Beitrag vom: 05.12.2019

"Orange the World" im Donauspital

Donauspital setzt sichtbares Zeichen gegen Gewalt an Frauen


Seit 25. November werden die Spitäler des Wiener Krankenanstaltenverbundes für 16 Tage orange beleuchtet. Im Rahmen der UN-Kampagne „Orange the world“ setzt der KAV damit ein deutlich sichtbares Zeichen gegen Gewalt an Frauen.

Ingrid Eder, Fachbereichskoordinatorin des unfallchirurgischen Akutbereichs am Donauspital erläutert im Interview, weshalb Aktionen wie „Orange the World“ nach wie vor dringend notwendig sind.

DSP - Orange the world; Foto: KAV / Votava

KAV: Die Kampagne "Orange the World" thematisiert Gewalt an Frauen. Weshalb beteiligt sich das Donauspital daran?
Ingrid Eder: Weil leider nach wie vor viele Frauen tag täglich Opfer von häuslicher und sexualisierter Gewalt werden. Auch in Österreich, auch in Wien. Spitäler tragen hier eine ganz große Verantwortung. Denn wir sind oft die erste Anlaufstelle für die betroffenen Frauen. Um wirklich helfen zu können, gilt es, mit Feingefühl und Professionalität vorzugehen.

KAV: Wie können Sie Gewaltopfern konkret helfen?
Ingrid Eder:
Gewaltopfer sind in der Regel schwer traumatisiert. Verzweiflung und Fassungslosigkeit über das Erlebte müssen in Gesprächen abgefangen werden. Das ist mindestens so wichtig, wie die medizinische Betreuung. Gerade im Falle von sexuellen Übergriffen ist außerdem die Beweissicherung ganz wichtig. Beim Verdacht auf sexuelle Gewaltverbrechen sichern unsere Mitarbeiterinnen Täterspuren, die in späteren Gerichtsverfahren dringend benötigt werden.

KAV: Was raten Sie Frauen, die häuslicher Gewalt ausgesetzt sind? Wohin können sie sich wenden, noch ehe sie Hilfe im Spital suchen müssen?
Ingrid Eder:  Das Wichtigste ist: Es gibt absolut keine Rechtfertigung für Gewalt! Frauen, die Opfer von gewalttätigen Übergriffen werden, schweigen oft aus Scham darüber. Die Täter sind in den meisten Fällen Partner oder nahe Angehörige. Das erschwert die emotionale Situation der betroffenen Frauen zusätzlich. Aber es gibt viele Stellen, an welche sich Betroffene vertrauensvoll wenden können und sollen: den Frauennotruf, Frauenhäuser, die Interventionsstelle, die Servicestellen der MA 11 und selbstverständlich die Polizei. Gewalt gegen Frauen darf kein Tabu bleiben – daher sind Aktionen wie Orange the world auch so wichtig!

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