Beitrag vom: 09.12.2019

"Orange the World" im Otto-Wagner-Spital

Hannes Nadlinger, Direktor des Pflegedienstes im Otto-Wagner-Spital im Interview zur aktuellen Kampagne

Seit 25. November werden die Spitäler des Wiener Krankenanstaltenverbundes für 16 Tage orange beleuchtet. Die UN-Kampagne "Orange the World" richtet sich gegen Gewalt an Frauen.

Orange the World im Otto-Wagner-Spital mit Pflegedirektor Hannes Nadlinger - Foto: KAV / Votava

KAV: Was passiert bei Ihnen im Spital, wenn bei einer Patientin der Verdacht aufkommt, dass sie Opfer von Gewalt wurde?
Hannes Nadlinger: Bei eindeutigem Sachverhalt gibt es klare Dienstanweisungen bzw. Gesetze, die festlegen, was zu tun ist – zum Beispiel eine verpflichtende Anzeige einer schweren Körperverletzung. Wenn lediglich der Verdacht einer Gewalttat vorliegt, gibt es jedenfalls ein Gespräch mit einer Fachärztin oder einem Facharzt der Psychiatrie oder mit einer Psychologin/einem Psychologen. Ziel ist es, ein klares Bild über die Situation zu gewinnen. Die betroffenen Frauen sollen möglichst dabei unterstützt werden, eine Veränderung der Situation mit zu bewirken. Wir können etwa gemeinsam festlegen, welches Hilfsangebot in der individuellen Situation der Betroffenen das erfolgversprechendste ist.

KAV: Wie können Opferschutzgruppen in den KAV-Spitälern Frauen unterstützen, die Opfer von Gewalt wurden?
Hannes Nadlinger: Indem wir verstehen, beraten, unterstützen, begleiten und Veränderungswünsche bestärken.

KAV: Was erhoffen Sie sich durch die Kampagne „Orange the World“ gegen Gewalt an Frauen?
Hannes Nadlinger:
In erster Linie soll damit ein Problembewusstsein geschaffen werden. Die Kampagne steigert die Sensibilität gegenüber dieser Thematik, macht Betroffenen Mut und regt uns Alle zum Nachdenken an. Unsere Handlungskompetenz wird damit gestärkt und unsere gesellschaftliche Verantwortung gefördert. Bei Gewalt gegen Frauen müssen wir alle Hinschauen!

Verantwortlich für diese Seite:
Vorstandsbereich Kommunikation - Internet (Generaldirektion)