Rheuma- und Knochen-Ambulanz für Kinder und Jugendliche
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Dr. Maryse Ndjave
Telefon: +43 1 601 91 - 2850

Anmeldung: Termine nur nach telefonischer Voranmeldung

Schwerpunkte der Ambulanz

Allgemeines:

Die Ambulanz für Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises im Kindes –und Jugendalter stellt einen Schwerpunkt des Preyer`schen Kinderspitals dar. Wir begleiten PatientInnen vom Kleinkindesalter bis zum 18. Lebensjahr und arbeiten bei Bedarf engmaschig interdisziplinär mit anderen Spezialambulanzen des Hauses, insbesondere mit der orthopädischen Ambulanz,  zusammen. Darüber hinaus steht uns ein erfahrenes Team aus Physio –und ErgotherapeutInnen, DiätassistentInnen, sowie PsychologInnen zur Seite.

Häufig erfolgt die Erstvorstellung nach Zuweisung durch den niedergelassenen Kinderfacharzt, Hausarzt, orthopädischen Facharzt, unsere interne Ambulanz oder andere Krankenhäuser. Eine selbständige Anmeldung bei unklaren Beschwerden des Bewegungsapparates ist jedoch nach telefonischer Voranmeldung ebenfalls möglich. Nach Möglichkeit sollen bestehende Vorbefunde wie z.B. Blutbefunde mit Entzündungsparametern, Infektiologische Befunde oder radiologische Befunde (Röntgen/Ultraschall/MRT des betroffenen Gelenks) mitgebracht werden.

Die meisten Krankheitsbilder können ambulant diagnostiziert und behandelt werden. In Einzelfällen ist bei umfassenderen Untersuchungen oder schweren akuten Verläufen, jedoch eine Abklärung an unserer Tagesklinik (Tagesaufnahme) oder einer unserer internen Stationen (mehrtägiger Aufenthalt), notwendig.

 

Schwerpunktmäßig betreuen wir Kinder mit folgenden Diagnosen:

Juvenile idiopathische Arthritis:

In Österreich leidet 1 von 1000 Kindern an dieser chronischen Autoimmunerkrankung, jährlich erkranken 8 von 100.000 Kindern neu. Sie ist gekennzeichnet durch die Entzündung eines oder mehrerer Gelenke, meist verbunden mit Schmerzen, Schwellungen, Überwärmung und Schonung der betroffenen Gelenke. Unbehandelt kommt es zu Gelenksschäden mit Funktionseinschränkungen und Fehlstellungen. Dank großer Fortschritte in der medikamentösen Therapie in den letzten Jahren, können bei frühzeitigem Therapiebeginn bleibende Gelenksschäden jedoch meist verhindert oder zumindest gering gehalten werden.

Reaktive und parainfektiöse Arthritiden:

Diese Gruppe stellt den größten Anteil an entzündlichen Erkrankungen des Bewegungsapparates dar. Es handelt sich um akute Gelenksentzündungen ohne dauerhafte Schädigung. Ausgelöst werden sie durch virale oder bakterielle Infektionen, die in der Regel gut behandelbar sind.

Kollagenosen:

Dazu gehören beispielsweise der systemische Lupus erythematodes, die juvenile Dermatomyositis, die Sklerodermie und Mischkollagenosen. Bei diesen komplexen Autoimmunerkrankungen stehen die Gelenksbeschwerden meist im Hintergrund, entzündlich betroffen sind jedoch andere Organsysteme wie Muskeln, Haut und innere Organe (Niere, Leber, Milz, Herz, Lunge etc.). Die Behandlung erfordert oft engmaschige Kontrollen mit interdisziplinären Therapieansätzen und immunsuppressiver Medikation.

Periodische Fiebersyndrome:

Es sind derzeit 8 unterschiedliche periodische Fiebersyndrome bekannt. Beispiele sind etwa das Familiäre Mittelmeerfieber (FMF), das TNF-Rezeptor-assoziierte periodische Syndrom (TRAPS) oder die zyklische Neutropenie (ZN). Die meisten Fiebersyndrome sind genetisch bedingt und lassen sich auf diesem Weg diagnostizieren. Grundsätzlich sind diese seltenen Krankheitsbilder durch mehr oder weniger periodisch auftretende Fieberschübe mit unterschiedlichen Begleitsymptomen (Lymphknotenschwellungen, Gelenksschwellungen, Hautausschläge, Hals/Rachenentzündungen, Bauchschmerzen uvm.) gekennzeichnet. Die Prognosen sind Großteils gut.

Schmerzverstärkungssyndrome:

Wir unterscheiden primäre Schmerzverstärkungssyndrome, denen keine fassbare Erkrankung vorausgeht, und sekundäre Schmerzverstärkungssyndrome, die beispielsweise nach bzw. begleitend bei einer juvenilen idiopathischen Arthritis auftreten können. Gemeinsam sind ihnen chronische Schmerzen des Bewegungsapparates, ohne dass dabei entzündliche oder degenerative Veränderungen gefunden werden können. Sie sind oft durch massive Heftigkeit gekennzeichnet, können eine begrenzte Körperregion betreffen oder diffus generalisiert auftreten. Die Behandlung ist komplex multimodal und umfasst u.a. physiotherapeutische und ergotherapeutische Maßnahmen, sowie psychologische Unterstützung im Sinne von Stressreduktion, Entspannungstechniken und Aktivitätstraining.

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