Beitrag vom: 21.06.2019

Nach dem Essen nicht ins Wasser?

Was ist dran, an der Baderegel: "Wenn du viel gegessen hast, warte eine Stunde, bevor du wieder ins Wasser gehst."


Frau sitzt am Schwimmbeckenrand und isst; Foto: iStock / Tub Am

Was gibt es schöneres, als einen heißen Sommertag im Schwimmbad zu verbringen. Bewegung im Wasser macht nicht nur Spaß und kühlt an heißen Sommertagen. Schwimmen ist ein hervorragendes Ganzkörpertraining, das die Gelenke wenig belastet und auch das Herz-Kreislauf-System stärkt.

Damit der Badespaß ungetrübt bleibt, gibt die ARGE Österreichisches Wasserrettungswesen Baderegeln vor. Eine davon lautet: "Wenn du viel gegessen hast, warte eine Stunde, bevor du wieder ins Wasser gehst."


Darf ich nach einem üppigeren Essen tatsächlich nicht ins Wasser?

Diese Regel hat ihre Berechtigung, wenn es dabei auch nur indirekt um einen vollen Bauch geht.

Nach dem Essen braucht der Körper viel Energie für den Verdauungsprozess. Die Folge davon ist, dass die Durchblutung des Magen-Darm-Trakts massiv zunimmt und ein höherer Prozentsatz des vorhandenen Blutvolumens dafür sozusagen gebunden ist. Bei Bewegung und Sport braucht jedoch die Muskulatur eine ausreichende Blutversorgung, daher kann es hier leichter zu einem Kreislaufkollaps kommen. Deshalb sollte man nach einem üppigeren Essen starke körperliche Belastung oder Sport- und Bewegungsarten, die ein gewisses Grundrisiko bergen - wie z. B. Schwimmen - nicht ausüben.


Soll ich mich überhaupt nicht bewegen?

Die beste Art, sich nach einem ergiebigen Essen zu bewegen ist und bleibt der sogenannte Verdauungsspaziergang. Insbesondere dann, wenn man an der weit verbreiteten Gastroösophagialen Refluxkrankheit leidet, (ca. 20 % aller Österreicherinnen und Österreicher sind davon betroffen). Diese entsteht dadurch, dass der Schließmuskel, der das untere Ende der Speiseröhre gegen den Magen verschließen sollte erschlafft. Dies bewirkt, dass Magensäure in die Speiseröhre zurückfließt und Sodbrennen, saures Aufstoßen oder Entzündungen hervorrufen kann. Im Stehen oder Gehen wirkt die Schwerkraft dem entgegen. Ein Spaziergang ist in diesem Fall unbedingt dem Verdauungsschläfchen zu bevorzugen.

Interviewpartner: Prof. Michael Gschwantler (Wilhelminenspital,  4. Medizinische Abteilung)


Baderegeln: www.schwimmabzeichen.at/de/baderegeln 

 

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