Beitrag vom: 22.08.2017

Insektenstiche

KAV-Expertentipps von Paul Sator aus dem KHR

Wie kann man sich am besten gegen Insektenstiche schützen, sind gängige Gelsensprays und Lotions ihr Geld wert? Welche Hausmittel empfehlen Sie?

Insektenstiche; Foto: iStock / JFsPic Das Wichtigste ist, dass man sich im Freien durch Kleidung schützt, man sollte eine möglichst helle, leichte und gut abschließende Kleidung tragen, die Arme und Beine bedeckt. Shorts oder Röcke sollten eher gemieden werden.
Auf die Körperteile, die von der Kleidung nicht bedeckt sind, kann man Repellentien auftragen, das sind Stoffe, die Insekten vom Stechen abhalten sollen. Hier kann man als Hausmittel Nelkenöl empfehlen.
Vermeiden Sie Brutplätze für Gelsen zu schaffen: Wasserlacken in Garten oder Balkon, offene Regentonnen, etc.. Öffnen Sie abends erst die Fenster, wenn alle Lichtquellen im Zimmer gelöscht sind. Fliegengitter an Fenstern, Mosquitonetze über den Kinderwagen oder Bett. Keine Essensreste liegenlassen.

Was hilft gegen den Juckreiz? Gibt es darüber hinaus auch Hausmittel?

Kühlung der Stichstelle vermindert die Schwellung, eventuelle Schmerzen und Juckreiz.
Hausmittel wie Zitronensaft, Gurkenscheiben und essigsaure Tonerde können dem Juckreiz Abhilfe bieten.
Von medizinischer Seite können Kortison-hältige Cremen aufgetragen werden. Kommt es zu einer sekundären eitrigen Entzündung, sollte die Ärztin bzw. der Arzt hinzugezogen werden, für eine eventuelle systemische Antibiotikatherapie.

Helfen diese Mittel auch bei Wespen- oder Bienenstichen? Wenn nein, welche dann?

Grundsätzlich ja, bei Bienenstichen sollte der Stachel am besten mit einer Pinzette entfernt werden. Drücken Sie ihn nicht aus, denn dadurch verteilt sich das Gift noch tiefer in die Haut. Wenn es jedoch zu einer schnell zunehmenden, starken Schwellung und einem Ausschlag am Körper kommt, sowie Symptome wie Übelkeit, Frösteln, Schwindel, Kopfschmerzen und Atembeschwerden auftreten, sollten Sie eine Notärztin bzw. einen Notarzt rufen. In diesem Fall ist eine allergische Reaktion eingetreten, die im Extremfall bis zum allergischen Schock führen kann. Hier ist schnelle medizinische Hilfe notwendig!
Bei Verdacht auf eine Bienen-/Wespengift-Allergie, sollte diese durch einen Spezialisten bzw. einen Spezialisten abgeklärt werden und gegebenenfalls eine Hyposensibilisierungstherapie eingeleitet werden.
Durch diese Hyposensibilisierungstherapien können Bienen-/Wespengift-Allergien in mehr als 90% der Fälle gut in den Griff bekommen werden.

Wie lange hält der Juckreiz an?

Dies ist individuell sehr verschieden. Er kann von einigen Stunden bis Tage anhalten. Nicht ungewöhnlich ist, dass die Schwellung und der Juckreiz erst am Folgetag zunehmen. Dies sollte einen nicht schrecken, es handelt sich hier um eine normale Reaktion auf den Insektenstich.

Warum sollte man sich keinesfalls kratzen?

Durch das Kratzen kann es zusätzlich zu einer bakteriellen Infektion kommen, die in weiterer Folge mit einem Antibiotikum behandelt werden muss.

Welche allergischen Hautreaktionen kann es geben und was bedeuten sie?

Bei allergischen Reaktionen kann das gesamte Spektrum auftreten. Dieses reicht von normalen Ausschlägen bin hin zum allergischen Schock. Im Akutfall sollte auf jeden Fall eine Ärztin bzw. ein Arzt sofort aufgesucht werden. Zur weiteren Abklärung sollten Sie eine Spezialistin bzw. einen Spezialisten - wie oben erwähnt - aufsuchen, um die Allergie weiter abzuklären bzw. durch eine Hyposensibilisierungstherapie zu behandeln. In diesen Fällen sollte auch ein entsprechendes Notfallset von Ihrer Ärztin bzw. Ihrem Arzt verordnet werden.

Ab welcher Veränderung der Haut sollte man lieber eine Ärztin bzw. einen Arzt und dann welchen aufsuchen (zuerst Hausärztin bzw. Hausarzt oder gleich zur Dermatologin oder zum Dermatologen)?

Bei einer akuten, allergischen Reaktion bzw. einem akuten Insektenstich ist die Hausärztin bzw. der Hausarzt sicherlich vorerst ausreichend. Geht es jedoch um die Abklärung einer fraglichen Allergie, sollte die Dermatologin bzw. der Dermatologe aufgesucht werden.

Stimmt das Gerücht, dass Gelsen besonders auf „süßes Blut“ stehen bzw. sind bestimmte Menschen besonders anfällig für Gelsen-Attacken?

Ausdünstungen des Körpers können Insekten anziehen und daher können sicherlich bestimmte Menschen besonders anfällig für Insektenattacken sein. Daher sollten Sie unbedingt Düfte, aber auch grelle Farben vermeiden, denn diese ziehen Insekten gerne an.

 

 

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