Beitrag vom: 07.07.2017

Wiener KAV hat modernsten Brustkrebs-Scanner

Bessere Röntgenbilder. Ein Computer steuert millimetergenau die schmerzfreie Gewebeentnahme. Die Diagnose wird so noch früher als bisher gestellt.

Untersuchung mit modernstem Brustkrebsscanner der Welt; Foto: WIL / Bernhard Noll

Der Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV) war schon immer Vorreiter im Kampf gegen den Brustkrebs. Nun steht den Wienerinnen und Wienern - ja, auch Männer können Brustkrebs bekommen (2 % der Betroffenen) - eines der weltweit modernsten Mammographiegeräte zur Verfügung. Der KAV ist damit die dritte medizinische Einrichtung in Wien, die dieses Gerät in Betrieb hat.
Die Vorteile dieses Gerätes: Es liefert noch bessere Röntgenbilder der Brust. Aber vor allem können mit Hilfe eines integrierten Roboters computergesteuert die kleinsten Gewebeveränderungen punktgenau für eine Biopsie (schonende, nahezu schmerzfreie Gewebeentnahme mit  einer Biopsiekanüle in lokaler Vereisung) angesteuert werden. Damit sind noch früher als bisher Gewebeuntersuchungen möglich, um eine Krebserkrankung abzuklären.

Beste medizinische Versorgung für alle Wienerinnen und Wiener

„Einmal mehr stellen der Krankenanstaltenverbund und die Stadt Wien eindrucksvoll unter Beweis, dass den Wienerinnen und Wienern Spitzenmedizin geboten wird - und das quasi zum Nulltarif“, unterstreicht Gesundheitsstadträtin Sandra Frauenberger anlässlich der offiziellen Eröffnung des neuen Brustgesundheitszentrums im Wilhelminenspital. Denn die Untersuchung und Behandlung mit dem neuen Hightech-Gerät aus den USA wird selbstverständlich von der Krankenkasse bezahlt.

„Dem KAV ist zudem besonders wichtig, nicht nur Spitzenmedizin auf Hightech-Niveau anzubieten, sondern auch das menschliche und räumliche Umfeld patientinnenorientiert, modern, zukunftssicher und komfortabel zu gestalten“, betont Stefan Dorner vom Healthcare Management des KAV.

Die Anschaffung dieses hochmodernen Geräts geschah im Zuge der Neustrukturierung des Brustgesundheitszentrums im Wilhelminenspital. „Früher waren Ambulanz, Untersuchungs- und Behandlungsräume an unterschiedlichen Orten im Wilhelminenspital. Jetzt ist alles an einem Ort konzentriert - Erstgespräch, Radiologie, Biopsie alles in den gleichen Räumlichkeiten“, sagt Karl Glaser, Leiter der Abteilung für Allgemein- Viszeral- und Tumorchirurgie.

Das Brustgesundheitszentrum besteht seit 2008 im Wilhelminenspital und ist mehrfach zertifiziert - zuletzt 2017.  Das neue Mammographiegerät stellt nun nach der räumlichen Konzentration den nächsten Meilenstein dar. „Jetzt sind wir am absolut neuesten Stand der Technik. Hier handelt es sich um ein modernes Mammographiegerät, welches nicht nur die konventionelle zweidimensionale Mammographie ermöglicht, sondern auch die moderne Tomosynthese - damit können wir das Gewebe in verschiedenen Schichten und dreidimensional betrachten“, erläutert Gerhard Mostbeck, Leiter des Instituts für Diagnostische und Interventionelle Radiologie. Diese Tomosynthese hilft insbesondere, Verkalkungen zuzuordnen und Brustkarzinome, die sich durch sogenannte narbenähnliche Konfiguration sonst gut tarnen, besser und früher zu erkennen. Was das Gerät derzeit fast einzigartig macht, ist die Tomosynthese-gezielte Biopsie. Die millimetergenaue Biopsieplanung ist computerisiert, eine Art Roboterarm führt die Biopsienadel punktgenau zur gewünschten Gewebeentnahme. Das verkürzt auch  die Biopsiedauer zum Wohl der Patientinnen und Patienten.

BGZ im Wilhelminenspital - jetzt mehr Untersuchungen möglich

Untersuchung mit modernstem Brustkrebsscanner der Welt; Foto: WIL / Bernhard Noll

In Wien gibt es neun zertifizierte Brustgesundheitszentren (BGZ) - sechs davon in den KAV-Häusern mit AKH. Jenes im Wilhelminenspital gehört nun zu den modernsten und mit jährlich rund 150 Patientinnen und Patienten mit bösartigen Mammaerkrankungen zu den drei größten Zentren Wiens. Dort können nach dem Umbau alle Besprechungen - bildgebende Diagnostik, Patientinnen- und Patientengespräche, Mammographien, Ultraschall, etc. - an einem Ort erfolgen. Die davor mitunter langen Wegstrecken fallen nun weg. Durch die Schaffung von zwei Untersuchungsräumen, können zwei Patientinnen bzw. Patienten gleichzeitig untersucht werden, was die Wartezeiten verkürzt. Die Patientinnen- und Patientenanzahl ist so um 40 Prozent gestiegen.

Das multiprofessionelle Team des BGZ Wilhelminenspital gewährleistet eine kompetente, einfühlsame und individuell abgestimmte Betreuung. Eine Veränderung an der Brust ist für jede Frau bzw. jeden Mann mit Ungewissheit und Unsicherheit verbunden. Eine rasche Abklärung sowie eine umfassende medizinische Betreuung ist dem Team ein besonderes Anliegen. Im Rahmen des ersten Besuchs (nach Zuweisung durch eine/n niedergelassene/n Ärztin bzw. Arztes) in der Brustambulanz erfolgen ein ausführliches Gespräch, eine Begutachtung und falls notwendig, wird eine Gewebeprobe entnommen. Dies  geschieht in örtlicher Betäubung und ist nahezu schmerzlos.

Operiert werden im Wilhelminenspital bösartige aber auch gutartige Brustveränderungen. Um den Operationserfolg bei Brustkrebs abzusichern bzw. das Fortschreiten der Krankheit zu verhindern, wird eine Strahlentherapie und/oder Anti-Hormon-Therapie und/oder Chemotherapie angeschlossen.
Das Team der Plastischen Chirurgie steht für aufwändige Rekonstruktionen der Brust vor Ort zur Verfügung.

Interdisziplinäres Expertinnen- und Expertenteam des BGZ

  • Chirurgie
  • Diagnostische und interventionelle Radiologie
  • Gynäkologie
  • Internistische Onkologie
  • Nuklearmedizin
  • Pathologie
  • Plastische Chirurgie
  • Radioonkologie
  • Klinische PsychologInnen und PsychoonkologInnen
  • Speziell ausgebildete Krankenschwestern (Breast Care Nurses)


Mammographie Röntgenanlage mit Tomosynthese

Das neue topmoderne Mammographiegerät ermöglicht nicht nur die konventionelle zweidimensionale Mammographie, sondern auch die sogenannte Tomosynthese. Dabei wird die Bildinformation aus dünnen Einzelschichten gewonnen - ähnlich einer Computertomographie (CT). Und das ohne eine signifikante Erhöhung der Strahlenbelastung für die Patientinnen und Patienten sowie einer intelligenten Brustkompression. Das Gerät ermöglicht als derzeit einziges die Tomosynthese-gezielte Biopsie von mammographischen Veränderungen im Sitzen und in Seitenlage, was bei eingeschränkter Patientinnen- und Patientenbeweglichkeit einen enormen Vorteil bringt. Die millimetergenaue Biopsieplanung ist computerisiert, was die Biopsiedauer verkürzt und die Belastung der Patientinnen bzw. Patienten minimiert. Nicht zuletzt können aufgrund der verbesserten Bildgebung und der computergestützten Biopsieentnahme Gewebeproben in einem sehr frühen Stadium entnommen werden.


Brustgesundheitszentrum Wilhelminenspital:
Pavillon 25, Erdgeschoß
Telefon: 01 491 50-3160

Ambulanzzeiten: Nach telefonischer Terminvereinbarung
Um Terminvereinbarung wird gebeten: Montag bis Freitag: 08.00 bis 15.00 Uhr
unter der Tel.Nr.: +43 1 491 50-3160



Verantwortlich für diese Seite:
Vorstandsbereich Kommunikation - Internet (Generaldirektion)