Beitrag vom: 20.07.2018

Zeckenstich, was nun?

KAV-Experte Baumgartner informiert über die beste Prävention gegen die jährlich wiederkehrenden Quälgeister

Zecke; Foto: iStock / Andrei310 Jedes Jahr aufs Neue kehren die Zecken in die Wälder und Wiesen zurück. Sie stellen tatsächlich eine Gefährdung unserer Gesundheit dar, wenn sie stehen. Manchen veranlasst es Wenn eine Zecke sticht, veranlasst das sogar mache dazu, eine Notaufnahme aufzusuchen. Doch wie gefährlich ist der Stich durch tatsächlich, wie kann man sich schützen und wann muss eine Ärztin bzw. einen Arzt aufgesucht werden?

Die Zecke und ihr Lebensraum

Dr. Sebastian Baumgartner erklärt: „Entgegen dem weit verbreiteten Glauben verstecken sich Zecken nicht auf hohen Bäumen und stürzen sich auf vorbeigehende Wanderinnen und Wanderer“. Typischerweise leben sie in einer Höhe von unter einem Meter - also nicht nur im Wald, sondern auch in Gebüschen oder in hohem Gras. Baumgartner weiter: „Um gestochen zu werden, ist ein direkter Kontakt zwischen Zecke und Wirt notwendig - Zecken können weder springen noch fallen sie von Bäumen.“

Die Häufigsten Erkrankungen

Die gefürchtetste Komplikation eines Zeckenstiches ist die FSME, die Frühsommer-Meningoenzephalitis. Ganz Österreich gilt als FSME-Endemiegebiet. Laut Robert-Koch-Institut sind 0,1 bis 3,4 Prozent der Tiere mit dem Virus infiziert. „Typische Symptome einer FSME-Erkrankung sind in der ersten Phase grippeähnliche Beschwerden, im weiteren Verlauf eine Entzündung von Gehirn und Hirnhäuten mit hohem Fieber, Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit und neurologischen Symptomen“, sagt Baumgartner. „Wesentlich häufiger ist jedoch die Borreliose. Sie äußert sich zunächst mit einem ringförmigen Ausschlag, im weiteren Verlauf mit Gelenksbeschwerden und kann schlussendlich auch das Nervensystem betreffen.“

Vorbeugung und Behandlung

Um FSME als Folge eines Zeckenbisses vorzubeugen, steht eine effektive Impfung zur Verfügung. Im aktuellen österreichischen Impfplan wird eine Auffrischung für Erwachsene alle 5 Jahre, ab dem 60. Lebensjahr alle 3 Jahre empfohlen. Die Impfung sollte immer vor der Saison erfolgen. Die Zeckenimpfung schützt allerdings nicht vor der Borreliose, diese Erkrankung ist mit Antibiotika aber sehr gut behandelbar.
Als Schutz vor einem Zeckenstich sagt Baumgartner: „Zunächst empfiehlt es sich, bei Aufenthalten in Gebieten, in denen Zecken vorkommen, langärmlige Kleidung zu tragen. Auch das Auftragen von Abwehrmitteln bietet einen gewissen Schutz. Da Zecken nicht sofort zubeißen, ist auch Duschen nach einem Aufenthalt im Freien sinnvoll, wenn sie sich noch nicht festgesetzt haben. Eine besonders wichtige Maßnahme ist das Absuchen des Körpers nach Zecken.“

Richtige Zeckenentfernung

Wenn Sie eine Zecke entdeckt haben, ist es wichtig, diese möglichst rasch zu entfernen. Da es ein bis zwei Tage dauert, bis Borrelioseerreger übertragen werden, kann diese Erkrankung oft durch rechtzeitiges Entfernen verhindert werden.
Die richtige Zeckenentfernung: die Zecke möglichst hautnah (und nicht am vollgesogenen Körper) mit einer Pinzette fassen und langsam gerade aus der Haut zu ziehen. Weder herausdrehen noch mit Öl eintropfen ist sinnvoll, sondern kann die Zecke auch dazu provozieren, mehr Speichel zu produzieren. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit einer Krankheitsübertragung. Um Infektionen zu vermeiden, muss die Einstichstelle im Anschluss gründlich desinfiziert werden. „Ein Zeckenstich an sich ist in den meisten Fällen harmlos und kein Grund, medizinische Hilfe zu suchen. Sollte es jedoch zu Fieber, einer Rötung der Einstichstelle (insbesondere ein ringförmiger Ausschlag), Kopfschmerzen, Lichtscheu oder Nackensteifigkeit kommen, sollte unverzüglich ärztlicher Rat eingeholt werden“, sagt Baumgartner.

 

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