Beitrag vom: 10.07.2018

Verdauungsschläfchen oder Verdauungsspaziergang?

Üppiges Essen und Bewegung danach

Eis am Meer; Foto: iStock / armari36 Der Körper benötigt viel Energie für den Verdauungsprozess. Dadurch nimmt die Durchblutung des Magen-Darm-Trakts massiv zu. Ein höherer Prozentsatz des Blutvolumens ist dann für die Verdauung gebunden. Bei Bewegung und Sport braucht aber die Muskulatur ausreichende Blutversorgung, deshalb kann es nach dem Essen leichter zu einem Kreislaufkollaps kommen. Um das Risiko eines Kreislaufkollapses zu vermeiden, sollten Sie nach einem üppigeren Essen starke körperliche Belastung oder Sport nicht ausüben. Insbesondere sollten Sie Bewegungsarten, die ein gewisses Grundrisiko bergen, vermeiden.


Die Baderegel lautet: Nach dem Essen nicht ins Wasser!

Deshalb gibt die ARGE Österreichisches Wasserrettungswesen Baderegeln  vor. Eine lautet: "Wenn du viel gegessen hast, warte eine Stunde, bevor du wieder ins Wasser gehst."
Trotz allem ist Schwimmen im Sommer eine gute Möglichkeit, fit zu bleiben und sich auch noch an heißen Tagen abzukühlen. Schwimmen schont die Gelenke und stärkt das Herz-Kreislauf-System.
Die beste Art der Bewegung nach einem ergiebigen Essen ist der Verdauungsspaziergang. Vor allem dann, wenn man an der weit verbreiteten Gastroösophagealen Refluxkrankheit leidet. Davon sind ca. 20 Prozent aller Österreicherinnen und Österreicher betroffen. Diese entsteht dadurch, dass der Schließmuskel, der das untere Ende der Speiseröhre gegen den Magen verschließen sollte, erschlafft. Dadurch fließt Magensäure in die Speiseröhre zurück und verursacht Sodbrennen, saures Aufstoßen oder Entzündungen. Im Stehen oder Gehen wirkt die Schwerkraft dem entgegen. Deshalb ist auch ein Spaziergang gegenüber dem Verdauungsschläfchen zu bevorzugen.

Interviewpartner: Professor Michael Gschwantler (Wilhelminenspital,  4. Medizinische Abteilung)

Verantwortlich für diese Seite:
Vorstandsbereich Kommunikation - Internet (Generaldirektion)