standorte komplett in das neue Krankenhaus Nord übersiedeln: Die Semmelweis-Frauenklinik, das Orthopädische Spital Gersthof und das Krankenhaus Floridsdorf. Zusätzlich siedeln mehrere Abteilungen aus dem Otto-Wagner-Spital und dem Krankenhaus Hietzing, Kinderbetten aus der Krankenanstalt Rudolfstiftung und dem Wilhelminenspital sowie ein Teil der Unfallchirurgie aus dem Donauspital. Jeweils im Wochentakt übersiedeln folgende Standorte in insgesamt vier Etappen:

  1. Das Krankenhaus Floridsdorf mit den Fächern Innere Medizin mit Akutgeriatrie, Allgemeinchirurgie, Anästhesie und Intensivmedizin sowie wesentlichen Funktionsbereichen wie der Zentralen Notaufnahme, Radiologie, Labor und Therapie sowie die 4. Psychiatrie aus dem Otto-Wagner-Spital. Zusätzlich wird die neue Kinder- und Jugendpsychiatrie in Betrieb genommen.
  2. Das Orthopädische Krankenhaus Gersthof sowie unfallchirurgische Betten aus dem Donauspital.
  3. Die Semmelweis Frauenklinik , die Kinder- und Jugendheilkunde-Station der Krankenanstalt Rudolfstiftung sowie 6 Betten der Neonatologie-Überwachung aus dem Wilhelminenspital.
  4. Herzchirurgie,  Kardiologie, Teile der Anästhesie/Intensivmedizin sowie Radiologie aus dem Krankenhaus Hietzing sowie ein großer Teil der 1. Pulmologie und Thoraxchirurgie aus dem Otto-Wagner-Spital.

„Eng verzahnte Bereiche wie Unfallchirurgie und Orthopädie, Geburtshilfe und Neonatologie bzw. Kinderheilkunde, Herz- und Gefäßchirurgie und Kardiologie, Thoraxchirurgie und Pulmologie übersiedeln jeweils gemeinsam. Die Intensiv- und Überwachungsstationen sowie das OP-Zentrum, aber auch die unterstützenden Bereiche und Institute werden Stufe für Stufe entsprechend der jeweiligen medizinischen Abteilungen in Betrieb genommen“, erläutert der Medizinische Direktor des KAV, Michael Binder, den Plan.

Pressekonferenz zu KH-Nord-Uebersiedelungskonzept; Foto: PID / Alexander Kromus Damit die Übersiedelung in den einzelnen Krankenhäusern reibungslos von statten gehen kann, verfolgt der Übersiedlungsplan zudem folgende Zielsetzungen: Es übersiedeln keine PatientInnen mit Ausnahme von gehfähigen PsychitatriepatientInnen und möglichst keine Medizintechnik mit definierten Ausnahmen, zudem keine EDV und Möbel. Im Krankenhaus Nord wird es eine Grundausstattung mit nötigem Material sowie Medizintechnik auf dem neuesten Stand und einheitliche Möblierung geben. Übersiedeln wird also ausschließlich das Personal. „Es ist daher besonders wichtig, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zeitgerecht informiert werden und in die Details der Übersiedlung eingebunden sind. Wir werden dafür garantieren, dass der Informationsfluss gewährleistet ist und die Übersiedlung für die MitarbeiterInnen reibungslos abläuft“, so die Gesundheitssprecherin der Grünen Wien, Birgit Meinhard-Schiebel.

In den Tagen vor der Übersiedlung wird der Betrieb sukzessive heruntergefahren und die Akutversorgung in dieser Zeit durch andere Abteilungen übernommen. Geplante Eingriffe und Geburten werden für den Zeitraum der Übersiedlung bereits vorab in anderen KAV-Spitälern geplant. „Wir haben viel Erfahrung mit Veränderungs- und Übersiedlungsprozessen bei laufendem Betrieb. Gerade ein Verbund wie der KAV hat hier den großen Vorteil, dass durch die sehr gute Zusammenarbeit zwischen den Spitälern die PatientInnenversorgung zu jeder Zeit sichergestellt ist.“, so KAV-Generaldirektorin Evelyn Kölldorfer-Leitgeb.

Nachdem von diesen Veränderungen so gut wie alle KAV-Spitäler betroffen sind, entweder weil Einheiten übersiedeln oder weil sie in diesem Zeitraum Kapazitäten freimachen werden müssen, wurde die derzeitige Planung mit den Direktorinnen und Direktoren aller KAV-Spitäler erörtert. Zwischen Oktober und Dezember ist es nun die Aufgabe aller betroffenen Einheiten, die Detailplanungen und Feinabstimmungen vor Ort gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern durchzuführen.

Technik im Betrieb – Vorbereitung für PatientInnenbetrieb laufen

Die Vorbereitung für den PatientInnen-Betrieb für geschätzte 46.000 stationäre PatientInnen und etwa 250.000 erwartete Ambulanzbesuche jährlich laufen auf Hochtouren. So ist das Krankenhaus Nord technisch bereits weitgehend in Betrieb: Heizung, Klima, Lüftung, Dampf, Strom und Wasser laufen bereits. Das Zusammenspiel aller Anlagen und der Sicherheitseinrichtungen wird aktuell getestet. Derzeit werden zudem Möbel, EDV und Medizintechnik installiert, z. B. wurden im September die fünf Herz-Lungen-Maschinen und der Hybrid-OP-Tisch geliefert, aber auch Magnetresonanztomographen und Computertomographen.

Seit Jahresbeginn laufend Personalschulungen

Pressekonferenz zu KH-Nord-Uebersiedelungskonzept; Foto: PID / Alexander Kromus Von Februar 2018 bis Sommer fanden laufend Personal-Schulungen zum künftigen Arbeitsplatz, zu Abläufen und zur Infrastruktur statt. Im September wurden die ersten Schulungen für ortsveränderliche medizinisch-technische Geräte, wie z.B. Defibrillatoren, Lasertherapiegeräte, Ernährungspumpen abgehalten.

Die nächsten Schulungen der medizintechnischen Ausstattung ab Jänner 2019 finden bereits in den jeweiligen Bereichen des Krankenhauses Nord statt. Vorrangig liegt der Fokus der Schulungen dann bei den ortfesten Geräten, beispielsweise Röntgengeräten, Medikamentenkühlschränken, digitalen OP-Systemen etc. Außerdem finden bereits die Behördenvorbegehungen zur Vorbereitung für das sanitätsrechtliche Behördenverfahren statt.

Fahrplan 2019: Ab April Test im Echtbetrieb

Im April 2019 beginnt die klinische Betriebssimulation. Das bedeutet: Teams üben den Echtbetrieb mit ProbepatientInnen, z. B. mit den Schülerinnen und Schülern aus den Wiener Krankenpflegeschulen. „Mit dem Krankenhaus Nord entsteht eines der modernsten Krankenhäuser Europas und die Anstrengungen der letzten Wochen und Monate zahlen sich aus, wenn das Krankenhaus im Sommer nächsten Jahres für die Wienerinnen und Wiener geöffnet sein wird und damit die medizinische Versorgung in der Stadt weiter verbessern wird“, ist Stadtrat Hacker überzeugt.

Auf ein Blick: Was kommt alles ins KH Nord?

Übersiedlung der medizinischen Abteilungen ins Krankenhaus Nord; Grafik: PlanSinn / Eva Schuster


Zusätzlich werden anteilig Leistungen der Anästhesie- und Intensivmedizin, der Institute sowie der nicht klinischen Bereiche von allen Übersiedlungsstandorten transferiert. (Stand: August 2017)



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