KAV: Verzögerungen bei Übernahme von AkutpatientInnen absolut inakzeptabel

KAV - Presseaussendung vom 9.5.2019

Fünf von sieben Empfehlungen des Rechnungshofs bereits in Umsetzung - Situation signifikant verbessert - neues Notarztsystem und Ausbau der ZNA’s tragen zur rascheren Übernahme bei

Eine gute Zusammenarbeit zwischen Rettung und Spital ist essentiell für eine optimale Versorgungskette bei Notfällen. Im Rahmen einer Prüfung von 40 auffällig langen PatientInnen-Transporten aus den Jahren 2016 und 2017 stellte der Rechnungshof fest, dass es bei der Übernahme von Akutfällen in Wiener Spitälern teilweise zu massiven Verzögerungen kam. „Die Versorgungskette muss einwandfrei funktionieren, denn in einem Notfall zählt jede Minute“, betont Michael Binder, Ärztlicher Direktor des KAV. „Verzögerungen bei der Übernahme von PatientInnen sind absolut inakzeptabel“. Das gemeinsame Ziel mit der Berufsrettung sei, vier von fünf PatientInnen binnen 15 Minuten im Spital übergeben zu können. Diesem Ziel sei man auch deutlich näher gekommen, so der Leiter der Berufsrettung, Rainer Gottwald, „längere Wartezeiten für einen Transport ins Spital kommen aufgrund der gesetzten Maßnahmen praktisch nicht mehr vor.“

Berufsrettung - Situation signifikant verbessert - Maßnahmen wirken bereits

Der Rechnungshof formulierte in seinem Bericht sieben Empfehlungen für eine bessere Zusammenarbeit der beiden Organisationen. „Fünf davon sind schon in Umsetzung. Wir haben sofort nach der Prüfung gemeinsam mit der Rettung erste Maßnahmen gesetzt“ so Binder. Darunter falle auch eine interne Anordnung wonach das Bettenintensivprogramm stets auf dem aktuellsten Stand zu halten sei. Die gesetzten Maßnahmen greifen bereits. Rainer Gottwald dazu: „Wir nehmen in der Leitstelle jede Bewegung wahr: wie lange braucht ein Rettungswagen zum Einsatzort, wie lange bleibt er dort, wie lange hält er sich am Gelände des Krankenhauses auf. Die Zeit im Krankenhaus ist signifikant kürzer geworden. Auch die Kommunikation hat sich wesentlich verbessert!“. Das elektronische Ampelsystem (Echtzeit Bettensystem) in der Leitstelle wurde Anfang 2018 überarbeitet. „Die Telefonate auf der Suche nach Betten haben sich stark verringert. Seither sind keine Fälle mit längeren Wartezeiten für einen Transport ins Spital dokumentiert“, so Gottwald.

Ausbau der Zentralen Notaufnahmen sorgt für mehr Kapazitäten

Seit der Prüfung des Stadtrechnungshofes wurden zwei wesentlich Schritte zur Verbesserung der Akutversorgung gesetzt. Erstens, die Notärzte der Berufsrettung wurden im April 2017 vom KAV übernommen. Zweitens, es erfolgte ein weiterer Ausbau der Zentralen Notaufnahmen in den Kliniken. „Durch die Übernahme gibt es deutlich mehr verfügbare Notarztmittel und durch den Ausbau der Zentralen Notaufnahmen mehr Kapazitäten“, berichtet Moritz Haugk, Leiter der Abteilung für Notfallmedizin im Krankenhaus Hietzing. „Dennoch ist es wichtig, dass das Intensivbettenprogramm von den Kolleginnen und Kollegen in den Krankenhäusern gut gepflegt und immer auf dem neusten Stand gehalten wird“, betonte Haugk.

Die Ärztliche Direktorin der Krankenanstalt Rudolfstiftung, Karin Gutierrez-Lobos, dazu: „Die Rettung muss sich auf das Intensivbettenprogramm verlassen können! Wir haben eine stundenaktuelle Betreuung des Intensivbettenprogrammes, das von den ÄrztInnen mit großer Disziplin durchgeführt und regelmäßig kontrolliert wird. Zusätzlich wird in Abstimmungsgesprächen immer wieder auf dieses Thema aufmerksam gemacht und die KollegInnen dafür sensibilisiert“.

Michael Gschwantler, Leiter der 4. Medizinischen Abteilung im Wilhelminenspital sieht im Ausbau der Zentralen Notaufnahmen einen Schlüssel: „Die Zentralen Notaufnahmen verfügen über die notwendige Expertise und Erfahrung sowie Ausstattung zur Übernahme von Notfällen. Die PatientInnen werden von der Rettung übernommen, die Situation eingeschätzt und die Menschen erstversorgt. Hier wird rasch und hochprofessionell agiert“.

 

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