Wenn Babys nicht mehr aufhören zu schreien

KAV - Presseaussendung vom 3.4.2017

KAV-Schreiambulanz stößt weiter auf internationales Interesse

Die Klinischen PsychologInnen der KAV-Schreiambulanz im Wilhelminenspital helfen Babys und Eltern

Frau Doktorin Christine Sonn-Rankl; Foto: privatErst vor wenigen Tagen war ein slowenisches TV-Team im Wilhelminenspital, um eine Story über die weit über die österreichischen Grenzen bekannte Schreiambulanz des Wiener Krankenanstaltenvberbunds zu machen. Als Interviewpartnerin stand die Expertin Frau Doktorin Christine Sonn-Rankl zur Verfügung.

Sie erklärte u.a. was ein „Schrei-Baby“ ausmacht: Mehr als drei Stunden weinen oder schreien (nicht unbedingt am Stück aber innerhalb von 24 Stunden), mindestens drei Mal pro Woche, ist für Säuglinge nicht „normal“. Stress für Kind und Eltern. Dabei geht es so einfach: Das Kind braucht in den allermeisten Fällen einfach mehr Schlaf während des Tages. Mit dem Weinen oder Schreien drückt das Kind aus: ich kann nicht mehr, ich bin fertig, ich bin total übermüdet. Deswegen hilft ganz oft: das Kind nicht zusätzlich mit Reizen überfluten. In den Arm nehmen und hin und her wiegen; ins Tragetuch packen oder in Kinderwagen bzw. in größter Not auch ins Auto auf den Kindersitz und ein paar Runden drehen, bis das Baby endlich in seinen lange ersehnten Schlaf fallen kann. Als Faustregel gilt für Babys bis zu zwölf Wochen, dass sie ca. alle 1,5 Stunden wieder ein Schläfchen brauchen. Hilft das alles nichts, oder sind die Eltern weiter verunsichert, kann der Wiener Krankenanstaltenverbund helfen.

Symbolbild weinendes Baby; Foto: iStock / matspersson0Die oft von Kinderärzten bei „Schrei-Babys“ gestellte Diagnose „hat Blähungen, geben Sie Fencheltee, das verschwindet nach dem dritten Monat wieder“ greift laut Doktorin Christine Sonn-Rankl zu kurz. Denn sogenannte Schreibabys hätten oft nicht mehr oder weniger Blähungen als „normale“ Babys, erläutert die Klinische Psychologin, die die sogenannte Schreiambulanz im Wilhelminenspital betreut. „Schreibabys sind meist besonders sensible oder temperamentvolle Kinder, die vor allem die Schwierigkeit haben, abschalten und zur Ruhe zu kommen, sprich einschlafen zu können“, so Sonn-Rankl. Diese Erkenntnis hätte die Säuglingsforschung erst Ende der 1980er Jahre erlangt.

Aber nicht nur diese sensiblen Babys leiden. Auch die meisten Eltern sind verzweifelt, weil sie sich Sorgen um das Kind machen, „das einfach nicht zu Schreien aufhört“, jede vermeintlich gut gemeinte Liebkosung oder jedes zusätzlich angebotene Fläschchen nicht die gewünschte Wirkung hat.

Mit einer Überweisung vom Kinderarzt/ von der Kinderärztin haben diese verzweifelten Eltern die Möglichkeit sich Rat und Hilfe in der sogenannten Schreiambulanz des Wiener Krankenanstaltenverbunds zu holen – auf Krankenschein! „Unbedingt vorher einen Termin ausmachen. In vielen Fällen braucht es nur eine bis zwei Sitzungen der Eltern mit ihrem Kind, bis eine wirksame Lösung gefunden ist“, macht die Klinische Psychologin Mut.

Telefonische Anmeldung in der Psychosomatische Ambulanz für Säuglinge, Kinder- und Jugendliche, Schreiambulanz, unter: (+43 1) 491 50-2912.

 

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