Beitrag vom: 30.11.2017

Weltaidstag: KAV seit Jahrzehnten auf HIV und AIDS spezialisiert

Erster Schritt im Kampf gegen AIDS: Seinen Status kennen

„Seinen HIV-Status zu kennen, ist einer der wichtigsten Faktoren im Kampf gegen Aids“, so Michael Binder, der für medizinische Agenden zuständige Direktor des Wiener Krankenanstaltenverbundes (KAV). Denn obwohl das Virus und die damit verbundenen Erkrankungen heute gut behandelbar seien, sollte das Ansteckungsrisiko nicht unterschätzt werden. Fast die Hälfte der HIV-infizierten Menschen kennt ihren Immunstatus nicht. „Nur wer sich testen lässt, kann sich und andere schützen und sich in die nötige Behandlung und Therapie begeben, auf die man im KAV seit Jahrzehnten spezialisiert ist“, so Binder. Die größten Anlaufstellen für Betroffene befinden sich im Otto-Wagner-Spital und im AKH Wien aber auch in anderen KAV-Spitälern gibt es Angebote, beispielsweise im Kaiser-Franz-Josef-Spital.

HIV-SpezialistInnen im Otto-Wagner-Spital

Dank des medizinischen Fortschritts hat sich HIV-AIDS in den vergangenen Jahrzehnten von einer tödlichen zu einer behandelbaren, chronischen Erkrankung entwickelt. Jährlich werden im KAV etwa 270 Patientinnen und Patienten mit HIV stationär aufgenommen und betreut. Der überwiegende Teil der Behandlungen findet ambulant statt. „Seit Einführung der antiretroviralen Kombinationstherapien ist die Sterblichkeit um 90 Prozent gesunken. Die Lebenserwartung erkrankter Menschen entspricht derzeit ungefähr der allgemeinen durchschnittlichen Lebenserwartung“, erklärt Spezialistin Brigitte Schmied, Oberärztin der Immunambulanz  im Otto-Wagner-Spital.

Das Pulmologische Zentrum des Otto-Wagner-Spitals hat sich seit Jahrzehnten auf HIV und AIDS-Behandlungen spezialisiert. Hier erhalten Betroffene eine umfassende medizinische Betreuung durch qualifiziertes, medizinisches Fachpersonal. Ein Schwerpunkt des Zentrums liegt in der Akutbehandlung, Beratung und Informationsvermittlung nach Risikosituationen sowie der sogenannten Postexpositionsprophylaxe, durch die eine HIV-Infektion nach kürzlich erfolgtem Kontakt vielfach noch abgewendet werden kann.

Aufgrund der guten Behandlungsmöglichkeiten steigt das Durchschnittsalter der zu betreuenden Patientinnen und Patienten kontinuierlich an. Daraus resultieren diverse Begleiterkrankungen, wie Zuckerkrankheit, Bluthochdruck, erhöhte Cholesterinwerte und Herz-Gefäßerkrankungen. „Das wiederum erfordert, zusätzlich zum immunologischen und pulmologischen Spezialwissen, eine interdisziplinäre Kooperation“, so Schmied. Aber auch in Sachen genderspezifische Unterschiede hinsichtlich Nebenwirkungen und Häufigkeit und Art von Begleiterkrankungen hat das Personal im Otto-Wagner-Spital in den vergangenen Jahren umfassendes Spezialwissen erworben.

HIV-Therapie für Schwangere

Das Otto-Wagner-Spital bietet zudem Betreuung für  HIV-infizierte Frauen oder Paare mit Kinderwunsch bzw. Schwangere an. Durch eine vollwirksame HIV-Therapie kann das Übertragungsrisiko auf das Kind nahezu ausgeschaltet werden.

HIV-Ambulanz 24 Stunden geöffnet

Um die Versorgungssituation für Betroffene laufend zu verbessern, bietet das Otto-Wagner-Spital eine auf HIV-spezialisierte Ambulanz an. In der II. Internen Ambulanz/Immunambulanz werden immunkompromittierte und HIV-positive Patientinnen und Patienten von qualifizierten medizinischen Fachkräften betreut und beraten. Für Akutfälle steht die Ambulanz täglich rund um die Uhr für Betroffene zur Verfügung. Damit ist sie derzeit die einzige Spezialambulanz für HIV und AIDS in Österreich, die täglich 24 Stunden geöffnet ist: HIV-Spezialambulanz

Eine weitere Spezialambulanz mit angeschlossenen Bettenstationen ist für Patientinnen und Patienten im AKH Wien, Ambulanzbereich 4 Süd, eingerichtet. Die HIV-Ambulanz der Klinischen Abteilung für Immundermatologie und infektiöse Hautkrankheiten kann mit fachärztlicher Überweisung Montag bis Freitag von 8.00 Uhr bis 15.30 Uhr in Anspruch genommen werden.

Anlaufstellen für Betroffene:

 

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