Balázs zu Vorwürfen zu Krankenhaus Nord - Kostenvergleich mit anderen Häusern ist nicht zielführend

Archivmeldung: KAV - Presseaussendung vom 29.3.2017
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KAV hat nicht selbst Projektmanagement übernommen - klassischer Mix an Steuerung, Aufsicht und Kontrolle

Der stv. KAV-Generaldirektor in der interimistischen Leitung Thomas Balázs wies angesichts der aktuellen Diskussion zum Kostenvergleich mit anderen Krankenhäusern darauf hin, dass es nicht zielführend sei, die Kosten ausschließlich anhand der Bettenanzahl zu vergleichen. Inhaltlich sei das äußerst schwierig, denn zu viele Faktoren des jeweiligen Krankenhauses beeinflussen die Kosten. Im Fall des KH-Nord wird Industrieareal in hochwertiges Gesundheitsareal umgewandelt; dabei werden auch städtebauliche Investitionen in der Region getätigt. Zusätzlich zur KH-Fläche wird Infrastruktur für Bezirk errichtet, die der Bevölkerung zur Verfügung steht: Baby-Point, Rettungsstation, öffentliche Apotheke, Ladenpassage, etc.

Zudem wird Infrastruktur für den Krankenanstaltenverbund errichtet, die dem gesamten Verbund zur Verfügung steht wie das KAV-weite Simulationszentrum. Im KH-Nord gibt es besonders kostenintensive Flächen, weil der chirurgischer Schwerpunkt (Herzchirurgie, Thoraxchirurgie, Unfallchirurgie) zehn Prozent im Vergleich zu den sonst üblichen fünf Prozent ausmacht. „Das führt zu kostenintensiver Medizintechnik“, so Balázs. Im KH-Nord wird es einen hohen Anteil an Sonderpflegebereichen (Psychiatrie) geben: 22 Prozent im Vergleich zu sonst üblichen 15 Prozent. Hier gibt es im Vergleich zu Normalpflegebereichen weitere Anforderungen: Therapiebereich, Außenflächen etc. Am KHN-Gelände werden beispielsweise eigene Therapiegärten für die PatientInnen der Psychiatrie geschaffen. Notfall-Zentrum: diese Trennung vom planbaren Spitalsbetrieb bedeutet eine wesentliche Verbesserung für die PatientInnen. „Das ist aber in dieser Form ein Novum“, so Balázs.

Krankenhaus Nord - Eingangsbereich - Stand 02/2017; Foto: KHN / Peter PlundrakIm KH-Nord wird auch der Standard im Vergleich zu anderen Krankenhäusern gesteigert. Es gibt nur noch Ein- und Zwei-Bett-Zimmer (anstatt sonst üblicher Vier-Bett-Zimmer), was neben höherem Komfort für PatientInnen auch einen Hygieneaspekt beinhaltet, aber auch höhere Kosten (mehr Räume, mehr Platz, mehr Nasszellen). Die standardisierte, neue Medizintechnik bedeutet höhere Qualität und niedrigere Wartungs- und Servicekosten.

„Der KAV hat das Projektmanagement des Krankenhaus Nord selbstverständlich nicht selbst übernommen. Das Generalunternehmer-Modell hat – wie jedes Modell – seine Vor- und Nachteile und ist nicht zwingend der Weisheit letzter Schluss. Die vorliegende Organisationform, bestehend aus Programmleitung, Projektsteuerung, Örtlicher Bauaufsicht und Begleitender Kontrolle, darf als „klassisch“ bezeichnet werden. In dieser Organisation wurden in jüngster Zeit große öffentliche Bauvorhaben wie z.B. die WU Wien, der Hauptbahnhof Wien, der Wiener Westbahnhof oder das KH Klagenfurt erfolgreich abgewickelt“, unterstrich Balázs.

Der Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV) hat im April 2016 die Zusammenarbeit mit der damaligen Projektsteuerung Vasko und Partner beendet. „Zu diesem Schritt sah sich das Management letztlich gezwungen, da die bisherige Projektsteuerung Vasko und Partner nicht die entsprechende Leistung erbracht hatte“, so KAV-Generaldirektor Stellvertreter Thomas Balázs. Nach zahlreichen Gesprächen, die nicht zum erwünschten Ergebnis geführt hätten, musste schließlich dieser Weg gewählt werden. Als neue Projektsteuerung wurden Moser Architects an Bord geholt, die für Phase der Inbetriebnahmephase große Erfahrungen vorzuweisen hatten. Dieser gewichtige Schritt, den der KAV nicht leichtfertig gesetzt hat, der aber eine kluge Entscheidung war, war auch vom KAV vorausschauend vorbereitet worden mit einer Rahmenausschreibung im Jahr 2014, als sich Probleme mit Vasko und Partner deutlich abzuzeichnen begannen. Dem KAV ist es gelungen, das Projekt, gemeinsam mit der neuen Projektsteuerung, im vergangenen Jahr wieder in solide Bahnen zu lenken.

Nach Beendigung der Zusammenarbeit stellten Vasko und Partner in der Folge Forderungen, die der KAV in dieser Höhe nicht akzeptieren kann, weshalb er Vergleichsgespräche anbot. Diese Gespräche sind gescheitert, weil Vasko und Partner nicht bereit waren, die Verjährungsverzichtserklärung zu unterschreiben, die es möglich gemacht hätte, gemeinsam zu klären, wem, welche Summen zuzuordnen sind. Vakso und Partner haben stattdessen ohne weitere Gesprächsversuche Klage eingereicht. Es gibt jedoch für den KAV ausreichende Gründe, keine weiteren Zahlungen zu leisten. Diese werden derzeit von ExpertInnen untersucht. „Dies ist eine ganz klare und erforderliche Vorgehensweise in solchen Fällen, geht es doch darum, dass jeder, der einen Anspruch hat, ihn auch abgegolten bekommt, jedoch der KAV keine Zahlungen tätigt, die nicht gerechtfertigt sind und letztlich den Steuerzahler/die Steuerzahlerin treffen würden“, schloss Balázs.



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