Allgemein - KAVJahresrückblick 2016
« Der Wiener Krankenanstaltenverbund im Jahr 2016

1. Allgemein:

  • Spitalskonzept / Medizinischer Masterplan 
  • Masterplan für psychiatrische und psychosomatische Versorgung  
  • AKH / MedUni Kooperationsvereinbarung
  • ÄrztInnen Arbeitszeit 
  • Kooperation KAV und Sucht- und Drogenkoordination Wien (SDW)
  • Novelle zur Pflegeausbildung
  • Pflegeausbildung 
  • Schulstandort Ybbs

Spitalskonzept 2030 / Medizinischer Masterplan und Master-Betriebsorganisation

Im Jänner 2016 wurden der Medizinische Masterplan und die Master-Betriebsorganisation 2030 veröffentlicht. Diese sind Teil des Wiener Spitalskonzepts 2030 und definieren, wohin sich die Wiener Städtischen Krankenhäuser des KAV bis 2030 entwickeln. Sie bilden also ab, welche Leistungen von den einzelnen Krankenhäusern angeboten werden und wie ihre innere Organisation aussehen wird.

Zukünftig werden die WienerInnen in den Gemeindespitälern in drei Regionen medizinisch versorgt. Jede dieser Regionen umfasst zwei Partnerspitäler, deren Leistungsangebot aufeinander abgestimmt ist. Ergänzend dazu bleibt das Allgemeine Krankenhaus Wien als Universitätskrankenhaus mit seinem derzeitigen Leistungsangebot bestehen. Weiters werden medizinische Zentren geschaffen, die das Know-How und die Kompetenzen aus verschiedenen Fachrichtungen bündeln.

Die Umsetzung erfolgt auf Basis eines Transformationsprogramms, das im Laufe des Jahres 2016 aufgesetzt wurde.  Neben ersten konkreten Projekten startete 2016 auch die Erarbeitung des Zielbilds Phase 1 zur Klärung, welche Maßnahmen in der Phase bis 2020 erfolgen sollen. Wie die Umsetzung im Detail aussieht, wird 2017 erarbeitet.

Masterplan für psychiatrische und psychosomatische Versorgung

Der Medizinische Masterplan behandelt nicht die Planung für die psychiatrische Versorgung der WienerInnen. Der KAV und die Psychosozialen Dienste (PSD) erarbeiten diese im Rahmen eines eigenen Projekts, das 2016 begonnen wurde. Ziel ist die Entwicklung eines Versorgungsplans 2030 für die psychiatrische und psychosomatische Versorgung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Im Fokus steht die Weiterentwicklung der integrierten Versorgung von psychisch erkrankten Menschen, besondere Aufmerksamkeit gilt dabei dem „best point of service“ im Zusammenspiel von stationärer sowie ambulanter und niedergelassener Versorgung.

Zukunftspaket für AKH Wien und Medizinische Universität Wien

Ein umfangreiches Vertragswerk zwischen Bund und der Stadt Wien sowie dem AKH und der Medizinischen Universität Wien bildet die Basis für die neue Zusammenarbeit. Darin enthalten sind der Finanz- und Zielsteuerungsvertrag und auch der Rahmenbauvertrag. Eine Leistungsvereinbarung zwischen dem Wissenschaftsministerium und der MedUni Wien legt das wissenschaftliche Leistungsspektrum und dessen Finanzierung für die nächsten drei Jahre fest.
Bis 2030 werden rund 2,2 Milliarden Euro vom Bund und der Stadt Wien investiert. Diese werden für Bau- und Infrastrukturprojekte, laufende Investitionen und den klinischen Mehraufwand herangezogen.

Neue Arbeitszeiten und Gehälter für KAV -ÄrztInnen

Seit 1. Juli 2015 gelten für ÄrztInnen des Wiener Krankenanstaltenverbundes neue Dienstzeiten, laut EU Richtlinie sind maximal 48 Wochenstunden zulässig. 2016 hat der KAV die Umsetzung der neuen Dienstzeiten und daraus entstehende organisatorische Änderungen fortgesetzt. Die neuen Dienstzeiten bringen nicht nur höhere Gehälter, sie sollen auch dazu beitragen, die Anwesenheit der ÄrztInnen bei den PatientInnen untertags zu erhöhen. Die Verlagerung von Nachtdiensten in den Tag machte und macht Änderungen in der Organisation nötig, unter anderem die Umsetzung von Skill&Grade Mix, die Übernahme des mitverantwortlichen Tätigkeitsbereichs, die Schaffung von StationssekretärInnen und Serviceassistentinnen. Oberste Prämisse war und ist auch in diesem Fall das Wohl der PatientInnen. Mit den neuen Dienstzeiten ist es auch weiterhin möglich, sie untertags und in der Nacht in hoher Qualität zu versorgen.

Kooperation mit dem Wiener Sucht- und Drogenhilfenetzwerk

Zur Behandlung von suchtkranken Personen ist nicht immer ein voll ausgestattetes Krankenhaus notwendig. Der KAV  arbeitet eng mit der Sucht- und Drogenkoordination Wien zusammen, in deren Strukturen Suchtkranke in Zukunft verstärkt betreut werden. Für das Suchtzentrum des Otto-Wagner-Spitals (OWS) bedeutet dies eine Konzentration auf die Pavillons 1 und 7. Die 20 vollstationären Betten im Pavillon 26 wurden bis Ende 2016 abgebaut.

Novelle zum Gesundheits- und Krankenpflegegesetz

Nach mehr als zwei Jahren Vorarbeit hat der Ministerrat am 14. Juni 2016 die Novelle des Gesundheits- und Krankenpflegegesetzes (GUKG) beschlossen. Damit ist eine umfassende Modernisierung der Pflegeausbildung auf Schiene gebracht worden. Das Inkrafttreten der Novelle, nach Beschluss des Nationalrats und des Bundesrats, ist für 1. September 2016 geplant. Ziel ist den Pflegeberufen ein modernes, kompetenzorientiertes Berufsgesetz zu geben und damit noch bessere PatientInnenversorgung und -sicherheit zu gewährleisten.
Die damit verbundenen Veränderungen betreffen die Ausbildung aller Qualifikationsstufen der Pflegeberufe. Als österreichweit größter Träger hat der KAV  maßgeblich an der Entstehung mitgewirkt. Künftig wird die Ausbildung des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege generell im hochschulischen Bereich angesiedelt sein. Diplomierte Pflegepersonen und FH-AbsolventInnen verfügen über gleichwertige Berufsberechtigung und werden im Wiener Krankenanstaltenverbund, so wie auch bisher, gemeinsam in der direkten Pflege tätig sein.
Darüber hinaus gibt es wesentliche Reformen im Bereich der Pflegehilfe, deren Berufsbezeichnung künftig Pflegeassistenz lauten wird. Mit der additiven Einführung der zweijährigen Ausbildung zur Pflegefachassistenz – die Ausbildung zur Pflegeassistenz bleibt einjährig – wird ein weiteres zukunftsweisendes und attraktives Berufsbild geschaffen und das Ausbildungsangebot im KAV abgerundet.

Ausbildung Pflegeberufe

Der Wiener Krankenanstaltenverbund bietet jährlich 700 AnfängerInnen Ausbildungsplätze für eine Pflegeausbildung an und ist somit der größte Ausbilder für Gesundheitsberufe in ganz Österreich. Das umfassende Ausbildungsangebot, das zügig an die Anforderungen der Novelle des Gesundheits- und Krankenpflegegesetzes angepasst wird, spiegelt die Nachfrage nach gut ausgebildetem Pflegepersonal wider. Im Rahmen der bestehenden Kooperation mit dem FH Campus Wien wurden die Studienplätze des Bachelorstudiums Gesundheits- und Krankenpflege an den Standorten SMZ Ost und SMZ Süd aufgestockt. Die AbsolventInnen erhalten mit Abschluss eine Berufsberechtigung im gehobenen Dienst für Gesundheits- und Krankenpflege mit einem akademischen Bachelorabschluss. Der gehobene Dienst in der Gesundheits- und Krankenpflege ist mit stetig wachsenden Herausforderungen und einem immer stärker differenzierterem Berufsbild konfrontiert. Die Erweiterung des Bachelorstudiums am FH Campus Wien an zwei Standorten trägt dem Rechnung.

Schulstandort Psychiatrische Gesundheits- und Krankenpflege in Ybbs

Mit 2019 werden die Ausbildungen im Pflegebereich am Schulstandort für psychiatrische Gesundheits- und Krankenpflege in Ybbs und die Schule geschlossen. Die bis dahin vereinbarten Ausbildungsleistungen bleiben bestehen. Die laufenden Klassen können ihre Ausbildung am Standort abschließen, der geplante Pflegeassistenzlehrgang startet mit März 2017 und schließt Ende Februar 2018 ab.
In Ybbs wurde und wird die spezielle Grundausbildung in der psychiatrischen Gesundheits- und Krankenpflege höchster Qualität und mit großem Engagement angeboten. Aufgrund der GuKG-Novelle 2016 ist dieses Ausbildungsangebot künftig nicht mehr nötig. Die geplanten Veränderungen haben keine Auswirkungen auf das Therapiezentrum Ybbs – Psychiatrisches Krankenhaus.



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