Psychiatrische Abteilung
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Medizinische Schwerpunkte

Die Gesundheitspolitik in Wien hat mit der Schaffung einer Psychiatrischen Abteilung im Kaiser Franz Josef-Spital einen neuen Weg im österreichischen Gesundheitswesen beschritten. Die Integration der Psychiatrie in die Allgemeinmedizin bringt nicht nur den Vorteil der ganzheitlichen, gemeindenahen Betreuung psychiatrischer Patienten, für die das gesamte medizinische Fachspektrum eines Schwerpunktkrankenhauses zur Verfügung steht. Auch die somatisch-medizinischen Disziplinen haben durch die Integration der Psychiatrie den Vorteil für ihre Patienten, dass psychische, psychosomatische oder psychotherapeutische Probleme, die während der Behandlung auf den Stationen auftreten, durch den psychiatrischen Konsiliardienst effizient mitbehandelt werden können. Verlauf, Prognose und Aufenthaltsdauer im Krankenhaus können so günstig beeinflusst werden.

Die Abteilung hat einen Vollversorgungsauftrag für die stationäre Behandlung psychisch kranker Erwachsener aus dem 10. Wiener Gemeindebezirk.

Es werden Patienten sämtlicher psychiatrischer Erkrankungen in Therapie genommen. Ungefähr 30 % der Patienten, die die Hilfe der Abteilung brauchen, leiden an Alkohol- oder Drogenproblemen, etwa 25% aller Erkrankungen sind aus dem schizophrenen Formenkreis, die übrigen Diagnosen sind manisch-depressive Erkrankungen, schwere Persönlichkeitsstörungen, akute Belastungsreaktionen und schwere Neurosen. Die älteren Menschen auf der Abteilung leiden meist an psychischen Erkrankungen des höheren Lebensalters wie Wahnbildung, Depressionen, vorrübergehende Verwirrtheitszustände und psychische Störungen aufgrund eines altersbedingten Gehirnabbaues.

Die Behandlung auf der Station umfasst Medikamente, psychotherapeutische Gespräche, Ergotherapie und Physiotherapie und findet in Form eines vielfältigen einzel- und gruppentherapeutischen Angebotes statt. Außenkontakte werden gefördert, Ausgänge sind möglich, sobald die akuten Symtome einer Erkrankung mit Psychopharmaka und einer entsprechenden Betreuung so gemildert sind, dass eine neue Orientierung möglich ist. In seltenen Fällen kann es notwendig sein, einschränkende Maßnahmen gegen den Willen des Patienten zu setzen, nämlich wenn Selbst- oder Fremdgefahr besteht. In diesen Fällen wird sofort die Patientenanwaltschaft informiert. Die Angehörigen werden in den Betreuungsprozess miteinbezogen, es wird eine Gruppe für Angehörige angeboten.

Als abschließender Schritt ist es sehr wichtig, die bereits erwähnte Nachbetreuung außerhalb des Krankenhauses frühzeitig zu organisieren.

Auch in der Anwendung alternativer, psychiatrischer Behandlungskonzepte sieht die Abteilung ein großes innovatives Potential. Bei diesen therapeutischen Ansätzen steht neben der psychiatrischen Behandlung eine intensive persönliche Betreuung und Begleitung durch die Familie und durch Freunde oder professionelle Begleiter. Insgesamt ist es der Abteilung ein besonderes Anliegen, ein gesundheitsförderndes Klima zu schaffen.

Dies alles und die zunehmende Enttabuisierung psychischer Störungen wird dazu beitragen können, den Menschen professionelle Hilfsangebote und Leistungen einer modernen, an den Bedürfnissen orientierten Psychiatrie, anzubieten.


Der psychiatrische Konsiliardienst
 

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