Ambulanz für hormonelle Störungen (Endokrinopathie) und Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) für Kinder und Jugendliche
« Ambulanzen der Kinder- und Jugendabteilung

SpOA Dr. Peter Blümel
SpOÄ Dr. Andrea Jäger
SpÄ Dr. Doris Brunner
Telefon: +43 1 601 91 - 2850

Anmeldung: Termine nur nach telefonischer Voranmeldung

Weiter FachärztInnen:

Dr. Veronika Polland (Diabetes) Klappe 72721

 

Allgemeines:

Die Ambulanz für hormonelle Störungen und Zuckerkrankheit stellt einen der medizinischen Schwerpunkte des Gottfried von Preyer´schen Kinderspitals dar. In dieser Ambulanz erfolgt zum einen die Begutachtung von Kindern und Jugendlichen bei denen der Verdacht auf Störungen aus diesem Teilgebiet vorliegt. Zusätzlich erfolgt hier die Betreuung von PatientInnen mit Erkrankungen aus diesem Formenkreis vom Neugeborenenalter bis hin zum jungen Erwachsenen.

 

Ambulante Betreuung-Erstkontakt:

Der Erstkontakt erfolgt im Regelfall durch eine Vorstellung der PatientInnen in der Spezialambulanz. Diese Vorstellung erfolgt häufig über einen zuweisenden Arzt der die PatientInnen mit einer speziellen Fragestellung vorstellt. Dabei erfolgt nach dem Ambulanzbesuch eine Rückmeldung an ihren zuweisenden Arzt, der dann in den vielen Fällen, die keiner speziellen Behandlung bedürfen, die weiteren Kontrollen übernehmen kann. Eine weitere Möglichkeit zur PatientInnenvorstellung in der Spezialambulanz ist die direkte Anmeldung ohne Zuweisung (Telefonklappe 2850). Um ihr Anliegen richtig vermitteln zu können und um Zuordnungen zu einer nicht zuständigen Spezialambulanz zu vermeiden, werden in dieser Situation bei der Anmeldung häufig einige Vorinformationen benötigt. Bei Unsicherheit ihrerseits empfiehlt sich dann eventuell zuvor eine kurze Rücksprache mit ihrem Hausarzt oder ein Besuch unserer allgemeinen Ambulanz (Mo-Fr 8.00 - 12.00 Uhr).

 

Ambulante Untersuchung:

Um einen ausreichenden Zeitrahmen für die häufig umfassenden Betreuungsgespräche zu haben, erfolgt die ambulante Begutachtung über ein Voranmeldungssystem. Dies hilft uns unnötige Wartezeiten zu vermeiden. Um uns einen möglichst reibungslosen Ablauf zu ermöglichen, bitten wir Sie deshalb die vorgegebenen Termine zu beachten. Für akute Problemfälle stehen unseren PatientInnen die betreuenden ÄrztInnen (siehe Telefonklappen oben) auch außerhalb des Vormerksystems gerne zur Verfügung.

Bei der ambulanten Erstvorstellung erfolgt neben der ausführlichen Datenerhebung auch immer eine komplette körperliche Untersuchung der PatientInnen. Häufig lässt sich bereits im Anschluss daran eine Beratung in Bezug auf die aufgeworfene Fragestellungen geben. In einigen Fällen können aber auch weitere Untersuchungen (z.B. Blutabnahmen, Röntgenuntersuchungen, etc.) notwendig werden. Wenn eine ausgedehntere Diagnostik notwendig ist (im Regelfall bei weniger als 10 % aller untersuchten PatientInnen), erfolgt diese dann im Tageszimmer oder selten im Rahmen eines stationären Aufenthaltes. Neben der Erstdiagnostik erfolt in der Spezialambulanz auch die weitere Nachkontrolle oder, falls notwendig, auch Behandlungskontrolle derjenigen PatientInnen, die nicht außerhalb des Hauses betreut werden können.

 

Diagnostische Durchuntersuchung - Tageszimmer:

Neben der ambulanten Versorgung sind bei Fragen nach hormonellen Störungen immer wieder einige Stunden in Anspruch nehmende Untersuchungen notwendig. Diese Untersuchungen umfassen zum einen häufig Funktionstests (Überprüfung von hormonellen Zusammenhängen im Körper) durch einige Laborproben, zusätzlich auch die im Haus durchgeführte Röntgenuntersuchung (selten) und die viel häufiger notwendige Ultraschalluntersuchungen, sowie zusätzlich auch außerhalb des Hauses (an oft auch im Ausland gelegene Spezialuntersuchungsstellen) zu versendende Analysen. Solche Untersuchungen dauern im Regelfall einen Vormittag und werden komplett durch den betreuenden Arzt vorbereitet und dann an der Tagstation durchgeführt (Information: Stat.Sr.DKKS Sonja Koffler Klappe 72620).

 

Diagnostische Durchuntersuchung - Behandlung stationär:

Nur in seltenen Fällen ist zur Abklärung bzw. Behandlungseinstellung endokrinologischer Krankheitsbilder eine mehrtägige stationäre Aufnahme notwendig. Diese erfolgt ebenfalls vorbereitet, meistens auf der Internen 2 Station, wobei, so gewünscht, auch die Mitaufnahme eines Elternteiles vorgeplant wird. (Informationen: Interne 2 Stat.Sr. DKKS Brigitte Beck Klappe 2640). Eine unbedingte Notwendigkeit zur stationären Aufnahme über einige Tage (natürlich mit Eltern) ergibt sich hingegen bei der Erstmanifestation einer Zuckerkrankheit. Neben den notwendigen medizinischen Behandlungen wird die Zeit dazu verwendet den PatientInnen, aber auch immer seine Eltern mit der Zuckerkrankheit, ihrer Behandlung und den notwendigen Begleitmaßnahmen (Selbstkontrolle) vertraut zu machen. Ziel dieser Maßnahmen ist es Sie und ihr Kind zu selbstständigen PatientInnen, fast sogar zu Spezialisten in der Zuckerkrankheitsbetreuung zu machen. Selbstverständlich immer unter Anleitung, Betreuung und der Möglichkeit zur Kontaktaufnahme mit dem Diabetesteam. Dieses Team umfasst neben den namentlich bereits aufgeführten ÄrztInnen auch eine diplomierte Ernährungsberaterin, speziell geschulte Diabetesschwestern und zur Unterstützung auch eine in der Thematik Zuckerkrankheit besonders erfahrene Psychologin. Dieses Team betreut unsere DiabetespatientInnen kontinuierlich und sieht sich als Ansprechpartner für alle im Tagesablauf auftretenden kleinen und eventuell umfassenden Fragestellungen. Dazu erfolgt dann auch eine regelmäßige, anfänglich häufigere, ambulante Betreuung in der Spezialambulanz mit entsprechend vorgeplanten Terminen.

 

Häufige Vorstellungsgründe:

Mit welchen Fragestellungen beschäftigen wir uns in der Ambulanz für homonelle Störungen und Zuckerkrankheit?

  • Störungen des Wachstums

Diese umfassen sowohl den Kleinwuchs als auch den Hochwuchs. In beiden Situationen ist, häufig bereits durch die klinische Untersuchung, eine Unterscheidung zwischen gesunden und nicht behandlungsbedürftigen PatientInnen (<90 %, wir sprechen hier auch von einer Normalabweichung) und den viel selteneren krankheitsbedingten Störungen möglich. In diesen Situationen muss dann eine umfassende Diagnostik zur Erfassung möglicher Ursachen erfolgen. Dafür ursächliche (bei uns betreute) Krankheitsbilder sind der Wachstumshormonmangel, der intrauterine Minderwuchs, das Ullrich Turner Syndrom, durch Knochenanlagestörung bedingte Minderwuchsformen und andere seltenere Ursachen.

  • Störungen der Pubertätsentwicklung

Frühzeitige (auch inkomplette Formen wie frühzeitige Brustentwicklung oder verfrühte Schambehaarung), aber auch verzögerte und fehlende Pubertätsentwicklung sind hier die häufigsten Vorstellungsgründe. Auch hier bedarf es einer großen klinischen Erfahrung unterstützt von modernen diagnostischen Möglichkeiten um die wesentlich häufigeren Normalvarianten von tatsächlichen Krankheitsbildern zu unterscheiden. Aus letzterer Gruppe betreuen wir sowohl PatientInnen mit einer vorzeitigen Pubertät (pubertas präcox), als auch solche mit echtem Fehlen der Pubertätsentwicklung (Hypogonadismus). Besonders in Betreuung dieser Krankheitsbilder ist selbstverständlich auch immer ein Mitglied unseres psychologischen Teams eingebunden.

  • Störungen der Schilddrüsenfunktion

Schilddrüsenfehlfunktionen können sich sowohl als angeborene oder erworbene Unterfunktion, im Kindesalter selten auch als Überfunktion, äußern. Beide Störungen der Schilddrüsenhormonsekretion werden ebenso wie die Schilddrüsenvergrößerung (Kropf, Struma) in der Ambulanz behandelt.

  • Störungen der Nebennierenfunktion

Störungen der Nebennierenfunktion sind eine relativ seltene, aber unbedingt rechtzeitig zu behandelnde, Erkrankungsgruppe. Dabei stellt insbesondere die Gruppe der Unterfunktionen, die durch eine Hormonbildungsstörung, aber auch erworben, entstehen kann (MbAddison), häufig sogar einen sogenannten hormonellen Notfall mit akutem Handlungsbedarf dar. Die Ambulanz betreut diese Krankheitsbilder, zusätzlich hat sie die Betreuung der im Rahmen des Neugeborenenscreenings an Wiener Krankenanstalten diagnostizierten Kindern mit einer angeborenen Cortisolsynthesestörung (Adrenogenitales Syndrom) übernommen.

  • Störungen des Knochenstoffwechsels

Hierunter fallen insbesondere Störungen aus dem Formenkreis der Kalzium Phosphorstoffwechselstörung die allgemein als Rachitis verschiedenster Genese auffallen. Diese durch unterschiedliche Störungen hervorgerufenen Erkrankungen (Vit D-Mangel), Phosphatverlust, Vit D-Unempfindlichkeit) werden ebenfalls, oft in Zusammenwirken mit unserer orthopädischen Ambulanz, betreut.

  • Störungen der Sexualentwicklung

Neben den sicher seltenen ausgeprägten Störungen der Sexualentwicklungen fallen in diese Gruppe auch häufige Ereignisse, die im Regelfall nicht durch eine Erkrankung hervorgerufen sind, aber für den einzelnen Betroffenen eine Belastung darstellen. Als Beispiel genannt seien beim Knaben die Brustentwicklung und die Sorge um eine nicht ausreichende Ausbildung der äußeren Geschlechtsmerkmale. Beim Mädchen z.B. eine übermäßige Körperbehaarung. Die klinische Begutachtung und die Feststellung der Normalität und dahin gehende Beratung stellen für betroffene Jugendliche eine große Beruhigung dar.

  • Störungen des Wasserhaushaltes

Diese Störungen (zu große Trinkmengen, zu viel Harnproduktion) stellen in ihrer Abklärung eine große Herausforderung dar und erfordern immer wieder eine genauere, manchmal auch stationäre, Abklärung. Die Ursachen darfür können sowohl im Bereich der Nieren liegen, aber auch durch Veränderungen der Hirnanhangsdrüse bedingt sein. Entsprechende Untersuchungen werden über diese Spezialambulanz durchgeführt.

  • Störungen des Zuckerstoffwechsels

Zwei verschiedene Formen der Zuckerkrankheit werden h.o. betreut. Wichtigste Form ist dabei der im Kindesalter weit überwiegende Insulinmangeldiabetes. Nach der Ersteinstellung, die immer stationär erfolgt, erfolgt die weitere ambulante Betreuung über das Diabetesteam. Dabei werden alle gängien Formen der klassischen konventionellen Insulinbehandlung, aber auch die funktionelle Insulinsubstitution und in ausgewählten Fällen auch die Behandlung mit Insulinpumpen angeboten. Neben einer regelmäßigen Betreuung und Beratung der PatientInnen veranstalten das Diabetesteam auch regelmäßige Informationsveranstaltungen und nimmt an der Betreuung von Diabetesferiencamps teil. Immer noch selten, aber von zunehmender Bedeutung sind die mit einer Übergewichtigkeit einhergehenden Störungen des Zuckerstoffwechsels. Auch diese PatientInnen finden über unsere Ambulanz eine dem Ausmaß der Zuckerstoffwechselstörung entsprechende Beratung.

  • Abklärung der Übergewichtigkeit

Die allgemeine Zunahme der Übergewichtigkeit (Adipositas) stellt ein Problem in allen entwickelten Industrieländern dar. Sie betrifft über 10 % der jugendlichen Bevölkerung. Aus diesem Grund bietet unsere Ambulanz bei ausgeprägteren Formen, bei denen eine spezielle Abklärung der Adipositas notwendig erscheint (hormonelle oder andere Störung?) diese Abklärung an. Eine allgemeine Betreuung (Diät, Bewegungsprogramm) kann auf Grund der großen Fallzahl nur in speziell ausgewählten Fällen über das Haus angeboten werden. Eine individualisierte Beratung schließt aber bei jedem mit dieser Fragestellung vorgestellten Patienten die Begutachtung ab.

 

Wir hoffen Ihnen mit dieser kurzen Übersichtsinformation Hinweise über die Tätigkeit unserer Ambulanz gegeben zu haben. Für allgemeine Rückfragen, Tipps und Anregungen auf die wir möglichst umgehend antworten (als ziel haben wir uns einen Zeitrahmen von max. 14 Tagen gesetzt) bitten wir die untengenannten email adresse zu benutzen.

 

Sozialmedizinisches Zentrum Süd - Kaiser-Franz-Josef-Spital Verantwortlich für diese Seite:
Web-Redaktion SZX (Kaiser-Franz-Josef-Spital)