Archivmeldung: Beitrag vom: 21.12.2016
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KAV: Ausbildung fürs Spital

An den Krankenpflegeschulen des Wiener Krankenanstaltenverbundes erhalten interessierte Menschen Ausbildungen mit großen Zukunftschancen

Unter Anleitung von Lehrerin Martha Tomaschtik (Mitte) setzen die SchülerInnen am künstlichen Arm eine Venenverweilkanüle und nehmen(künstliches) Blut ab; Foto: Bohmann

Unter Anleitung von Lehrerin Martha Tomaschtik (Mitte) setzen die SchülerInnen am künstlichen Arm eine Venenverweilkanüle und nehmen(künstliches) Blut ab; Foto: Bohmann

Als Lena Hochleuthner, Benedikt Kandlbauer, Laura Primus und Oliver Ruech das Krankenzimmer betreten, wird nicht lange gezögert, sondern sogleich gehandelt. Denn ein Patient quält sich nach Luft ringend im Bett. Seine Haut ist gräulich verfärbt, sein Blick starr. Eine andere Patientin liegt auf dem Boden, Arme und Beine von sich gestreckt, und rührt sich nicht.

Während Lena und Benedikt mit der Reanimation - Herzdruckmassage und Beatmung - der Frau beginnen, legen Laura und Oliver den linken Unterarm des Patienten im Bett frei. „Jetzt geht es darum, mithilfe einer Venenverweilkanüle einen Zugang zu legen, über den in weiterer Folge die Infusionstherapie erfolgen kann“, sagt Oliver. Seine Kollegin führt die Kanüle so lange in die Vene ein, „bis hinten ein wenig Blut herauskommt. Dann weiß man, dass die Vene punktiert ist.“ Auch bei der Patientin auf dem Boden erreichen Lena und Benedikt die Zielgerade. „Jetzt müsste ihr Herz wieder schlagen und ihre Atemfunktion eingesetzt haben“, sagt Martha Tomaschtik, die sämtliche Vorgänge der letzten Minuten genau überwacht hat.

Enge Zusammenarbeit mit Ärztinnen und Ärzten

Doch warum nur „müsste“? Dass man Atmen und Herzschlag selbst nach der gelungenen Wiederbelebung nicht erkennen kann, liegt daran, dass die Erkrankten keine echten Menschen sind. Vielmehr sind sie top-moderne, lebensgroße Demonstrationspuppen, an denen Pflege- und Notsituationen trainiert werden. Und zwar unter Anleitung von Martha Tomaschtik. Sie ist Lehrerin für Gesundheits- und Krankenpflege der Wiener Krankenpflegeschule am Standort Donauspital des Wiener Krankenanstaltenverbunds (KAV).

Oliver und seine Kolleginnen und Kollegen sind demnach auch noch gar keine Krankenpflegerinnen und -pfleger, sondern in der Ausbildung. Lena und Benedikt drücken etwa seit 2015 die Schulbank, ihren Abschluss werden sie 2018 machen. Die vier künftigen Pflegeexpertinnen und -experten werden in den vielfältigen Bereichen der Gesundheits- und Krankenpflege arbeiten. „Am liebsten würde ich in die Intensivpflege gehen“, wirft Lena einen Blick in ihre Zukunft. „Und ich mich in der Notaufnahme einsetzen. Genau genommen im Unfall- oder Operationsbereich“, erklärt Benedikt.

Praxisnah und zielorientiert

Die vier Auszubildenden belegen derzeit vier von 400 Plätzen, die im Donauspital in Form einer dreigliedrigen Ausbildung zur Verfügung stehen: Es gibt

  • den Bachelor-Studiengang,
  • die Diplomausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin bzw. zum -pfleger sowie neuerdings auch
  • die Ausbildung zur Pflegeassistentin bzw. zum -assistenten.

Im Herbst 2016 startete letztere erstmals und ersetzt den bisherigen Beruf der Pflegehilfe. Die Schulung umfasst - verteilt auf ein Jahr - 1.600 Stunden. Der größte Unterschied im Vergleich zur bisherigen Pflegehilfe-Ausbildung liegt in der noch genaueren Abgrenzung der Kompetenzen.

„Früher hatten Erkrankte eine Person um sich, die wie eine indische Göttin mit zwölf Armen viele Aufgaben erledigen musste. In einer Hand hätte sie das Fieberthermometer, in der anderen die Spritze halten und gleich­zeitig auch noch Blut abnehmen sollen“, so Michaela Dorfmeister, Direktorin der Krankenpflegeschule im Donauspital.

Künftig werden die Pflegeassistentinnen und -assistenten sowie Pflegefachassistentinnen und -assistenten jedoch Pflegemaßnahmen von der Kollegschaft des gehobenen Dienstes übernehmen können. Dorfmeister: „Darüber hinaus werden sie unter ärztlicher Anordnung und Aufsicht auch bei Diagnostik und Therapie mitwirken. Zum Beispiel Arzneimittel verabreichen, Wundversorgungen durchführen oder Blut aus der Vene entnehmen.“ Es wird also nicht mehr eine Person für alles verantwortlich sein, sondern Profis für verschiedene Bereiche geben.

Gute Berufsaussichten - hohe Berufschancen

Herzdruckmassage und Beatmung sind Inhalte des Bachelor-Studiums von Lena und Benedikt; Foto: Bohmann

Herzdruckmassage und Beatmung sind Inhalte des Bachelor-Studiums von Lena und Benedikt; Foto: Bohmann

Zwei Mal im Jahr besteht an den KAV-Krankenpflegeschulen die Möglichkeit, mit der Ausbildung zur Diplomierten Gesundheits- und Krankenschwester beziehungsweise zum Diplomierten Gesundheits- und Krankenpfleger zu starten. Sie dauert drei Jahre und endet mit einem Diplom, das zur Berufsausübung im gehobenen Dienst berechtigt. Während der Ausbildung gibt es Taschengeld für Schülerinnen und Schüler. Diesen Weg haben die Schülerinnen und Schüler Laura und Oliver eingeschlagen.  Laura: „Die Berufsaussichten sind gut, da der KAV seine Auszubildenden gerne übernimmt.“

Mit dem sechssemestrigen Bachelorstudium „Gesundheits- und Krankenpflege“ als Pilotprojekt an den zwei Krankenpflegeschulen des KAV - Donauspital sowie Kaiser-Franz-Josef-Spital - organisiert Wien seit Herbst 2015 in Kooperation mit der Fachhochschule Campus Wien eine weitere Ausbildungsmöglichkeit im Pflegebereich. „Studierende lernen dabei Pflegemethoden und -techniken kennen ebenso wie die Phasen des Pflegeprozesses“, so Studiengangsleiterin Roswitha Engel. Ihre Praktika absolvieren sie hauptsächlich im KAV. „Dabei durchlaufen wir die verschiedensten Bereiche, die es in der Krankenpflege gibt“, sagt Lena. So steht für sie in ein paar Tagen das Thema „Verbandslehre“ auf dem Programm.

Nach dem Studium bzw. der Schule steht den Absolventinnen und Absolventen ein großes Berufsfeld offen - einerseits im Spital sowie andererseits in Ordinationen oder der mobilen Gesundheits- und Krankenpflege.

Dass die Maßnahmen und Neuerungen der Ausbildungen in den verschiedenen Pflegebereichen vom KAV in eine sichere, auf das Gesundheitswesen optimal zugeschnittene Zukunft führen wird, davon ist Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely überzeugt: „Das Wiener Gesundheitssystem wird auch weiterhin mit motiviertem und hochqualifiziertem Personal ausgestattet sein.“


Standorte der KAV-Gesundheits- und Krankenpflegeschulen



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