Beitrag vom: 02.02.2018

Gesundheitsdialog: Gangbetten

Der KAV hat in den vergangenen Jahren bereits viele Maßnahmen gesetzt, die aktuelle Führung intensiviert die Bemühungen, um Gangbetten zu vermeiden.

Gesundheitsdialog Gangbetten; Foto: KAV

Die Stadt Wien und der Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV) bekennen sich dazu, dass die Unterbringung von Patientinnen und Patienten in temporären Überbelagsbetten (Gangbetten) zu vermeiden ist. Um das zu erreichen, hat der KAV schon in der Vergangenheit zahlreiche Maßnahmen gesetzt, die im Jahr 2017 intensiviert wurden. Am 2. Februar 2018 haben Stadträtin Sandra Frauenberger, Evelyn Kölldorfer-Leitgeb, stellvertretende Generaldirektorin des KAV, und KAV-Direktor Michael Binder gemeinsam mit Ärztlichen und PflegedirektorInnen der Spitäler die Rathausfraktionen, die PatientInnenanwältin und VertreterInnen der Gewerkschaft und Personalvertretung zu einem Dialog zum Thema eingeladen. Dabei wurden Ursachen und aktuelle Maßnahmen diskutiert. Die VertreterInnen des KAV konnten den PolitikerInnen die vielen Herausforderungen rund um dieses Thema nachweislich vermitteln.

„Der KAV hat in den vergangenen Jahren bereits viele Maßnahmen gesetzt, die aktuelle Führung intensiviert die Bemühungen, um Gangbetten zu vermeiden“, sagt Stadträtin Frauenberger. Die Zahlen zeigen, dass Betten in den Gängen gemessen an den gesamten Betten im Promillebereich liegen. Für die Stadtregierung, den KAV-Vorstand und die Kollegialen Führungen der Häuser ist jedes temporäre Überbelagsbett eines zu viel. „Wir sind uns alle einig: Jedes Gangbett ist eines zu viel. Es ist sowohl für die PatientInnen als auch für das Personal eine Belastung.“

Vorgaben

Das ernste Bemühen zeigen drei Vorgaben (Standard Operating Procedures, SOP), die bereits seit Anfang 2017  in Kraft sind:

SOP Bettenbelegung durch die Zentrale Notaufnahme:
Diese Regelung gesteht den Zentralen Notaufnahmen ein universelles Belegungsrecht im gesamten jeweiligen Haus zu.

SOP Belagsmonitoring:
Die im Vorstandsbereich Health Care Management der Generaldirektion angesiedelte Stabsstelle Externe Angelegenheiten, Sofortmaßnahme, Katastrophenschutz (ESK) ruft täglich drei Mal die Belagssituation für Innere Medizin und Unfallchirurgie ab und leitet gegebenenfalls Maßnahmen ein.

SOP orthopädische PatientInnen entlassen/transferieren:
Diese Vorgabe regelt Abläufe bei Entlassungen bzw. Transferierungen in Akutgeriatrien bzw. Remobilisierungseinrichtungen.

Diese Vorgaben haben die Zahl der Gangbetten bereits im Vorjahr massiv reduziert, wie die folgende Tabelle zeigt:

Zahlen 3. und 4. Quartal 2017:

Tabelle Gangbetten Zahlen 3tes und 4tes Quartal 2017; Grafik: KAV

Tabelle Gangbetten Zahlen 3tes und 4tes Quartal 2017; Grafik: KAV


Anfang 2018 wird die Generaldirektion eine weitere Regelung schaffen:
Die Vorgaben zum Thema Vermeidung von Gangbetten werden noch einmal präzisiert. Demnach kann es temporäre Überbelagsbetten auf keinen Fall länger als 24 Stunden geben. Betten, die zwischen 12 und 24 Stunden in Gängen untergebracht sind, sind im ersten Halbjahr 2018 zu halbieren (bezogen auf das jeweilige Haus im Vergleich zum zweiten Halbjahr 2017). Darüber hinaus ist rund um die Uhr auf die Einhaltung von Brandschutzbestimmungen zu achten. Die Kollegialen Führungen der Spitäler sind für die Erreichung der Ziele verantwortlich.

Aktuelle Projekte und Vorhaben

2017 startete im Donauspital ein Projekt zur Vermeidung von Gangbetten, verantwortlich ist der Assistent des Ärztlichen Direktors, es werden Maßnahmen zur Vermeidung von Gangbetten erarbeitet. Ein Schwerpunkt dabei ist die Einbeziehung der Wochenenden in das Monitoring, ebenso die Steuerung des PatientInnenaufkommens.

Anfang Jänner 2018 startete im Wilhelminenspital ein Projekt zum Thema „integriertes Belagsmanagement“, verantwortlich ist der Pflegedirektor. Ziel ist die Vermeidung von termporären Überbelagsbetten unter anderem durch optimale Nutzung des geplanten Belagsmanagements. Damit sollen temporäre Überbelagsbetten im ersten Halbjahr 2018 um 50 Prozent im Vergleich zum zweiten Halbjahr 2017 gesenkt werden.

2018: Um einer Überlastung von Krankenhäusern durch pulkartige Rettungsanfahrten entgegenzuwirken, besteht eine Kontingentregelung. In Folge der Umstrukturierungen der letzten Zeit ist eine Aktualisierung dieser Regelung in Zusammenarbeit mit der MA 70 im Gange. Bei punktuellen Überlastungen im täglichen Betrieb unterstützt der KAV-Journaldienst mit gezielten, kurzfristigen Rettungssperren, um die geordnete PatientInnenversorgung zu erleichtern.

Ausbau der Zentralen Notaufnahmen

Zentrale Notaufnahmen können bei der Vermeidung von temporären Überbelagsbetten eine wichtige Rolle spielen. Über Zentrale Notaufnahmen werden die Ressourcen für die Akutversorgung der PatientInnen gebündelt. Zugleich soll damit der geplante Betrieb der Fachabteilungen in den Ambulanzen und auf den Stationen entlastet werden. Wesentliche Merkmale für eine erfolgreiche Zentrale Notaufnahme sind u. a. ein hoher Anteil ambulant abgewickelter Fälle, ein hoher Anteil der vom ZNA-Team eigenständig versorgten PatientInnen und angemessene Durchlaufzeiten (z. B. vom Eintritt bis zum ambulanten Abschluss) entsprechend der medizinisch eingeschätzten Dringlichkeit.

Im Durchschnitt können acht von zehn PatientInnen, die Notaufnahmen in Spitälern aufsuchen, wieder in häusliche Pflege entlassen werden, nur zwei von zehn brauchen stationäre Behandlung.

Maßnahmen gegen Gangbetten

Der Stadtrechnungshof hat die in den letzten Monaten gesetzten Maßnahmen gegen Gangbetten und deren Verbindlichkeit im Rahmen einer ausführlichen Prüfung ausdrücklich begrüßt. Nun sind einheitliche Vorgangsweisen in Kraft (SOPs) und der KAV verfügt über ein aussagekräftiges Monitoring, das im Bedarfsfall sofortige Maßnahmen nach sich zieht.

Impressionen der Veranstaltung

 

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