Nephrologisch-urologische Ambulanz für Kinder und Jugendliche
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SpÄ OA Dr. Cecile Dau
Telefon: +43 1 601 91 - 2850

Anmeldung: Termine nur nach telefonischer Voranmeldung

Medizinische Schwerpunkte

Ärztliche Mitarbeiter:

Dr. Bernd Balluch

 

Assoziierte Professionen:

Ernährungsberatung

Klinische Psychologie

 

Welche Ernkrankungen werden betreut:

  • Harnwegsinfekte
  • Nichtinfektiöse entzündliche Erkrankungen
  • Blasenentleerungsstörungen
  • Inkontinenz (Bettnässen, unwillkürlicher Harnvelust am Tag)
  • Angeborene Fehlbildungen
  • Nierenzysten
  • Erbkrankheiten und
  • Systemerkrankungen mit Beteiligung der Harnorgane

 

In der Kinderheilkunde sind die Spezialfächer Nephrologie (internistisch, konservativ) und Urologie (chirurgisch, operativ) eng miteinander verknüpft. Grundsätzlich fühlen wir uns für alle Probleme zuständig, die in eine dieser beiden Sparten fallen, was in vielen Fällen auch für beide zutrifft, d.h. einige dieser Erkrankungen/Störungen bedürfen einerseits (oft längerfristiger) internistischer Betreuung aber manchmal daneben auch spezieller chirurgischer (diagnostischer oder therapeutischer) Eingriffe. Wir Kinderärzte sind mit den in den verschiedenen Altersgruppen bevorzugt auftretenden Krankheitsbildern bestens vertraut und verstehen uns darüber hinaus auch als Brückenbauer unter den Spezialisten.

Neben zahlreichen erworbenen Erkrankungen wie Harnwegsinfekten, Blasenentleerungsstörungen, allen Formen von Harninkontinenz, immunologischen und anderen Systemerkrankungen von Beteiligung der Nieren liegt einer unserer Schwerpunkte auch auf Diagnostik und Abklärung von angeborenen Störungen, wie Fehlbildungen der Nieren und Harnwege sowie des Genitals, zystischen Erkrankungen und den häufig auch schon vorgeburtlich erkannten Abfluss-Störungen aus den Nierenbecken.

 

Diagnostisches Angebot:

Im diagnostischen Spektrum bieten wir im eigenen Haus spezielle Röntgen- und Ultraschall-Untersuchungen sowie Harnflussmessungen an. Sollte einmal eine Diagnostik notwendig sein, die eine hochspezialisierte Ausstattung erfordert (z.B. Nuklearmedizinische Verfahren) und daher auswärtig durchgeführt werden muss, so wird auch diese komplett von uns an einer kindergerechten Abteilung organisiert. Wir bittem um Verständnis, dass wir Ihr Kind zunächst im Rahmen eines Ambulanzkontaktes ausführlich untersuchen möchten bevor Termine für diverse Diagnostiken vergeben werden.

 

Spezielle kinderurologische Diagnostik:

Die am häufigsten von uns durchgeführten Spezialuntersuchungen sind

MCU (Miktions-Cyst-Urethrografie – Röntgen der Harnblase und -röhre)

Manchmal (zB nach schweren Harnwegsinfekten) kann es notwendig werden über die anatomischen und funktionellen Verhältnisse der ableitenden Harnwege genau Bescheid zu wissen. Sollte für Ihr Kind eine derartige Diagnostik angezeigt scheinen, haben Sie Gelegenheit sich im Rahmen einer Vorbesprechung genau über Indikation und Vorgangsweise zu informieren.

Bei der MCU handelt es sich um eine solche Röntgenuntersuchung der unteren Harnwege. Um die Harnblase sichtbar zu machen muss zunächst Röntgenkontrastmittel in diese eingebracht werden. Das geschieht über einen zuvor gesetzten Katheter. Diese Prozedur ist für die Kinder naturgemäß etwas unangenehm und angsteinflößend. In solchen Fällen kann auch ein leichtes Beruhigungsmittel vor der Untersuchung verabreicht werden. Selbstverständlich verwenden wir dafür auch ein anästhesierendes (schmerzstillendes) Gleitgel. Außerdem können Bezugspersonen stets anwesend sein.

 

Um eine optimale und persönliche Betreuung zu gewährleisten wird Ihr Kind für diese Untersuchung an unserer Tagstation aufgenommen. Eine Kinderkrankenschwester ist dort für Ihre organisatorischen und pflegerischen Belange zuständig.

 

Uroflow (Harnflussmessung)

Bei Symptomen wie Harnverlust am Tage oder wiederholten Blasenentzündungen kann es notwendig werden nähere Informationen über das Verhalten unter der Blasenentleerung zu bekommen. Dies geschieht durch eine Uroflow-Messung. Bei dieser völlig schmerzlosen Untersuchung wird Ihr Kind gebeten spontan und wie gewohnt in einen Messtrichter zu urinieren. Dabei wird die Stärke des Harnstrahles im Verlauf der Blasenentleerung gemessen. Bei der Beurteilung dieser Flusskurve können sich Hinweise auf Engstellen in der Harnröhre oder auch eine inadäquate Beckenbodenaktivität ergeben. Uroflow-Messungen werden üblicherweise Mittwochs am späteren Vormittag durchgeführt.

 

Mit folgenden Problemen sind wir am häufigsten konfrontiert:

 

Angeborene Weitstellung der ableitenden Harnwege (kongenitale Hydronephrose)

Häufig werden bei den Ultraschall-Untersuchungen in der Schwangerschaft beim ungeborenen Kind Ausweitungen der Nierenbecken gefunden. Neben den häufigen funktionellen Abflussbehinderungen oder Rückflussphänomenen können auch anatomische Engstellen besonders am Beginn oder am Ende der Harnleiter mit der Konsequenz einer sich langsam entwickelnden Funktionseinbuße bis zum völligen Ausfall der betroffenen Niere als Ursache in Frage kommen. In solchen Fällen kontrollieren wir den Befund des Kindes ungefähr eine Woche nach der Entbindung und besprechen dann ausführlich mit Ihnen die weitere Vorgehensweise. Obwohl sich das Phänomen in den allermeisten Fällen von selbst zurückbildet, kann es in Einzelfällen dann notwendig sein weitere Untersuchungen zu planen.

 

Harnwegsinfekt

Gravierende bakterielle Infektionen des Harntraktes bringen stets die Bedrohung einer quasi Chronifizierung und langfristig die progrediente Zerstörung von Nierengewebe mit der Konsequenz eines chronischen Nierenversagens mit sich. Deshalb ist es Standard fieberhafte Harnwegsinfekte im Kindesalter (wo durch gute Vorsorge noch viel an Folgeschaden verhindert werden kann) konsequent und umfassend abzuklären um wiederkehrenden Infektionen effizient vorbeugen zu können.

Harnwegsinfekte sollten durch Anlegen einer Harnkultur vor Therapiebeginn diagnostisch abgesichert werden. Gleichzeitig empfehlen wir die Durchführung einer Ultraschalluntersuchung.

 

Inkontinenz und Bettnässen

Im Rahmen der Harninkontinenz bedarf es einer scharfen Unterscheidung von Kindern die nur nachts einnässen (reinen „Bettnässern“, die organisch völlig gesund sind) und solchen, die daneben auch tagsüber den Harn oft nicht halten können. Bei letzteren liegt häufig eine funktionelle Blasenentleerungsstörung zugrunde, die sich entweder in der Entleerungs- oder der Speicherphase manifestiert. Die Abklärung lässt sich aus Ihrer Sicht beschleunigen, wenn Sie in beiden Fällen zur Erstuntersuchung einen Harn- und einen Ultraschallbefund der Harnwege mit Restharnbestimmung bereits mitbringen.

 

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