Medizinische Höhepunkte - KAV Jahresrückblick 2016
« Der Wiener Krankenanstaltenverbund im Jahr 2016

2. Medizinische Höhepunkte:

  • PatientInnenbefragung  
  • Innovative Gallen OP in der Rudolfstiftung 
  • Chest Pain Unit im Wilhelminenspital
  • Neue Darm-Ambulanz in Floridsdorf
  • Eröffnung PET/CT in der Rudolfstiftung
  • AKH: Zusätzliches Notarzt-Einsatzfahrzeug
  • Moderne Abteilung für Stoffwechselerkrankungen in Hietzing
  • Eröffnung Labor in der Rudolfstiftung
  • 10 Jahre Down Syndrom Ambulanz in der Rudolfstiftung
  • AKH: Neuer, mobiler CT-Scanner
  • Neue Akutversorgung am AKH
  • Erfolgreiche Behandlung von Kindern im Donauspital 


PatientInnen-Befragung 2015

Der Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV) erhebt regelmäßig die Zufriedenheit der PatientInnen mit den Leistungen der Spitäler während des Aufenthalts. Abgefragt werden unter anderem die Zufriedenheit mit Wartezeiten, die Betreuung insgesamt oder der Informationsfluss zwischen PatientInnen und medizinischem sowie pflegerischem Personal. Die Befragung 2015 lief von April bis September 2015. Rund 20.500 Fragebögen wurden ausgewertet. Tendenz: Die PatientInnen sind nach wie vor mit den Leistungen in den KAV-Spitälern zufrieden. Die neuen Arbeitszeiten haben keinen Einfluss darauf, wie die PatientInnen die Betreuung durch die ÄrztInnen wahrnehmen. Es sind im Vergleich zu den Jahren 2014 und 2013 keine Verschlechterungen eingetreten.
Konkret abgefragt wurden: allgemeine Zufriedenheit mit dem Aufenthalt, die Zufriedenheit mit den Wartezeiten auf den Ambulanzen, die Zufriedenheit mit den Wartezeiten auf den Stationen, Zeit, die ÄrztInnen sich für PatientInnen nehmen, Eingehen auf persönliche Bedürfnisse, Information und Kommunikation mit ÄrztInnen.
Resümee: Aus Sicht der PatientInnen gibt es keinerlei Einschränkungen in der Betreuung durch die ÄrztInnen, die Umfrage fand im Umsetzungszeitraum der neuen Arbeitszeiten statt. Weder was die Wartezeiten betrifft, noch die Betreuung oder Kommunikation gibt es im Vergleich zu den Vorjahren gesunkene Zufriedenheit.

Punktion der Gallenblase über den Magen in der Rudolfstiftung

Im Februar 2016 wurde bei einem 82-jährigen schwer erkrankten Patienten eine akute Gallenblasenentzündung mit Sepsis behandelt. Der Eingriff erfolgte durch eine ultraschallassistierte Direktpunktion der Gallenblase über den Magen im Rahmen einer Gastroskopie mit Einlegen eines selbstexpandierenden Metallstents. Die neue Methode zur Punktion der Gallenblase ist erst seit Jänner 2016 in Europa zugelassen und wurde erstmals in Österreich angewendet. Eine herkömmliche Operation war aufgrund des schlechten Allgemeinzustandes nicht möglich. Mithilfe dieses schonenden und 30-minütigen ohne Vollnarkose durchgeführten Eingriffs in der Krankenanstalt Rudolfstiftung konnte dem Patienten äußerst erfolgreich geholfen werden.

Zertifizierung „Chest Pain Unit – DGK“ – Wilhelminenspital

Die 3. Medizinische Abteilung mit Kardiologie und die Abteilung für interdisziplinäre und internistische Notfallmedizin des Wilhelminenspitals erhielten 2016 das Zertifikat mit Auszeichnung "Chest Pain Unit - DGK". Bei dieser internationalen Zertifizierung als CPU (chest pain unit) handelt es sich um ein seit kurzem international anerkanntes Qualitätskriterium, vor allem im deutschsprachigen Raum. Es wird von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie- Herz- und Kreislaufforschung (DGK) vergeben und sichert der einreichenden Abteilung bzw. dem Spital einen international anerkannten CPU-Status zu.
Diese Zertifizierung ist nicht nur ein besonderes Qualitätskriterium der ausgezeichneten Abteilungen, sondern vor allem im internationalen Kontext, z.B. für die Teilnahme an internationalen Studien sehr wichtig. Hervorzuheben ist, dass die 3. Medizinische Abteilung mit Kardiologie und die Abteilung für interdisziplinäre und internistische Notfallmedizin des Wilhelminenspitals das erste Zentrum Österreichs ist, die eine derartige Zertifizierung erhalten haben.

Neue Koloproktologische Ambulanz im Krankenhaus Floridsdorf

Im Krankenhaus Floridsdorf eröffnete die erste Koloproktologische Ambulanz im Wiener Krankenanstaltenverbund. Im Krankenhaus Floridsdorf steht nun einmal wöchentlich ein ExpertInnenteam unter der Leitung der chirurgischen Abteilung zur Verfügung und bietet damit eine Anlaufstelle für PatientInnen bei Verstopfung (Obstipation), unkontrolliertem Stuhlverlust (Stuhlinkontinenz), Hämorrhoidenerkrankungen, Analfisteln bzw. Analabszessen, Diagnostik und Behandlung gut- und bösartiger Erkrankungen des Dick- und Enddarmbereiches. Während im Allgemeinen die Diagnose und Therapie bösartiger Erkrankungen (colorectales Carcinom) als Hauptbetätigung der Koloproktologie angesehen wird, ist aber auch die Behandlung gutartiger Erkrankungen in diesem Bereich von großer Bedeutung. Wurde deren Behandlung in der Vergangenheit meist im Rahmen der allgemeinchirurgischen Tätigkeit vorgenommen, so hat sich durch die Weiterentwicklung der Diagnose und der therapeutischen Möglichkeiten eine zunehmende Spezialisierung in der Chirurgie ergeben. Die neue Spezialambulanz für Dick- und Mastdarmerkrankungen kooperiert eng mit der chirurgischen Abteilung im Donauspital und wird mit dem Krankenhaus Floridsdorf ins künftige Krankenhaus Nord mitübersiedeln.

Neues, hochmodernes PET/CT-Gerät in der Rudolfstiftung

Das PET/CT kombiniert zwei bildgebende Techniken in nur einem Gerät: die Positronen-Emissions-Tomographie (PET) und die Computertomographie (CT). Dadurch wird eine enge Kooperation zwischen Radiodiagnostik und Nuklearmedizin vorausgesetzt. Hinter jeder Untersuchung stehen somit zwei hochmoderne Techniken, in jedem Befund sind das Wissen und die Erfahrung von zwei Fachrichtungen verpackt. Die Rudolfstiftung ist neben dem AKH das zweite Krankenhaus der Stadt Wien, das über diese Technologie verfügt.

AKH: Zusätzliches Notarzt-Einsatzfahrzeug

Durch Kooperation zwischen Berufsrettung Wien, AKH Wien und MedUni Wien steht seit Juni ein zusätzliches Notarzt-Einsatz-Fahrzeug (NEF) zur Verfügung. Dieses NEF-Team besteht aus NotfallsanitäterInnen der Berufsrettung Wien bzw. ÄrztInnen der Univ. Klinik für Anästhesie, Allgemeine Intensivmedizin und Schmerztherapie. Auto und Spezialausstattung werden von der Berufsrettung Wien zur Verfügung gestellt, die Versorgung mit den notwendigen Arzneimitteln erfolgt durch das AKH Wien. Durch diese Kombination wurde die präklinische Notfallversorgung für die Wiener Bevölkerung ausgeweitet.

Neue topmoderne Abteilung für Stoffwechselerkrankungen und Nephrologie im Krankenhaus Hietzing

Nach nur 15-monatiger Umbauzeit wurde im Spätsommer im Krankenhaus Hietzing die modernisierte Abteilung für Stoffwechselerkrankungen und Nephrologie (3. Medizinische Abteilung) eröffnet. Für die PatientInnen steht ein Team von wie bisher 26 ÄrztInnen und 84 Pflegepersonen zur Verfügung. Erweitert wurde das Angebot im Bereich der Dialyse. Statt bisher neun, gibt es nun 14 Dialyseplätze, die von Montag bis Samstag im Zweischichtbetrieb untertags in Betrieb sind. So können pro Tag bis zu 56 PatientInnen betreut werden. An Sonntagen wird die Peritonealdialyse (Bauchfelldialyse; CAPD, Cycler-Therapie) für PatientInnen des KH Hietzing angeboten. In den zwei Stationen der Abteilung gibt es 50 Betten in modern gestalteten Zwei- und Einbettzimmern

Eröffnung des generalsanierten Labors in der Rudolfstiftung

Im November eröffnete die topmoderne, vollautomatische Laborstraße in der Rudolfstiftung. Zweieinhalb Jahre dauerte die Generalsanierung des 40 Jahre alten Labors. Das Labor, das jährlich mehr als 2,25 Millionen Blutuntersuchungen für die mehr als 450.000 ambulanten und stationären PatientInnen der Rudolfstiftung durchführt, wurde bei laufendem Betrieb komplett saniert. Herzstück ist die vollautomatische Laborstraße. Jeder Befund wird 24 Stunden jeden Tag von biomedizinischen AnalytikerInnen und FachärztInnen Labormedizin im Vieraugenprinzip überprüft und freigegeben. Wie auf einem Flughafen zeigt ein Terminal, wie viele Proben gerade bearbeitet werden. Durch die Lagerung der Blutproben kann rasch eine neue Analyse gemacht werden – so wird verhindert, dass Blut mehrmals abgenommen wird. Das System ermöglicht für mehr als 95 Prozent aller Einsendungen Befunde innerhalb längstens 120 Minuten, Notfallbefunde stehen in weniger als einer Stunde zur Verfügung.

10 Jahre Spezialambulanz für Menschen mit Down-Syndrom in der Rudolfstiftung

Am 21. März 2006 wurde erstmals der Welt-Down-Syndrom-Tag begangen. Dieser Tag bezieht sich auf das Chromosom 21, das bei betroffenen Menschen dreifach vorhanden ist. Seit 10 Jahren werden alle Menschen mit Down-Syndrom, ihre Familien und Betreuungspersonen in der Rudolfstiftung medizinisch, psychologisch und sozialarbeiterisch unterstützt. Seit Bestehen, 21. März 2006, wurden rund 650 PatientInnen und ihre Bezugspersonen betreut und beraten. Fragen zur Gesundheit, Entwicklung, möglichen psychischen oder sozialen Problemstellungen werden vom Ambulanzteam der Rudolfstiftung sorgfältig beantwortet. Auch die Entlastung der Angehörigen ist ein wichtiges Thema. Dazu zählen Informationen über bestehende gesetzliche Ansprüche, lokale Förderangebote und Einrichtungen sowie die Nutzung des lokalen und österreichweiten Netzwerkes Down-Syndrom. Die Ambulanz vor Ort ist der Knotenpunkt des gesamten Netzwerks in dem Fachabteilungen im Krankenhaus, entwicklungsdiagnostische Ambulatorien, FachärztInnen, Kindergärten und viele mehr zusammenarbeiten. Das oberste Ziel ist immer die Selbstermächtigung und Stärkung der Menschen mit Down-Syndrom und deren Angehörige.
AKH: Neuer, mobiler CT-Scanner

AKH: Neuer, mobiler CT-Scanner

An der Univ. Klinik für Orthopädie des AKH Wien setzt seit September die intraoperative 3D-Bildgebung mittels eines mobilen Computertomographen neue Maßstäbe bei orthopädischen Eingriffen. Der neue CT-Scanner ermöglicht eine präzise Knochen- und Weichteildarstellung und kann aufgrund der großen Öffnung direkt am OP-Tisch eingesetzt werden. Die PatientInnen können so in der jeweils notwendigen Position mit gleichzeitiger Bildgebung operiert werden.

Neue Akutversorgung am AKH

Mitte November wurde die Allgemeinmedizinische Aktuversorgung (AMA) im AKH Wien eröffnet. Diese steht außerhalb der üblichen Ordinationszeiten des niedergelassenen Bereichs sowie an Wochenenden und Feiertagen zur Verfügung und soll damit die Ambulanzen der Krankenhäuser entlasten. In den ersten Wochen nach Öffnung der AMA konnte bereits eine Reduktion von 27 Prozent des PatientenInnenaufkommens an der Notfallambulanz des AKH Wien beobachtet werden.

Erfolgreiche Behandlungen von schwer verunfallten Kindern im Donauspital

Gleich mehrere Erfolgsmeldungen konnten die Kinder-ExpertInnen des Donauspitals am Jahresende bekannt geben. Ein vierjähriges Mädchen, das aus dem Fenster gestürzt war, konnte dank der Hilfe der Unfall- und KinderchirurgInnen, der ExpertInnen der Zahn-, Mund- und Kieferchirurgie, dem Team der Kinder-Intensivstation und der unermüdlichen Unterstützung der Pflegefachkräfte wieder fast zur Gänze geheilt das Donauspital verlassen. Ein tschechischer Bub, der in Wien von einem Fiaker-Rad überrollt und schwer verletzt worden war, konnte ebenfalls geheilt entlassen werden. Für Anerkennung auch auf internationaler Ebene sorgte die Leistung der Kinderintensiv-Station bei der Behandlung eines 13-Jährigen, der im Juni 2016 41 Minuten auf dem Grund des Neufelder Sees gelegen hatte. Der Junge konnte vor Ort erfolgreich reanimiert werden. Durch die spezielle Behandlungsmethode der Kinderintensiv-MedizinerInnen im Donauspital – längere Kühlphase als „im Lehrbuch“ vorgesehen – konnte der Bub ohne gröbere Beeinträchtigungen das Spital wieder verlassen und nur drei Monate nach dem Unfall wieder in seine Schule gehen.

 


 

Verantwortlich für diese Seite:
post.internet@wienkav.at