Pflegefachassistentin / Pflegefachassistent

Allgemeine Information


Die zweijährige Ausbildung schließt mit einer kommissionellen Abschlussprüfung ab und befähigt zur Ausübung des Berufes „Pflegefachassistentin“ / „Pflegefachassistent“.
Der Einsatzbereich erstreckt sich auf verschiedene Pflege- und Behandlungssituationen bei Menschen aller Altersstufen und in den verschiedenen Betreuungssettings (z. B. Krankenhaus, Pflegewohnhaus, Geriatriezentrum, Hospiz, Hauskrankenpflege). Von der Pflegefachassistentin / dem Pflegefachassistenten wird dabei ein hohes Maß an Eigentätigkeit gefordert.


Folder zur Ausbildung


Ausbildung

Die Ausbildung zur Pflegefachassistentin/ zum Pflegefachassistenten wird als Vollzeitausbildung (40 Stunden-Woche) angeboten. Sie umfasst insgesamt  3200 Stunden, wobei mindestens die Hälfte auf die theoretische Ausbildung und mindestens ein Drittel auf die praktische Ausbildung entfallen. Die gesamte Ausbildung dauert zwei Jahre.
Wir erwarten, dass Sie im Anschluss an die Ausbildung beim Wiener Krankenanstaltenverbund oder einem definierten Kooperationspartner in Wien tätig werden.
Sie sind während der Ausbildung sozialversichert.
Informationen zu eventuellen Förderungen erhalten Sie beim Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds. www.waff.at  oder beim Arbeitsmarktservice www.ams.at 

Grundsätze der Ausbildung


Im Rahmen der Ausbildung werden die Auszubildenden zu einem verantwortungsvollem Miteinander angehalten. Ein höchstmögliches Maß an Offenheit, Toleranz und Akzeptanz gegenüber der Vielfalt an soziokulturellen Unterschieden von Menschen ist dabei leitend. Auf die Achtung des Lebens, der Würde und den Grundrechten jedes Menschen, ungeachtet der Nationalität, der Religion, der Hautfarbe, des Alters, einer  Behinderung, des Geschlechts, der sexuellen Orientierung, der Sprache, der politischen Einstellung und der sozialen Zugehörigkeit wird sensibilisiert.
Die theoretische und praktische Ausbildung ist so zu gestalten, dass der Kompetenzerwerb im Sinne des Qualifikationsprofils sichergestellt ist.
Die Auszubildenden sind zur Teilnahme an der Ausbildung verpflichtet.

Ausbildungszeit


Die theoretische Ausbildung findet Montag bis Freitag im Ausmaß von 40 Wochenstunden statt.
Die praktische Ausbildung findet Montag bis Sonntag im Ausmaß von 40 Wochenstunden statt.
Ab dem 18. Lebensjahr können im Rahmen der praktischen Ausbildung Nachtdienste absolviert werden, sofern diese zum Kompetenzerwerb beitragen.
Pro Jahr sind 4 Wochen unterrichts- und praktikumsfreie Zeit.

Theoretische Ausbildung


1. Ausbildungsjahr

Themenfelder

Mindeststunden

Grundsätze der professionellen Pflege I

70

Pflegeprozess I (einschließlich EDV)

60

Beziehungsgestaltung und Kommunikation

100

Grundzüge und Prinzipien der Akut- und Langzeitpflege einschließlich Pflegetechnik
(Teil 1)

150

Grundzüge medizinischer Diagnostik und Therapie in der Akut- und Langzeitversorgung einschließlich medizinische Pflegetechnik (Teil 1)

100

Grundzüge und Prinzipien der Akut- und Langzeitpflege einschließlich Pflegetechnik
(Teil 2)

150

Grundzüge medizinischer Diagnostik und Therapie in der Akut- und Langzeitversorgung einschließlich medizinische Pflegetechnik (Teil 2)

100

Kooperation, Koordination und Organisation I

30

Entwicklung und Sicherung von Qualität I

20

Lernbereich Training und Transfer I

20

2. Ausbildungsjahr

Themenfelder

Mindeststunden

Grundsätze der professionellen Pflege II

80

Pflegeprozess II

100

Zielgruppen und settingorientierte Beziehungsgestaltung und Kommunikation

160

Zielgruppen und settingorientierte Pflege einschließlich Pflegetechnik (Teil 1)

120

Zielgruppen und settingorientierte medizinische Diagnostik und Therapie einschließlich medizinische Pflegetechnik (Teil 1)

90

Zielgruppen und settingorientierte Pflege einschließlich Pflegetechnik  (Teil 2)

120

Zielgruppen und settingorientierte medizinische Diagnostik und Therapie einschließlich medizinische Pflegetechnik  (Teil 2)

100

Kooperation, Koordination und Organisation II

40

Entwicklung und Sicherung von Qualität II

40

Lernbereich Training und Transfer II

120

Modul Schriftliche Arbeit im Fachbereich

100

Praktische Ausbildung


1. Ausbildungsjahr

Praktikum

Fachbereich/Setting

Mindeststunden

Akutpflege

operative und konservative medizinische Fachbereiche

160

Langzeitpflege

Pflegeheim, mobile Pflege, geriatrische Tageszentren, Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen (mit Pflegeschwerpunkt)

160

Wahlpraktikum

Mobile, ambulante, teilstationäre und stationäre Versorgungsformen

185

Theorie-Praxistransfer einschließlich Praxisreflexion

Lernbereich Training und Transfer (z. B. Fertigkeitentraining, Simulationsverfahren)

25

2. Ausbildungsjahr

Praktikum

Fachbereich/Setting

Mindeststunden

Akutpflege

operative und konservative medizinische Fachbereiche

160

Zielgruppenspezifisches Praktikum

 

mobile, ambulante, teilstationäre und stationäre Versorgungsformen

 

160

Wahlpraktikum

160

Theorie-Praxistransfer einschließlich Praxisreflexion

Lernbereich Training und Transfer (z. B. Fertigkeitentraining, Simulationsverfahren)

50



Abschluss der Ausbildung


Am Ende des 2. Ausbildungsjahres ist eine mündliche kommissionelle Abschlussprüfung vor der Prüfungskommission abzulegen.


Berufsbild


Die Pflegefachassistenz ist ein qualifizierter Gesundheits- und Krankenpflegeberuf. Die Aufgaben sind die Unterstützung von Angehörigen des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege (diplomierte Pflegepersonen und Pflegepersonen mit Bachelorabschluss) sowie von Ärztinnen und Ärzten bei der Pflege von Patientinnen und Patienten.
Der Pflegefachassistentin / dem Pflegefachassistenten obliegt die eigenverantwortliche Durchführung der an sie übertragenen Pflegemaßnahmen sowie Tätigkeiten im Rahmen der Mitwirkung bei Diagnostik und Therapie.

Der Tätigkeitsbereich der Pflegefachassistenz umfasst gemäß GuKG §83a:

  • die eigenverantwortliche Durchführung der ihnen von Angehörigen des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege oder Ärztinnen und Ärzten übertragenen Aufgaben der Pflegeassistenz gemäß GuKG §83
  • das Handeln in Notfällen
  • die Anleitung und Unterweisung von Auszubildenden der Pflegeassistenzberufe


Weitere Tätigkeiten im Rahmen der Mitwirkung bei Diagnostik und Therapie:

  • Durchführung standardisierter diagnostischer Programme, wie EKG, EEG, Lungenfunktionstests
  • Legen und Entfernen von Magensonden
  • Legen und Entfernen von Harnkathetern bei Frauen, ausgenommen bei Kindern
  • Ab- und Anschluss laufender Infusionen, ausgenommen Zytostatika und Transfusionen mit Vollblut, bei liegendem peripheren Gefäßzugang
  • Anlegen von Miedern, Orthesen und elektrisch betriebenen Bewegungsschienen nach vorgegebener Einstellung


Qualifikationsprofil Pflegefachassistenz (123kB-PDF)

 

Verantwortlich für diese Seite:
Dagmar Winkler