Historisches Forschungsprojekt zum Pavillon 15 des Otto-Wagner-Spitals startet

Umfassende historische Aufarbeitung durch Institut für Rechts- und Kriminalsoziologie (IRKS)

Nach Bekanntwerden von Missbrauchsvorwürfen an Kindern mit Behinderungen in den Jahren 1960 bis 1980 im Pavillon 15 des Otto-Wagner-Spitals hat 2013 eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe im Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV) mit der Überprüfung der Vorwürfe begonnen: Um die Basis für eine breite wissenschaftliche Aufarbeitung zu legen, wurden Archivbestände gesichtet, noch vorhandene Unterlagen gesichert und Gespräche mit ehemaligen MitarbeiterInnen sowie mit jenen ZeitzeugInnen geführt, die sich bei der extra eingerichteten Servicestelle gemeldet haben.

Interdisziplinäres Forschungsteam mit großer Erfahrung

Das Institut für Rechts- und Kriminalsoziologie (IRKS) hat im Auftrag des Wiener Krankenanstaltenverbundes eine umfassende zeithistorisch-sozialwissenschaftliche Studie zum Pavillon 15 des Otto-Wagner-Spitals und zur damaligen Abteilung für entwicklungsgestörte Kinder am Neurologischen Krankenhaus Rosenhügel im Gesamtzusammenhang der Wiener Psychiatrie und Behindertenhilfe der Nachkriegszeit erstellt.
Das Forschungsteam war interdisziplinär zusammengesetzt und verfügt über fundierte inhaltliche Expertise und Forschungserfahrung in den Bereichen Disability Studies, Behindertenhilfe, Behindertenrechte, Medizingeschichte, Psychiatriegeschichte, Kinder- und Jugendwohlfahrt, Geschichte des Fürsorgesystems, Heimerziehung und totale Institutionen.

Zwischen- und Endbericht werden veröffentlicht

Das Forschungsprojekt erfolgte von Jänner 2015 bis Herbst 2016. Die Arbeit an den Forschungsberichten wird Ende des Jahres abgeschlossen sein. Ende Jänner 2017 ist die Studienpräsentation geplant. Der von den ExperInnen erstellte Endbericht wird für der Allgemeinheit ungekürzt über die Website des Wiener Krankenanstaltenverbundes zugänglich gemacht.

Service: Das Forschungskonzept mit detaillierten Informationen zur Zielsetzung der Studie, Forschungsperspektiven und wissenschaftlichen Fragestellungen ist hier abrufbar.


Hier geht es zur Studie "Kinder und Jugendliche mit Behinderungen in der Wiener Psychiatrie von 1945 bis 1989"


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