Was der KAV für PatientInnensicherheit leistet


Armbänder und Kommunikation vermeiden Verwechslungen

Hände und Armband; Foto: KAV/Eva Kelety

In den Spitälern des Wiener Krankenanstaltenverbundes (KAV) tragen alle Patientinnen und Patienten von der Aufnahme bis zur Entlassung Armbänder mit Namen, Geburtsdatum sowie Station bzw. Wohnbereich der Aufnahme. So werden Verwechslungen vermieden. Wie wertvoll diese unternehmensweit verpflichtende Maßnahme ist, zeigt sich vor allem bei Schwerverletzten, Kindern oder Demenzkranken, die ja zumeist nicht in der Lage sind, sich selbst zu identifizieren.

Vor allen diagnostischen, therapeutischen Maßnahmen und vor jedem Krankentransport muss die Identität mithilfe des Armbandes überprüft werden. Bei jedem Erstkontakt fragen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zusätzlich nach dem Vornamen und dem Geburtsdatum.


OP-Sicherheitschecks systematisieren Abläufe

Patient mit Ärztin; Foto: iStock

Seit dem Jahr 2010 sind in allen Spitälern des Wiener Krankenanstaltenverbundes „OP-Sicherheits-Checklisten“ verbindlich vorgeschrieben. Speziell in Stress-Situationen helfen Check-Listen den Überblick zu bewahren. Die Listen bestehen aus drei Teilen:

  • Sign-In - Vor der Einleitung der Anästhesie
    Umfasst die Kontrolle aller grundlegenden Voraussetzungen für die Operation, wie z. B. Identität der Patientin bzw. des Patienten, Markierung der OP-Stelle, etc.
  • Team Time Out - Nach Einleitung des Anästhesie-Verfahrens, vor Beginn des Eingriffs
    Knapp vor Beginn der Operation nimmt das OP-Team eine Auszeit zur gemeinsamen Kontrolle aller für eine optimale Operation wichtigen Daten.
  • Sign-Out - Am Ende der Operation
    Sobald die Operation vorbei ist, prüft das Team, ob Tücher und Instrumente vollständig vorhanden, Gewebeproben korrekt beschriftet sind und wie Patientinnen und Patienten weiterbetreut werden sollen.



ÄrztInnen und Patient mit Atemmaske; Foto: iStock

Neue Notfallaufnahmen können Leben retten

Die neuen Notfallaufnahmen in den Spitälern des Wiener Krankenanstaltenverbundes tragen zu mehr PatientInnensicherheit bei. Aus der Vielzahl von Besucherinnen und Besuchern jene Patientinnen und Patienten herauszufiltern, die schwer erkrankt sind, ist oft eine Herausforderung. Die neuen Notfallaufnahmen sind darauf ausgerichtet, kritisch kranke Patientinnen und Patienten möglichst rasch zu identifizieren, um durch ein frühes Eingreifen eine drohende Verschlechterung der Erkrankung zu vermeiden.


Frühwarnsystem CIRS etabliert neue Sicherheitskultur

Leuchtturm; Foto: Robber, Fotolia.com

2006 startete der Wiener Krankenanstaltenverbund in Abteilungen mit hohem medizinischen Risiko das Frühwarnsystem CIRS (Critical Incident Reporting System). Potenzielle Gefahrenquellen sollen dadurch von vornherein ausgeschaltet werden.
Nicht nur Spitalsmitarbeiterinnen und -mitarbeiter leisten ihren Beitrag zur PatientInnensicherheit. Auch externe Sicherheitsexpertinnen und -experten begehen regelmäßig die klinischen Bereiche und sorgen dafür, dass Risiken im KAV vermieden werden.

CIRS wird derzeit in 60 Abteilungen mit Erfolg eingesetzt. Ziel ist es, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in allen Abteilungen aller Spitäler des KAV die Möglichkeit haben, dieses System zur Früherkennung von Risiken der verschiedensten Bereiche zu nützen. Wissen nach außen zu tragen, ist aber auch durch die Vernetzung mit österreichweiten, deutschen und Schweizer CIRS-Systemen möglich. Damit können Erfahrungen ausgetauscht und internationales Know-how bewahrt und ergänzt werden.

 

Ärztin und Patientin; Foto: iStock

PatientInnenfolder motiviert zu mehr Eigenverantwortung

Mit dem Informationsfolder (154kB-PDF) „Gemeinsam für Ihre Sicherheit“ werden die Patientinnen und Patienten der Wiener Gemeindespitäler aufgefordert und motiviert sich in den Behandlungsprozess aktiv einzubringen, Fragen zu stellen und Beobachtungen mitzuteilen. Der Folder lädt die Patientinnen und Patienten nachdrücklich ein, durch Eigeninitiative zur eigenen Sicherheit im Krankenhaus beizutragen.

Was Patientinnen und Patienten für ihre Sicherheit tun können 

 

Bildung und neue Trainingsmethoden gestalten die Zukunft

Frau und Mann; Foto: fotolia

Die Zukunft der PatientInnensicherheit hat im Wiener Krankenanstaltenverbund bereits begonnen: Das Thema ist bereits fixer Bestandteil der medizinischen Basisausbildung. Für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gibt es laufend Schulungen und Weiterbildungen im Gesundheitsbereich. Auch hochmodernes Skill-Training, wie z. B. Operationen am Simulator, gehört bereits jetzt zum fortschrittlichen Ausbildungsprogramm im KAV.


Seit 2009 stellt der KAV seinen chirurgisch tätigen Ärztinnen und Ärzten in der Krankenanstalt Rudolfstiftung Simulatoren zur Verfügung, mit deren Hilfe chirurgische Eingriffe - z. B. im Bereich der Bauchspiegelung, Urologie und Gynäkologie - an PatientInnenpuppen geübt werden können. Das im Bau befindliche Krankenhaus Nord wird auch ein Simulationszentrum für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Wiener Krankenanstaltenverbundes beherbergen. Auf rund 1.000 Quadratmetern können künftig Notfallsituationen und neueste OP-Methoden an computergesteuerten Simulationspuppen erprobt werden.

 

 

 

 

 

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