Beitrag vom: 20.12.2017

Krankenhaus Nord: Volle Auslastung im Sommer 2019 gegeben

Frauenberger und Wetzlinger stellten Neuerungen und Projektplan des KH Nord vor

Impression Krankenhaus Nord; Foto: KAV / Albert Wimmer
Im Rahmen der heutigen Pressekonferenz stellten die Stadträtin für Soziales, Gesundheit und Frauen, Sandra Frauenberger, KAV-Generaldirektorin-Stellvertreterin Evelyn Kölldorfer-Leitgeb und KAV-Direktor Herwig Wetzlinger den weiteren Fahrplan zum Krankenhaus Nord vor. „Der detaillierte Terminplan für das Krankenhaus Nord ist fixiert. Der Vollbetrieb, das heißt die volle Auslastung des neuen Spitals, wird im Sommer 2019 erreicht sein“, so Wetzlinger. „Zudem gibt es speziell für diese kritische und wichtige Phase des Projektes, nämlich die Inbetriebnahmephase, einige Neuerungen wie die Stärkung der Bauherrenrolle mit der Einrichtung eines neuen mit Expertinnen und Experten besetzten Lenkungsausschusses und eine enge Kooperation mit dem AKH Wien und der MedUni Wien“, erläuterte Frauenberger.

„Das Krankenhaus Nord ist ein wichtiger Eckpfeiler des Wiener Spitalskonzeptes. Bis zum Jahr 2030 werden in drei Regionen sechs Spitäler und das AKH Wien die Gesundheitsversorgung der Wienerinnen und Wiener übernehmen“, so Kölldorfer-Leitgeb.  Die medizinische Versorgung Wiens wird in Zukunft in drei Regionen organisiert (Nord/Ost, Süd und West). In jeder Region gibt es zwei Partnerspitäler, deren Leistungsangebot aufeinander abgestimmt und einander ergänzend ist. Das AKH Wien bleibt als Universitätskrankenhaus in vollem Umfang und mit seinem derzeitigen Leistungsangebot bestehen. An allen Standorten wird auch in Zukunft medizinische Grundversorgung angeboten. Ein wesentlicher Eckpfeiler des Wiener Spitalskonzepts 2030 ist die Schaffung von Zentren. Es wird zwei Arten von Zentren geben: interdisziplinäre - hier wird fächerübergreifend zusammen gearbeitet; monodisziplinäre: hier wird hohe Expertise in einem bestimmten Fach aufgebaut.

Das Krankenhaus Nord wird gemeinsam mit dem Donauspital die Region Nord/Ost versorgen. Diese beiden Häuser werden gemeinsam die Versorgung übernehmen, mit einander ergänzenden und aufeinander abgestimmten Leistungen. Im Krankenhaus Nord werden künftig jährlich rund 46.000 Menschen stationär versorgt und etwa 250.000 Ambulanzbesuche erwartet. Drei Spitalsstandorte, nämlich die Semmelweis Frauenklink, das Orthopädische Krankenhaus Gersthof sowie das Krankenhaus Floridsdorf, werden komplett ins Krankenhaus Nord übersiedeln. Aus anderen KAV-Spitälern übersiedeln einzelne Abteilungen bzw. Betten. Neu geschaffene Abteilungen gibt es im Bereich der Kinder- und Jugendheilkunde, der Kinder- und Jugendpsychiatrie, der Orthopädie und Traumatologie sowie der Anästhesie und Intensivmedizin.

Im Krankenhaus Nord wird es ein hochmodernes Notfall-Zentrum als erste Anlaufstelle für Notfälle geben. Durch die Trennung des Akutbereiches (Notfall) vom planbaren Bereich ist die Einrichtung von Fachambulanzen mit Terminen und dadurch kurzen Wartezeiten möglich. Das moderne OP-Zentrum verfügt über 16 OP-Säle, die ganztägig bespielt werden und eng mit dem Intensivzentrum kooperieren.

Bauliche Fertigstellung nach Plan, Behördengenehmigung soll zu Beginn 2019 vorliegen

Impression Krankenhaus Nord; Foto: KAV / Albert Wimmer
„Wie kürzlich angekündigt, habe ich mir ein Bild vom derzeitigen Projektplan für das Krankenhaus Nord gemacht, um zeitnah zu berichten, wo wir stehen und wie es weitergehen wird“, so Wetzlinger. Dabei werde natürlich seine bisherige langjährige Erfahrung mit vergleichbaren Großbauprojekten einfließen und es werde Neuerungen geben, kündigte Wetzlinger an. Nach reiflichen Überlegungen hätten sich Wetzlinger und sein erfahrenes Team entschieden, den baulichen, technischen und behördlichen Teil des Projektes von der medizinischen Inbetriebnahme zu entflechten. Dies bedeute, dass das Krankenhaus Nord um etwa ein halbes Jahr später als derzeit geplant in Betrieb gehen werde. Der bisherige Terminplan wäre zwar realistisch und theoretisch umsetzbar, der neue Zeitplan nähme jedoch Druck und Risiko aus dem Projekt. Der Vollbetrieb, das heißt die volle Auslastung des Krankenhaus Nord, wird nun im 3. Quartal 2019 gegeben sein.

Das Krankenhaus Nord wird – wie geplant und angekündigt - heuer noch baulich größtenteils fertiggestellt werden. Im Jahr 2018 erfolgen dann letzte bauliche Details sowie die Mängelbehebung. Dabei ist es auch wichtig zu wissen, dass die immer wieder zitierten 8000 Mängel bei einem Projekt dieser Größenordnung keine außergewöhnlich hohe Anzahl darstellen. Wesentlich ist einzig, dass die Mängel, die bei jedem Bauprojekt entstehen, laufend erkannt und zeitnah abgearbeitet werden, was bereits passiert.

Technik, IKT und Medizintechnik werden im Jahr 2018 abgewickelt

Ebenso im Jahr 2018 erfolgen die technischen Probebetriebe für EDV und IKT sowie jene der Medizintechnik. Auch die Schulungen der medizintechnischen Geräte und betriebsorganisatorischen Abläufe laufen über das gesamte Jahr 2018, genauso wie die Behördenbegehungen und -bewilligungseinreichungen. Das Ziel bleibt aufrecht, dass Ende 2018 die Fertigstellungsanzeige zur Betriebsübernahme bei der zuständigen Behörde erfolgen soll. Sofern der Bescheid positiv ausfällt, kann dann im Jahr 2019 neben der Abarbeitung allfälliger Behördenthemen die medizinische Inbetriebnahme inklusive klinischem Probebetrieb starten. Ziel ist es, den Vollbetrieb der PatientInnenversorgung innerhalb von drei Monaten sicherzustellen, sodass die volle Auslastung des Krankenhaus Nord im Sommer 2019 gegeben ist.

Verstärkung der internen Bauherrenrolle und Kooperation mit dem AKH Wien

„Was wir jetzt brauchen, ist eine für diese wichtige  und finale Projektphase dementsprechend aufgestellte Organisation und gute Kooperationen“, erläutert der neue Krankenhaus Haus Nord-Verantwortliche Wetzlinger. Daher werde der Bauherr mit einem neuen Lenkungsausschuss verstärkt, in dem sich unter dem Vorsitz von Wetzlinger der gesamte KAV-Vorstand befindet sowie neben einer Vertreterin bzw. einem Vertreter der Personalvertretung auch der Technische Direktor des AKH Wien, Siegfried Gierlinger. Auch vertreten sein werden im neuen Lenkungsausschuss der Ärztliche Direktor des Partnerspitals Donauspital, Lothar Mayerhofer sowie die zukünftigen Kollegialen Führung des Krankenhaus Nord, die Anfang nächsten Jahres bestellt wird.

Zur raschen Sicherung des Vollbetriebes nach Plan wird das Krankenhaus Nord-Team ab sofort auch in enge Kooperation mit dem AKH Wien treten. Bei der klinischen Inbetriebnahme werden Ärztliche und Pflegedirektion unterstützend mitwirken. Im künftigen KAV-Simulationszentrum, das am Krankenhaus Nord-Gelände situiert sein wird und europaweit seinesgleichen sucht, werden dann in einem ersten Schritt gemeinsam mit der MedUni Wien sämtliche Schulung in Vorbereitung für den Betrieb des Krankenhaus Nord stattfinden.

Rechnungshofempfehlungen in Umsetzung

Der Rechnungshof hat dem KAV kürzlich den Rohbericht zum Krankenhaus Nord übermittelt. Der KAV wird nun seine Stellungnahmen dazu übermitteln. „Von den insgesamt 55 Empfehlungen betreffen 23 das Krankenhaus Nord. Diese sind bereits in Abarbeitung, einige davon bereits umgesetzt. Die restlichen Empfehlungen beziehen sich auf künftige Bauprojekte.

 

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