Beitrag vom: 06.06.2017

Otto-Wagner-Spital: Spitzenmedizin für HIV-Erkrankte

Seit 1983 die ersten Fälle von AIDS in Österreich bekannt wurden hat die medizinische Betreuung enorme Fortschritte gemacht. Zum damaligen Zeitpunkt war noch nicht klar, in welchem Ausmaß diese neue Erkrankung die Welt verändern würde.

Red ribbon Symbolbild; Foto: iStock / oatawaDie antiretrovirale Therapie oder Kombinationstherapie, die seit 1994 im Einsatz ist, verhindert den Ausbruch von Aids. Die HIV Infektion ist damit zu einer behandelbaren, chronischen Erkrankung geworden.

Im Wiener Krankenanstaltenverbund werden jährlich 270 Menschen mit der Diagnose HIV stationär aufgenommen. Die meisten Behandlungen finden ambulant statt. Das Pulmologische Zentrum des Otto-Wagner-Spitals bietet das gesamte Spektrum der HIV-Medizin an. Ein Schwerpunkt liegt in der Akutbehandlung, Beratung und Information nach Risikosituationen sowie in der Durchführung der sogenannten Postexpositionsprophylaxe. Jährlich werden hunderte Patientinnen und Patienten z.B. nach Nadelstichverletzungen versorgt. Eine Infektion kann, bei rechtzeitigem Behandlungsbeginn, mit einer vierwöchigen HIV-Therapie mit mehr als 80-prozentiger Wahrscheinlichkeit verhindert werden.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Betreuung von infizierten Frauen oder Paaren mit Kinderwunsch bzw. von schwangeren Frauen. Das Übertragungsrisiko von der schwangeren Frau auf ihr ungeborenes Kind kann mit einer vollwirksamen HIV-Therapie auf nahezu null gesenkt werden.

In der II. Internen Immunambulanz steht seit mehr als zehn Jahren eine eigens geschulte und hochqualifizierte Adhärenzschwester für die Patientinnen und Patienten zur Verfügung. Sie unterstützt und schult die Patientinnen und Patienten bei der Umsetzung der Therapieempfehlungen und trägt ganz wesentlich zum Erfolg der Therapie bei.

In Österreich gibt es jährlich ca. 400 Neuerkrankungen. Die Infektion erfolgt ausschließlich über Körperflüssigkeiten, wie Blut, Sperma oder Vaginalsekret. Die häufigste Ansteckung erfolgt über ungeschützte sexuelle Kontakte, gefolgt von gemeinsamen Gebrauch von infektiösem Drogenbesteck.

Oberärztin Brigitte Schmied ist Expertin für HIV-Behandlungen auf der 2. Lungenabteilung im Otto-Wagner-Spital. „Das Virus und die damit verbundenen Erkrankungen sind mittlerweile gut behandelbar, trotzdem sollte man das Ansteckungsrisiko nicht auf die leichte Schulter nehmen. Wichtig ist vor allem, seinen Status zu kennen und so sich und andere entsprechend zu schützen", so Schmied.

Die II. Interne Ambulanz/Immunambulanz am Otto-Wagner-Spital ist die diesbezüglich einzige spezialisierte Ambulanz, die täglich 24 Stunden geöffnet ist. Qualifiziertes medizinisches Personal steht daher jederzeit zur Verfügung.


 

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