Beitrag vom: 04.08.2017

KAV-Experte Wenisch: Urlaub muss nicht im Krankenbett enden

Gesundheits-Tipps vor und nach dem Urlaub

Tropenmedizin; Foto: iStock / GordZam

Um unliebsame Reisesouvenirs wie Infektionen oder Krankheiten zu vermeiden, kann man selbst sehr vieles tun. „Hygiene, Achtsamkeit bei Speisen und Getränken und die richtige Bekleidung können viel verhindern“, sagt KAV-Experte Christoph Wenisch, Vorstand der Abteilung für Infektions- und Tropenmedizin am Kaiser-Franz Josef-Spital.

Reiseapotheke und Vorbeugung

Die eigenen Medikamente gehören fix ins Gepäck, außerdem je nach Ziel und Dauer: Medikamente gegen Fieber, Schmerzen, Durchfall, Übelkeit und Erbrechen, Insektenschutz. Expertentipp: „Packen Sie Ihre Medikamente ins Handgepäck, schützen Sie sie vor Hitze, direkter Sonnenbestrahlung und Feuchtigkeit und kaufen Sie keine billigen Medikamente in Entwicklungsländern, das sind oft Fälschungen und die Wirksamkeit ist ungewiss“, so Wenisch.
Speisen, Getränke und Insekten sind die häufigsten Quellen von Krankheiten. Bei Nahrung rät Wenisch: „Koch es, brat es, schäl es oder vergiss es. Achten Sie auf die persönliche Hygiene, trinken Sie nur abgekochtes Wasser oder Wasser aus verschlossenen Flaschen, nehmen Sie keine Eiswürfel, keine offenen Fruchtsäfte und nur gut gekochtes oder gebratenes Essen.“ Salate, ungeschältes Obst oder Gemüse, rohe Wurstwaren, unvollständig gekochte, gebratene oder rohe Meeresfrüchte sind ebenso Tabu wie Speiseeis.
Um Insektenstiche zu vermeiden, empfiehlt der KAV-Experte bei Aufenthalten im Freien körperbedeckende Kleidung - lange Ärmel und lange Hose, und Imprägnierung der Kleidung. „An  unbedeckten Stellen sollten Sie unbedingt Insektenschutzmittel auftragen. Bei Aufenthalt in Schlafräumen empfehlen sich Moskitonetze und oder das Einschalten der Klimaanlage, denn Mücken mögen keine kalte Umgebung.“

Wenn es Sie doch erwischt

Die häufigste Gesundheitsstörung auf Reisen ist Durchfall. Die klassischen Symptome können schon in den ersten Tagen auftreten und bestehen aus Übelkeit, Erbrechen, Bauchkrämpfen, Fieber und Durchfällen. Erste und wichtigste Maßnahme ist laut Wenisch: „Trinken, Trinken, Trinken - entweder Fertigpräparate in Pulverform zum Auflösen oder eine meist leicht erhältliche Mischung aus Orangensaft, Salz und Zucker. Auch Bananen und gesalzene Suppen sind empfehlenswert.“ Mit einem Aberglauben räumt Wenisch auf: „Hände weg von Cola, es hat einen sehr hohen Zuckergehalt, enthält Koffein, viele Kalorien und Kohlensäure.“

Nach der Rückkehr

Bei diesen Symptomen rät Wenisch, unbedingt ärztliche Hilfe aufzusuchen: „Bei Fieber über 38°C und nach einem Aufenthalt in einem Gebiet mit Malaria sollten Sie unverzüglich ins Kaiser-Franz-Josef-Spital des KAV zur Testung und Behandlung für Malaria oder andere Tropenerkrankungen kommen. Bei hohem Fieber und blutig-schleimigen Durchfallstühlen sollte immer ärztlicher Rat eingeholt werden.“


Informationen:


Verantwortlich für diese Seite:
Vorstandsbereich Kommunikation - Internet (Generaldirektion)