Beitrag vom: 17.08.2018

KAV-Experte Sator berät zu Insektenstichen

Was schützt, was hilft? So kommen Sie gut durch die Saison!

Gelse; Foto: iStock / GordZamMit der Dämmerung werden Stechmücken oder Gelsen so richtig aktiv. Die beste Abwehr gegen lästige Insekten ist einfach: leichte und gut abschließende Textilien, die Arme und Beine bedecken. Wenn es heiß ist und Shorts oder Röcke getragen werden, kann man auch gängige Insektensprays oder Lotions auftragen. "Als Alternative dazu empfehle ich das bewährte Hausmittel Nelkenöl", sagt Dermatologie- Experte Dozent Doktor Paul Sator, Oberarzt an der Dermatologischen Abteilung im Krankenhaus Hietzing.

Allen, die Gärten oder Terrassen haben, rät Sator: "Vermeiden Sie es, Brutplätze für Gelsen zu schaffen, zum Beispiel Wasserlacken in Topfuntersätzen oder offene Regentonnen. Öffnen Sie die Fenster erst abends, wenn alle Lichtquellen im Zimmer gelöscht sind. Fliegengitter, Moskitonetze über Kinderwägen oder dem Bett sind ebenfalls effektiv."

"Süßes Blut" besonders anziehend
Tatsächlich können Ausdünstungen des Körpers Insekten anziehen und daher sind bestimmte Menschen besonders anfällig für Insektenattacken. Vermeiden Sie daher unbedingt Düfte, aber auch grelle Farben, denn diese ziehen Insekten an.

Wenn es doch einmal juckt
Kühlung der Stichstelle vermindert die Schwellung, eventuelle Schmerzen und Juckreiz. Hausmittel wie Zitronensaft, Gurkenscheiben und essigsaure Tonerde können dem Juckreiz Abhilfe bieten. Von medizinischer Seite können Kortison-haltige Cremen aufgetragen werden  Diese Mittel helfen grundsätzlich bei allen Insektenstichen. "Bei Bienenstichen sollte der Stachel am besten mit einer Pinzette entfernt werden. Wird er mit den Fingern herausgezogen, verteilt sich durch das Zusammendrücken der noch am Stachel befindlichen Drüse das Gift noch tiefer in die Haut", erklärt Sator. Wie lange die Insektenstiche jucken oder schmerzen ist individuell verschieden. Der Reiz kann von einigen Stunden bis zu Tagen anhalten. Nicht ungewöhnlich ist, dass die Schwellung und der Juckreiz erst am Folgetag zunehmen. Sator: "Das sollte nicht beunruhigen, es handelt sich hier um eine normale Reaktion auf den Insektenstich." Kratzen ist übrigens keine gute Idee! Kommt es zu einer sekundären eitrigen Entzündung, sollte die Ärztin bzw. der Arzt für eine eventuelle systemische Antibiotikatherapie hinzugezogen werden.

Schnelle Hilfe für Allergikerinnen
"Wenn es zu einer schnell zunehmenden, starken Schwellung und einem Ausschlag kommt, und wenn Symptome wie Übelkeit, Frösteln, Schwindel, Kopfschmerzen und Atembeschwerden auftreten, sollten Sie ärztliche Hilfe suchen", rät Paul Sator und erklärt: "In diesem Fall ist wohl eine allergische Reaktion eingetreten, die im Extremfall bis zum allergischen Schock führen kann. Hier sollten Sie schnell den Notruf wählen!" Bei Verdacht auf eine Bienen- oder Wespengift-Allergie sollte diese durch SpezialistInnen abgeklärt werden und gegebenenfalls eine Hyposensibilisierungstherapie eingeleitet werden. Durch diese Therapien können Bienen- und Wespengift-Allergien in mehr als 90 Prozent der Fälle gut in den Griff bekommen werden. Bei einer akuten, allergischen Reaktion bzw. einem akuten Insektenstich ist der Hausarzt sicherlich vorerst ausreichend. Geht es jedoch um die Abklärung einer fraglichen Allergie, sollte eine Dermatologin oder ein Dermatologe aufgesucht werden.

 


 

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