Beitrag vom: 11.10.2017

KAV weltweit absolut top bei Rheuma-Behandlung und Forschung

Erst heuer war die erfolgreiche Wiener Abteilung des Krankenhaus Hietzing an der Entwicklung neuer Medikamente beteiligt.

Frauenberger und Smolen im Gespräch mit einer Patientin; Foto: PID / Ismail Gökmen Das KAV-Krankenhaus Hietzing ist seit mehr als 20 Jahren international federführend bei der Rheuma-Forschung. Und auch an den immensen medizinischen Behandlungs-Fortschritten der vergangenen zwei Jahre hat die zuständige 2. Medizinische Abteilung im KH Hietzing mit seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern erheblichen Anteil.

Rund 500.000 Wienerinnen und Wiener leiden unter rheumatischen Erkrankungen - angefangen von Rückenschmerzen bis hin zu den gefährlichen entzündlichen rheumatische Erkrankungen. Und die Zahl der Betroffenen wird vorerst nicht abnehmen, weil die Wiener Bevölkerung immer älter wird. Denn somit steigt auch die Zahl der sogenannten „Aufbrauchsleiden“: Abnützung der Gelenke, Sehnen und Wirbelsäule durch dauernde körperliche Anstrengung oder Alterungsprozesse.

„Das Rheuma-Zentrum im Krankenhaus Hietzing ist das größte seiner Art in Österreich. Und dort, wo die Expertise gebündelt wird, zeigen sich eben diese großen Erfolge. Deswegen ist die Zentrumsbildung, wie sie das Wiener Spitalskonzept 2030 auch für andere medizinische Bereiche vorsieht, so wichtig“, betont einmal mehr Gesundheitsstadträtin Frauenberger.

Operationen sind immer seltener notwendig

Prof. Josef Smolen, Abteilungsvorstand der 2. Medizinischen Abteilung im KH Hietzing und der Universitätsklinik für Innere Medizin III (AKH Wien), gehört zu einer der Rheuma-Koryphäen weltweit. Die spürbaren Erfolge der Biologika (Medikamentengruppen) treten in vielen Fällen bereits nach wenigen Behandlungstagen ein. „Endete früher für viele Patientinnen und Patienten mit entzündlichen rheumatischen Gelenkserkrankungen der Weg im Rollstuhl oder beim chirurgischen Orthopäden mit dem Einsatz künstlicher Gelenke, so können wir heute in den meisten Fällen die sehr aggressiven Krankheitsverläufe stoppen und auch umkehren“, erklärt Smolen. Im Zuge dessen konnte bei vielen Patientinnen und Patienten die Aufnahme auf Bettenstationen vermieden und Tagesambulanzen entwickelt werden.
„Mit allen Medikamenten und Therapien, die uns jetzt zur Verfügung stehen, haben wir mittlerweile die drei schlimmsten rheumatischen Erkrankungsformen im Griff: die rheumatoide Arthritis, die Psoriasisarthritis und den Morbus Bechterew“, betont der KAV-Rheuma-Experte.

Auch neueste Medikamenten-Generation in Hietzing mitentwickelt

Gerade in den vergangenen zwei Jahren sind mit der Entwicklung sogenannter Biosimilars weitere Erfolge gelungen. Eine Preisreduktion bis zu 50 Prozent ist gelungen, bei gleichem Wirkprofil.
Diese Pharmazeutika sind in ihrer Wirkung ähnlich den Biologika, möglicherweise sogar etwas wirksamer“, kündigt der KAV-Experte an. Nicht zuletzt haben diese neuen Medikamente den Vorteil, dass sie für die Patientinnen und Patienten leichter und schmerzfrei zu verabreichen sind.
Zusätzlich haben Smolen und seine Teams im Rahmen der Europäischen Rheumaliga erst vor Kurzem neue Richtlinien zur Rheuma-Therapie entwickelt.

Weitere Forschungen notwendig

Auch wenn in den vergangenen Jahren mit Hilfe der KAV-ExpertInnenteams großartige Erfolge erzielt wurden, weiß die Wissenschaft nach wie vor nicht, was Rheuma auslöst. „Hier ist noch viel zu tun. Vor allem auch im Bereich der eingangs erwähnten Aufbrauchsleiden. 25 Prozent der über 60-Jährigen leiden darunter und es gibt derzeit keine Medikamente, die diese Leiden stoppen oder wesentlich verlangsamen - das ist der große Unterschied zu den entzündlichen Rheuma-Formen“, erläutert der Rheuma-Experte.


 

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