KAV und AMS Wien sorgen für gelungene Integration

KAV - Presseaussendung vom 8.2.2019

Projekt mit 18 GastärztInnen im Kaiser-Franz-Josef-Spital

GastärztInnen im Kaiser-Franz-Josef-Spital; Foto: KAV / Marko Lasek Im Oktober 2018 haben das KAV-Kaiser-Franz-Josef-Spital und das AMS-Wien gemeinsam ein Projekt gestartet: Medizinerinnen und Mediziner, die nach Österreich geflüchtet sind und Asylstatus haben, wurden im Kaiser-Franz-Josef-Spital als Gastärztinnen und Gastärzte eingesetzt. Das Projekt entstand auf  Initiative von Dr.in Michaela Riegler-Keil, ärztliche Direktorin im KAV-Kaiser-Franz-Josef-Spital, und Mag.a Petra Draxl. Leiterin der AMS Landesgeschäftsstelle Wien.

Dr.in Michaela Riegler-Keil, ärztliche Direktorin im KAV-Kaiser-Franz-Josef-Spital, engagiert sich seit 2015 zur Flüchtlingsthematik. „Die Integration der zu uns kommenden Menschen ist mir ein persönliches Anliegen“, erklärt sie. „Ich bin davon überzeugt, dass es zur Integration immer beide Seiten braucht: Die Menschen, die sich integrieren wollen und die, die Integration ermöglichen. Für den zweiten Teil fühle ich mich verantwortlich - als Mensch, als Bürgerin dieser Stadt und als ärztliche Direktorin mit gesellschaftspolitischer Verantwortung vor allem in meinem Wirkungsbereich, der Medizin. Nur so kann es funktionieren.“

Von Oktober 2018 bis Mitte Jänner bzw. Mitte Februar sind insgesamt 18 Medizinerinnen und Mediziner in zwei Gruppen als Gastärztinnen und Gastärzte im Kaiser-Franz-Josef-Spital tätig. Die Ärztinnen und Ärzte laufen bereits den Nostrifizierungsprozess durch, also die formelle Anerkennung ihrer Ausbildung in Österreich, einige haben diesen bereits abgeschlossen. Die meisten Ärztinnen und Ärzte sind aus Syrien, weitere aus anderen arabischen Ländern. Sie sind in verschiedenen Fächern ausgebildet und waren großteils in ihren Heimatländern bereits als Ärztinnen und Ärzte tätig. Formal absolvieren die Ärztinnen und Ärzte ein Praktikum des AMS Wien und erhalten in diesem Rahmen und nach den dafür geltenden Bestimmungen ihre Bezahlung.

Gastärztinnen und Gastärzte können den Spitalsbetrieb beobachten, KAV-Ärztinnen und -Ärzte im Routinebetrieb begleiten, lernen, Fragen stellen und Erfahrungen sammeln. Selbstständige bzw. unbeaufsichtigte Tätigkeiten an der Patientin (bzw. am Patienten sind nicht möglich. Die Gastärztinnen und Gastärzte bekommen im KAV die Chance, das österreichische Gesundheitswesen, den Spitalsalltag und die Abläufe an Abteilungen sowie Behandlungspfade kennen zu lernen. Auch die hier angewendete medizinische Sprache wird ihnen näher gebracht, denn in den Heimatländern sind lateinische Fachbegriffe nicht in dem Ausmaß in Gebrauch. Ein weiterer, sehr wichtiger Aspekt ist der soziale: Die Gastärztinnen und Gastärzte schließen neue Bekanntschaften im medizinischen Umfeld. Die Gastärztinnen und Gastärzte sind sehr gut aufgenommen worden, die Medizinerinnen und Mediziner des Kaiser-Franz-Josef-Spitals nehmen sich ihrer äußerst engagiert an.

Neben einem Beitrag zur Integration ist ein weiteres Ziel des Projekts, geeignete Ärztinnen und Ärzte für den KAV zu gewinnen. Neben den fachlichen Aspekten ist ein weiterer Zusatznutzen für Patientinnen und Patienten nicht deutscher Muttersprache, dass der KAV weiteres, arabisch sprechendes Fachpersonal hat. Eine Ärztin aus der 1. Gruppe hat im Jänner im KAV-KFJ zu arbeiten begonnen. Die Gastärztinnen und Gastärzte waren und sind mitunter hilfreich, die fachliche Kommunikation mit unseren arabisch sprechenden Patientinnen und Patienten zu erleichtern, das ist schon jetzt ein großer Vorteil.

Das Projekt endet Mitte Februar 2019. Erste Evaluierungen haben bereits stattgefunden. Das Projekt wurde von allen Seiten - den Gastärztinnen und Gastärzten und dem Krankenhauspersonal - sehr positiv aufgenommen. Vor allem die Gastärztinnen und Gastärzte haben nun neue Perspektiven und schöpfen wieder Hoffnung. Ob es eine Fortsetzung geben wird, ist derzeit offen. Die Projektinitiatorinnen wollten auch ein Vorzeigemodell schaffen, wie Integration mit hohem Nutzen für alle Beteiligten gut funktionieren kann.


 

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