Beschreibung des Fertigkeitentrainings an der Schule

Fertigkeitentraining (LTT, Skillstraining, dritter Lernort, ..)

Aus pflegepädagogischer Sicht ist festzuhalten, dass die Ausbildungen zur Gesundheits- und Krankenpflege pflegerische und medizinisch-diagnostische Tätigkeiten beinhalten, die bei unsachgemäßer Durchführung zu Schmerzen, zur unmittelbaren Steigerung des Verletzungs- und/oder Infektionsrisikos sowie zur Schädigung des in pflegerischer Obhut befindlichen Menschen führen können.

Auf Basis der Qualitätssicherung und Patientensicherheit sollte aus diesen Gründen unbedingt vor der eigentlichen Durchführung verschiedener medizinisch-diagnostischer Tätigkeiten sowie diverser Pflegehandlungen direkt am Menschen ein praktisches Fertigkeitentraining vorgelagert sein. Dieses Fertigkeitentraining muss unter der Verantwortung von entsprechend qualifizierten Personen (Angehörige des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege, Lehrer/innen für Gesundheits- und Krankenpflege, fachkompetente Personen) stehen und von diesen durchgeführt werden. Dadurch wird der Theorie-Praxis-Transfer unter dem Aspekt der Patientensicherheit gewährleistet.

Um den Kompetenzerwerb im Berufsalltag optimal zu fördern bedarf  es der Verbindung von Lern- und Anwendungssituationen. Am dritten Lernort kann durch spezifische methodische Lehr- und Lernarrangements ein herausfordernder, motivierender und abwechslungsreicher Zugang zum Lernen geschaffen werden. Die durch systematisches Üben erreichte Kompetenz im Handeln gibt den Auszubildenden die erforderliche Sicherheit für reale Situationen in der Pflegepraxis (vgl. Ludwig/Umbescheidt).

Fertigkeitentraining GKPS SZB Wien 1

Fertigkeitentraining GKPS SZB Wien

Welchen Zweck hat das Fertigkeitentraining?

Beim Fertigkeitentraining, auch Skills-Training genannt, können unsere Auszubildenden viel ausprobieren, ohne dass ein Fehler negative Folgen für den Patienten hat. Es gibt keinen Schaden, den man wieder gut machen muss – stattdessen bekommen die Auszubildenden ein Gefühl für die Situation und auch gleich ein Feedback. Dies wird begeistert aufgenommen – an den Übungstagen sind alle ganz aufgeregt, mit vollem Engagement dabei und fallen am Ende des Tages müde ins Bett.

Damit die Wissenszirkulation zwischen Theorie und Praxis stattfinden kann wurden PraxisanleiterInnen im Rahmen sogenannter Kooperationstage in das Fertigkeitentraining eingebunden. Dies führte zu einem regen Austausch zwischen allen Akteuren und brachte neue Erkenntnisse für alle Beteiligten. So können mögliche Lücken zwischen Theorie und Praxis geschlossen werden.

Als Lehrer vermitteln wir Theorien nach Lehrbuch, Erfahrung und tradiertem Wissen – aber oft läuft die Umsetzung in der Praxis aufgrund der vorhandenen Rahmenbedingungen anders als geplant! Durch die Entfernung zur Praxis läuft man natürlich Gefahr, nicht mehr zu wissen, wie es da draußen wirklich abläuft. Durch den intensiven Austausch im Rahmen des Fertigkeitentrainings ist die Ausbildung wieder topaktuell und praxisnah.

Das Fertigkeitentraining steigert dabei messbar und fühlbar die Qualität der Ausbildung: Nach Durchführung von drei Durchläufen des Fertigkeitentrainings werden die Auszubildenden in ihren Handlungen sicherer – eine Erfahrung, die auch seitens der Praktikumsstellen bestätigt wird.

Hier bekommen die Auszubildenden ein Gefühl, wie es wirklich ist, ohne gleich ins kalte Wasser des realen wahren Krankenhauslebens geworfen zu werden. In dieser Umgebung ist angstfreies Lernen und Probieren gestattet und gewünscht.

Fertigkeitentraining GKPS SZB Wien

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Was ist Fertigkeitentraining?

Hierbei geht es um ein Training von medizinisch-diagnostischen und pflegerischen Tätigkeiten, bei denen eine ausschließliche theoretische Bearbeitung unzureichend für eine sachgemäße Durchführung ausreichen würde.

Exemplarisch sind die Körperpflege bei liegenden und immobilen Patienten/-innen, Positionierungstechniken, Hebetechniken, Mobilisation und Transfer, Verbandstechniken, Kommunikation in schwierigen Situationen, Pflegeberatung, Herzdruckmassage und Beatmung im Rahmen lebensrettender Sofortmaßnahmen, das Legen peripherer Venenverweilkanülen, das Punktieren von Port-a-Cath-Systemen, das Legen transurethraler Katheter oder von Magensonden, die Durchführung von Verbandwechsel, die Blutentnahme aus der Vene, die Vorbereitung von Infusionen sowie die Durchführung von subkutanen, intramuskulären und intravenösen Injektionen zu nennen.

Fertigkeitentraining GKPS SZB Wien

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Wie funktioniert das Fertigkeitentraining in der Schule?

Das Fertigkeitentraining wurde im Rahmen eines schulinternen Projekts im Jahr 2014 aus der Taufe gehoben: Eine zu diesem Zeitpunkt neu übernommene Übungsstation wurde als Skillslab speziell auf die Bedürfnisse der Auszubildenden und der Ausbildungsangebote zugeschnitten. Hierbei war es uns wichtig, eine möglichst realitätsnahe Umgebung zu schaffen. Da viele Tätigkeiten nicht am lebenden Objekt geübt werden können, bedurfte es auch der Anschaffung verschiedener Trainingsmodelle. Um die Wirksamkeit des Trainings möglichst unmittelbar während der Übung feststellen zu können haben einige Übungsmodelle entsprechende Technik eingebaut wie z.B. die Nursing Anne mit Sim-Pad®.

Um dieses Setting auch effektiv nutzen zu können bedurfte es vorab der Erstellung eines entsprechenden pädagogischen Konzepts aber auch intensiver Schulungen in der Schweiz.

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Hubert Streif

Direktor der Schule

 

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