Beitrag vom: 30.10.2018

Welt-Schlaganfall-Tag: Versorgung in Österreich wird immer besser

OEGN/2018, Schlaganfalltag,

Keine Entwarnung: jeder 4. Über-25-jährige stirbt an einem Schlaganfall. Versorgung: Österreich im europäischen Spitzenfeld - Mechanische Beseitigung von Hirn-Thrombosen setzt sich in Österreich durch, das Zeitfenster wird größer - Nicht-Mediziner sollen lernen, schwere Schlaganfälle gleich zu erkennen - Stroke Units und endovaskuläre Zentren in Österreich - Nie zu früh, nie zu spät für Prävention

Auf dem soeben zu Ende gegangen Welt-Schlaganfall-Kongress in Montreal hat sich gezeigt, dass die Schlaganfall-Epidemie noch brisanter ist als bisher gedacht

Bei der Qualität der Schlaganfallversorgung zählt Österreich zu den fünf besten Ländern in Europa. Die Thrombektomie ist der neue Therapiestandard bei der Behandlung schwerer Schlaganfälle, die durch den akuten Verschluss einer großen Hirnarterie bedingt sind.
Für den optimalen Ablauf der Therapie ist es wichtig, sehr frühzeitig schwere Schlaganfälle erkennen zu können, die für eine Thrombektomie in Frage kommen. Das Tiroler Pilotprojekt hat im Februar begonnen und wird wissenschaftlich evaluiert

Prof. Fertl: Stroke Units und endovaskuläre Zentren in Österreich
Um Patienten eine endovaskuläre Therapie zu ermöglichen, bilden sich in Österreich immer dichtere Netzwerke. Derzeit gibt es 39 einfache Stroke Units und neun gut etablierte Interventionszentren, Comprehensive Stroke Centers (Zahl der Interventionen 50-200/Jahr), zwei weitere Zentren sind im Aufbau. Sie intensivieren die Zusammenarbeit, um eine flächendeckende Versorgung rund um die Uhr zu ermöglichen.
Zusätzlich hat eine Stroke Unit noch eine ‚Kümmerer-Funktion‘“, sagt Prof. Fertl. Sie muss auch dafür sorgen, dass der gesamte Versorgungsprozess optimal läuft: die Zusammenarbeit innerhalb des Krankenhauses, die Netzwerke außerhalb des Spitals, die Organisation des Rettungswesens, das Qualitätsmanagement, Wissenschaft und Entwicklung, Fort- und Weiterbildung, die Nachsorge sowie die Öffentlichkeitsarbeit
In Ostösterreich - Wien, Niederösterreich und dem Nordburgenland - wurde ein teleradiologisches Netzwerk etabliert, in dem die verschiedenen Krankenhäuser, die Kostenträger und die Bundesländer so vernetzt sind, dass Bilder vom Zuweiser an das diensthabende endovaskuläre Interventionszentrum geschickt werden können.

Behandlungspfade Gehirnschlag. Dieses Fünftel aller Fälle wäre verhinderbar - wenn alles optimal laufen würde.“
Am 28. Oktober wird der Aktionsplan Schlaganfall für Europa 2018-2030 veröffentlicht. Ein zentrales Ziel ist es, Schlaganfallpfade in ganz Europa auszurollen. Die Modelle aus Österreich sind hier Vorbild, so Prof. Kiechl. Ein zweites zentrales Ziel ist es, die Schlaganfalleinheiten europaweit noch weiter auszubauen. Als dritte Maßnahme soll noch mehr in die Prävention investiert werden.
Ein erheblicher Anteil der rund 24.000 jährlichen Schlaganfälle in Österreich wäre vermeidbar

Was das Schlaganfallsrisiko senken kann Eine Reihe von Maßnahmen kann nachweislich die Zahl der Schlaganfälle senken: Die konsequente Umsetzung von fünf Lebensstil-Maßnahmen (Nikotinkarenz, BMI <25 kg/m2, regelmäßige körperliche Aktivität, geringer Alkoholkonsum, gesunde Ernährung) kann das Schlaganfall-Risiko um bis zu 80 Prozent senken.
Bluthochdruck ist populationsbezogen der häufigste Risikofaktor. Er sollte öfter erkannt und nachhaltig behandelt werden: Allein damit lässt sich das Schlaganfallrisiko um 32 Prozent reduzieren.
Das frühzeitige Erkennen und Behandeln von Vorhofflimmern mit innovativen blutverdünnenden Substanzen (NOAKs) senkt ebenfalls die Schlaganfallrate in dieser Risikogruppe erheblich.
Nur durch den Einfluss der Statine konnte z. B. bei Patientinnen und Patienten mit asymptomatischen Karotisstenosen das Risiko für einen Schlaganfall von drei Prozent in den 80er Jahren auf aktuell unter 0,5 Prozent gesenkt werden. Für Menschen, die diese Medikamente nicht vertragen, gibt es jetzt zusätzlich die PCSK9 Inhibitoren.

 

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