Geschichte des Krankenhauses Floridsdorf

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Den Kern des heutigen Krankenhauses bilden die beiden, unter Dr. Karl Lueger in den Jahren 1907/08 erbauten, Bürgerschulen in der Kahlgasse 8 (Knaben) und Franklinstraße 45 (Mädchen). Sie wurden am 1. Februar 1908, bzw. mit dem Schuljahr 1909/10 ihrer Bestimmung übergeben. Bis zum Jahre 1942 dienten sie ihrer schulischen Bestimmung und wurden danach zu einem Hilfskrankenhaus eingerichtet. Bevor dieses jedoch in Betrieb genommen werden konnte, wurde es von der Deutschen Wehrmacht beschlagnahmt und zum Lazarett bestimmt. Im November 1944 wurde ein Drittel der Gebäude samt wertvollen Einrichtungsgegenständen durch Bombentreffer schwer beschädigt oder zerstört. Daraufhin gab die Wehrmacht die Gebäude frei, die Stadt Wien richtete neuerlich ein Ausweichspital ein und nahm es noch während der Kämpfe um Wien, am 5. April 1945 in Betrieb.

Primarius Dr. Wolfgang Riese sitzt an seinem Schreibtisch

 

Die Leitung wurde dem Chirurgen Primarius Dr. Wolfgang Riese übertragen. Zum ersten Vorstand der Internen Abteilung wurde am 10. Juni 1945 Dozent Ferdinand Nagl und am 8. August 1945 Primarius Dr. Stonawsky als Vorstand der Röntgenabteilung bestellt.


Primarius Dr. Wolfgang Riese

Nach dem Kriegsende versuchte man in den unbeschädigt gebliebenen Gebäudeteilen, die zum Teil notdürftig repariert wurden, unter den schwersten Bedingungen einen Krankenhausbetrieb zu beginnen. Erst Ende 1945 waren wieder Fließwasser, Gas und Strom vorhanden und 180 Betten standen zur Verfügung.

Primarius Dr. Wolfgang Riese bemühte sich in selbstloser Weise um die Kranken und fand durch „Bürgermeister“ Dr. Franz Koch, Unterstützung. In diesen Tagen war, vermutlich durch verunreinigtes Wasser, eine Typhusepidemie ausgebrochen. Zudem hatten russische Soldaten im Spital Polster und Decken geraubt. Eine Warntafel am Tor in russischer Schrift: „Typhusepidemie“, verbot Unbefugten das Betreten des Krankenhauses. Weil damals nicht alle diese Kranken im Floridsdorfer Spital Aufnahme finden konnten, wurde durch Dr. Koch, im Zusammenwirken mit Kom.-Rat Leopold Stroh, in dem 1894 als Jedleseer Armenhaus gebauten Hause Jeneweingasse 30, für kurze Zeit noch ein Notspital eingerichtet. Zum Transport der Typhuskranken stand nur ein Pferdefuhrwerk zur Verfügung, dessen Kutscher letzten Endes auch dieser Krankheit zum Opfer fielen.

Rettungskutsche anno dazumal mit einer Krankenschwester, einem Kutscher und zwei Pferden.

Krankenzimmer im Jahre 1949 mit einigen Patientinnen in ihren Betten.

1946 wurden die ärgsten Bombenschäden behoben. Es begann eine bescheidene Ausgestaltung der Krankenhaus-, der Betriebs- und Personalräume.



 

Bürgermeister Körner besucht das Krankenhaus Floridsdorf 1949

 

Eine Sammelaktion unter der Floridsdorfer Bevölkerung für einen „Floridsdorfer Spitalfond“, eingeleitet durch Kom.-Rat Leopold Stroh, brachte im Jahre 1947 eine Million Schilling und hatte viel zur Anschaffung von notwendigen Geräten beigetragen.




Damals konnte auch Oberschwester Anna Endres an den Aufbau eines gut organisierten Schwesterndienstes schreiten. Ein Speisesaal für die Angestellten, die Einrichtung von Hauswerkstätten für Tischler, Schlosser, Elektriker und Installateure konnte damals geschaffen werden. Im Jahre 1947 konnten weitere Möbel, ärztliches Instrumentarium, Apparate für Elektrotherapie und eine Hochdrucksterilisieranlage anlässlich der Errichtung des zweiten halbaseptischen Operationssaales beschafft werden.
Am 6. Februar 1948 wurde ein neuer Operationssaal mit modernster Ausstattung in den Dienst gestellt.

                                                             Ein Anästhesist und zwei Operierende in einem Operationssaal 1949

Am 10. Mai 1954 erfolgte die Grundsteinlegung durch Bürgermeister Franz Jonas. In den Jahren 1954 bis 1958 wurde mit einem Kostenaufwand von 25 Millionen Schilling der Mitteltrakt errichtet. Gleichzeitig errichtet wurde der Zubau in der Franklinstraße, in welchem die vierte Medizinische Abteilung, die Operationssäle, sowie ein Großteil der Ärztedienstzimmer untergebracht sind. In diesen Jahren konnte man den zehnjährigen Bestand des Floridsdorfer Krankenhauses feiern. Am 17. April 1959 fand die Übernahme des bisher fertiggestellten Teiles durch Bürgermeister Franz Jonas statt.

                                                                 Bürgermeister Franz Jonas schüttelt bei einem Besuch 1957 einem Patienten die Hand am Krankenbett.

Das Floridsdorfer Krankenhaus hatte nun Raum für 258 systemisierte Betten, und zwar je 129 für chirurgische und interne Fälle, nach den neuesten Erkenntnissen der medizinischen Wissenschaft und Technik ausgestattet.

 

 

 

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Web-Redaktion (Floridsdorf)